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Schadenersatz bei Programmierleistungen bei der Neuerstellung einer Webseite

| 31.07.2014 09:55 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Ich bin Webseitenbetreiber und betreibe eine Internetseite schon seit Jahren. Nun war es an der Zeit, ihr zum Einen ein neues Design zu verpassen, aber auch funktionell alles auf den neuesten Stand zu bringen. Darüber hinaus sollten weitere Funktionen für die Benutzer, aber auch für die Betreiber, Redakteure und Administratoren erstellt werden. Es sollte eine Webseite nach den Internet 2.0 Standards (wenn es die geben sollte) oder was man im allgemeinen in der Internetbranche darunter versteht, werden. Insbesondere eine gute Bedienbarkeit für die Besucher der Webseite, aber selbstverständlich auch für die Leute, die damit arbeiten müssen, wie Autoren, Redakteure und Administratoren.

Eine Firma war gefunden. Diese Firma erstellte zunächst ein Konzept, welches unterschiedliche Content Management Systeme (CMS) gegenüberstellt, vor und Nachteile bewertete und letztlich ein System empfahl. Dieses System stellt die Grundlage der Seite da, konnte jedoch nicht im geringsten alle notwendigen Funktionen abdecken, so dass viele Sachen dazu programmiert werden mussten. Das war jedoch von vornherein klar, wir reden hier von einem so genannten Hybridsystem. Das aber so viel dazu programmiert werden musste oder anders ausgedrückt, so viele Sachen in diesem CMS nicht vorhanden waren, wusste ich im Vorfeld nicht. Es geht mit einer einfachen Autoren- oder Userverwaltung, einem Editor zum Schreiben, einer Artikel- und Textverwaltung, einer vernünftigen Medienverwaltung los, die Liste könnte ich endlos weiterführen. Alles Sachen die nur rudimentär oder gar nicht vorhanden waren und umfangreich erstellt werden mussten.
Die Alternative zu dieser Hybridversion wäre die komplette Neuprogrammierung gewesen, was ich aus Kostengründen jedoch ablehnte. Im Nachhinein war es aber fast eine Neuprogrammierung, denn von dem eingesetzten CMS blieb nicht mehr viel übrig, wenn man die dazu programmierten Dinge und Funktionen betrachtet.

Nachdem nun viele Monate programmiert wurde, die Seite ans Netz ging und immer wieder erweitert und repariert wurde, stellte sich bei mir nie das Gefühl der Zufriedenheit ein, oder das Gefühl, einen Web 2.0 Seite zu haben, so wie man es bei anderen Webseiten sieht, obwohl mittlerweile mittlere fünfstellige Euro Beträge über den Tisch gewandert waren. Immer wieder wurde nachgebessert und mir eingeredet, das es doch das sei, was angeboten und vereinbart war. Ich stellte mir jedoch stets etwas anderes darunter vor, insbesondere die Bedienbarkeit für mich als Administrator ließ sehr zu wünschen übrig.
Ich war es von Systemen wie WordPress oder typo3 gewohnt (auf die ich immer wieder und mehrfach hinwies), dass zum Beispiel Navigation, Inhaltselemente, Seiten oder andere Bereiche sehr schnell mit einfachen Bedienoberflächen gestaltet und verändert werden konnten, teilweise sogar via Drag & Drop (ein Element mit der Maus anfassen, irgendwohin ziehen, loslassen und schon änderte sich die Ansicht für den Besucher auf der Seite). Ich ging also davon aus, dass ich stets ohne zusätzliche Programmierkenntnisse oder Einsicht in irgendwelchen Quellcode die Seite und auch ohne fremde Hilfe und damit ohne zusätzliche Kosten komplett administrieren und verändern konnte. Das war/ist bis heute leider nicht so. Ich bin dahingehend sehr beschränkt und muss immer wieder Veränderungen von der Firma/dem Programmierer ausführen lassen, was wieder zusätzliches Geld pro Stunde kostet.
Nachdem ich einige Monate mit dieser Seite gearbeitet hatte, was mehr oder weniger gut ging, einige blöde Fehler verursachte, über die man sich immer wieder ärgern musste, habe ich mich nun entschlossen ein neues System zu entwerfen, was meinen Anforderungen gerecht wird. Da mittlerweile ein ziemlich hoher 5 stelliger Betrag in dieses Projekt geflossen war, fällt es mir nun finanziell gesehen schwer, auch nur ein kleineres Projekt zu finanzieren, ohne Fremdkapital aufnehmen zu müssen.
Nun meine Frage: Habe ich in einer solchen geschilderten Situation eine Chance, zumindest so viel Schadensersatz zu bekommen, da sich das neue System, welches sich im vierstelligen! Euro Bereich bewegt und damit mehr kann und mehr Möglichkeiten bietet, als das obige System. Ja, Sie lesen richtig, das neue System ist nicht an ein anderes CMS angelehnt, sondern wird komplett nach meinen Wünschen und Vorstellungen programmiert und es trotzdem um ein vielfaches günstiger. (Übrigens auch in Deutschland programmiert, nicht etwa im Ausland, sowie einige jetzt denken könnten)
Somit habe ich gelernt, dass man auch für mittlere bis hohe vierstellige Werte ein selbst programmierte System bekommt, was den Anforderungen gerecht wird. Von dem her glaube ich schon, dass ich über den Tisch gezogen wurde. Und nun möchte ich gerne genau diesen vierstelligen oder vielleicht gering fünfstelligen Betrag haben, um das neue System zu erstellen und den entstandenen Schaden aus dem alten System damit zu reparieren.
Hier noch ein paar Detailfragen:
Wie geht man so etwas an?
Wie lange dauert so ein Verfahren oder so ein Prozess?
Ist es sinnvoll zunächst einen Mediator einzuschalten?
Ist ein Sachverständiger in diesem Fall unbedingt notwendig?
Was sollte ein Sachverständiger in diesem Fall maximal kosten?
Was würde der Fall bei einem Rechtsanwalt in etwa kosten?

Viele Fragen, ich weiß, ich sehe mich jedoch als Kunde dermaßen hinters Licht geführt und sehe nicht ein, dass ich das selbst finanzierte und in den Sand gesetzt Projekt aufgrund der Unfähigkeit der Programmierfirma selbst ausbaden soll.
PS.: Aus sicheren Quellen habe ich erfahren, dass man mittlerweile gar kein Interesse mehr an mir hat, da ich ja nicht mehr zahle und dass die Wahl des CMS wohl auch etwas unglücklich gewesen sei.

Herzlichen Dank für ihre Hilfe und ihre Einschätzung.

Einsatz editiert am 31.07.2014 10:00:49

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Diese möchte ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten:
Zu 1. Habe ich in einer solchen geschilderten Situation eine Chance, zumindest so viel Schadensersatz zu bekommen, da sich das neue System, welches sich im vierstelligen! Euro Bereich bewegt und damit mehr kann und mehr Möglichkeiten bietet, als das obige System?
Vorab:

Um eine exaktere Einschätzung geben zu können, müsste der Sachverhalt in allen Einzelheiten bekannt sein. So müsste insbesondere Bekannt sein, was konkret vertraglich vereinbart war, wie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Gegenseite aussehen, ob es ein Pflichten- und Lastenheft gibt, in welchem die einzelnen Leistungsphasen und Leistungen konkret geregelt sind, ob es eine nachhaltige Vereinbarungen zu nachträglichen Änderungen (sog. Change Request) gibt etc. Dieses lässt sich im Rahmen einer Erstberatung aus der Ferne leider nicht abschließend beurteilen.

Ich möchte aber dennoch versuchen, Ihnen eine erste grobe Einschätzung über die Rechtslage zukommen zu lassen.

Nach Ihrer Schilderung sehe ich deutliche Anhaltspunkte, dass hier Schadensersatzansprüche in der von Ihnen angedachten Höhe geltend gemacht werden können. Die konkrete Höhe hängt aber von einigen Faktoren ab, die aus den eben genannten Gründen an dieser Stelle leider nicht berücksichtigt werden können.

Zu 2. Wie geht man so etwas an?

Zunächst müsste geprüft werden, was tatsächlich vereinbart war. Anhand dessen wäre dann zu bestimmen, welche Leistungen die Firma zu erbringen gehabt hätte. Hier hört es sich für mich stark danach an, dass die Firma mangelhaft gearbeitet hat und Sie daher Nachbesserungsansprüche gehabt hätten.

Die Nachbesserung wäre aber nach dem gesetzlichen Leitbild nicht auf Ihre Kosten auszuführen gewesen. Dieses wäre ein Ansatzpunkt, um Gelder zurückzuverlangen.
Wenn dann die Forderungen der Höhe nach festgestellt sind, sollte man diese gegenüber der Gegenseite geltend machen.

Da die Erfahrungen der Richter im Falle eines Rechtsstreits, was das IT-Recht angeht, stark schwanken, besteht in einem solchen Rechtsstreit für beide Seiten ein nicht unerhebliches Risiko. Vor diesem Hintergrund sollte gegebenenfalls versucht werden, eine einvernehmliche, also vergleichsweise und vor allem außergerichtliche Lösung zu finden (Falls möglich).

Zu 3. Wie lange dauert so ein Verfahren oder so ein Prozess?

Dies hängt stark von dem Verfahrensganz (Werden Gutachten eingeholt, gibt es Gegengutachten etc.), sowie von der Arbeitsauslastung des Gerichts ab.
Ganz grob können Sie für die 1. Instanz zwischen 1-2 Jahren rechnen.

Zu 4. Ist es sinnvoll zunächst einen Mediator einzuschalten?
Dieses ist ein guter Gedanke. Zunächst sollte aber ein Anwalt (dieser ist im Gegensatz zum Mediator parteiisch) beauftragt werden, um die eigene Rechtsposition abzuklären.

Zu 5. Ist ein Sachverständiger in diesem Fall unbedingt notwendig?

Das hängt im Streitfall letztendlich vom Gericht ab. Erfahrungsgemäß können Sie aber davon ausgehen, dass ein Gericht eher dazu neigen wird, ein Sachverständigengutachten einzuholen, was natürlich eine erhebliche Verteuerung des Verfahrens bedeutet (ein solches Gutachten kostet grds. Mehrere tausend Euro).

Zu 6. Was sollte ein Sachverständiger in diesem Fall maximal kosten?

Das hängt vom Arbeitsaufwand des Sachverständigen und letztendlich der vom Gericht festgesetzten Beweisfrage ab.

Rechnen Sie bitte wie bereits angedeutet mit einigen tausend Euro. Ein Maximum gibt es so nicht. Es hängt vom Arbeitsaufwand des Gutachters ab.

Zu 7. Was würde der Fall bei einem Rechtsanwalt in etwa kosten?

Dies kommt letztendlich darauf an,, was vereinbart wird. In solchen Konstellationen ist eine Abrechnung nach Streitwert (RVG) oder auch nach Zeitaufwand möglich.

Da meine Kanzlei schwerpunktmäßig im IT-Recht arbeitet, wäre ich Ihnen gerne behilflich. Bei Interesse können Sie mich sehr gerne (natürlich zunächst völlig unverbindlich und kostenlos) kontaktieren, damit über eventuell anfallende Kosten bzw. das weitere Vorgehen konkreter gesprochen werden könnte.

Ich hoffe Ihnen soweit geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Bewertung des Fragestellers 25.08.2014 | 13:09

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