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Schadenersatz bei Freundschaftsdienst?


08.01.2007 22:35 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Sachverhalt:
Im Oktober habe ich auf Anfrage/Bitten eines privaten Pensionsstallbesitzers das Pferd einer Bekannten erstmalig geritten. Das Pferd wurde mit fremden Sattelzeug geritten, welches ich nach meinem Ermessen (15J.Reiterfahrung)dem Pferd anpasste.Trotz angemessener Behandlung des Tieres(20min longieren, 15min Reiten)entdeckte die Besitzerin am nächsten Tag eine haarlose Stelle im Sattelgurtbereich und ließ den Tierarzt zur Behandlung kommen.
Ende Dezember:
Aufforderung zur Zahlung der Tierarztrechnung von 72Eur(als Kopie beiliegend, Diagnose \"Hautabschürfung\")bis 15.1.07 ansonsten Anzeige gegen mich wegen unerlaubten Umgang/Reiten und verletzen ihres Tieres.
Ich wußte dass Sie wollte, dass ihr Pferd eingeritten wird, sie hat mir jedoch persönlich keinen Auftrag erteilt. Laut Aussagen des Stallbesitzers hat sie ihn gebeten mich zu fragen, ob ich es tun könnte.

Ist das relevant? Soll ich lieber zahlen?
Wie beurteilen Sie den Sachverhalt? Ist eine Anzeige gegen mich möglich? Welche Kosten kämen außer der Tierarztrechnung auf mich zu?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

In Anbetracht der Tatsache, dass Sie nicht persönlich von der Eigentümerin des Pferdes gebeten wurden, diese zu reiten, wäre mein Rat, die Rechnung zu bezahlen.

Grundsätzlich ist es tatsächlich so, dass bei Gefälligkeiten eine geringere Haftung der Fall ist als bei "normalen" Vertragsverbindungen. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob es eine Gefälligkeit war. Denn letzten Endes wurden Sie tatsächlich weder von der Eigentümerin noch von dem Stallbesitzer gebeten, das Pferd zu reiten. Die Möglichkeit, dass der Stallbesitzer Sie demnächst gefragt hätte, wird nicht ausreichend sein, eine Gefälligkeit anzunehmen.
Natürlich könnten Sie die Zahlung verweigern, evtl. würde dann Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet (im Rechtssinne gelten Tiere immer noch als Sache) und am Ende eines Verfahrens wären die Kosten ungleich höher. Nach Ihren Schilderungen des Sachverhaltes dürfte sich ein solcher Aufwand angesichts der doch nicht allzu hohen Rechnung kaum lohnen.

Ich würde daher, wie gesagt, den Schaden begleichen. Vielleicht könnte es sich alternativ lohnen, ein Gespräch mit der Eigentümerin zu suchen und eine Teilung des Schadens vorzuschlagen.

Es tut mir leid, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können. Gelichwohl hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort eine rechtliche Orientierung ermöglicht hat und wünsche Ihnen einen guten Ausgang der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 09.01.2007 | 23:16

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Meine Ergänzung:Der Stallbesitzer hat mich gebeten dieses Pferd zu reiten. Siehe 1.Satz des Falls. Ich wär sonst nie auf die Idee gekommen das zu tun!
Nachfrage
Der Brief, indem die Pferdebesitzerin mich auffordert zu zahlen ist von ihrer Arbeitstelle, dem Amtsgericht abgestempelt. Hat damit auch diese Person gegen geltendes Recht verstoßen? Ich fühlte mich regelrecht bedroht dadurch. Kann ich ihr nun auch mit einer Anzeige drohen? Vielleicht lassen wir dann beide von rechtlichen Schritten ab?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.01.2007 | 23:33

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten darf:

1. Wenn der Stallbesitzer Sie im Auftrag der Pferdebesitzerin gefragt hat, wäre die Sachlage tatsächlich so zu beurteilen, dass Ihnen die Verletzung des Pferdes nicht angelastet werden könnte. Jedenfalls dann nicht, wenn Ihr Verschulden nur leicht fahrläsig war. Und eine solche leichte Fahrlässigkeit wird wohl in Ihrem Fall anzunehmen sein.
Das Gefälligkeitsverhältnis (ohne dies hier weiter ausführen zu wollen) unterscheidet sich von einem Vertrag durch den nicht vorhandenen Rechtsbindungswillen. Nur wenn Sie sich rechtlich binden wollten, müssten Sie auch voll für Ihre Handlungen haften.
Dies wollten Sie aber im vorliegenden Fall wohl gerade nicht, wenn Sie sagen, dass Sie das Pferd ohne Aufforderung nie geritten hätten.

2. Bzgl. Ihrer weiteren Frage muss ich leider darauf hinweisen, dass es sich hierbei um eine neue Frage handelt, die nicht durch den ursprünglichen Einsatz gedeckt ist. Sie müssten Sie daher neu einstellen, wenn Sie hierauf eine Antwort wünschen. Ich bitte diesbezüglich um Ihr Verständnis.

Nur soviel sei dazu gesagt: Wenn schon keine Haftung vorliegt, brauchen Sie auch keinen "Gegenangriff" ausführen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit abschließend beantworten und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

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