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Schadenabwicklung Bagatellunfall - Streit über die Schadenhöhe

| 17.03.2014 15:47 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe vor kurzem bei einem kleinen Parkrempler ein anderes Auto beschädigt. Der Unfallgegner trug einige kleinere Kratzer in Stroßfänger und Kotflügel davon. Der Stoßfänger war bereits mit Kratzern und kleinen Beulen sowie Steinschlägen und Lackaplatzungen "übersäät".

Da der Unfallgegner zunächst nicht persönlich anwesend war, wurde der Vorgang durch die von mir herbei gerufene Polizei aufgenommen. Später kam der Gegner dann dazu und es gab die mündliche Vereinbarung, mir den Schaden mitzuteilen, damit ich diesen wegen eines möglichen Verlusts des SF-Rabatts ohne Versicherung regeln kann.

Nach meiner Auffassung war der Schaden so geringfügig, dass ein hierauf spezialisiertes Unternehmen diesen mit maximal 200-300 EUR beheben kann.

Meiner Versicherung habe ich den Schaden daraufhin nicht einmal mitgeteilt, ich bin auch nach wie vor bereit diesen selbst zu tragen.

Nur kommt der Gegner jetzt natürlich mit m.E. unhaltbaren Forderungen. Telefonisch wurde mir von diesem mitgeteilt, der Schaden läge lt. Marken-Fachwerkstatt bei 800 EUR.

Ich bat den Gegner, ein anderes Angebot von einer Spezialfirma für Lackschäden einzuholen, jedoch weigerte er sich am Telefon, dies zu tun. Er meinte, er habe einen Anspruch darauf, das Fahrzeug zu "seiner" Fachwerkstatt zu bringen und für so eine Bagatelle würde er keine 25 Gegenangebote einholen.

Ich erinnerte ihn an seine Schadenminderungspflicht, und wies darauf hin dass ich keinesfalls die gesamte Lackierung des bereits defekten Stoßfängers bezahlen würde, sondern lediglich die wenigen Kratzer auf der Seite gegen die ich gefahren war.

Wir einigten uns darauf, dass ich dann erst mal einen Kostenvoranschlag der Marken-Fachwerkstatt bekommen soll, auf Grund derer ich zumindest sehen kann, wie diese völlig überzogenen 800 EUR zustande kommen.

Ich erhielt heute diesen KVA, in dem tatsächlich auf Fotos nur die kleinen durch mich verursachten Kratzer markiert waren, aber der Stoßfänger demontiert und vorbereitet, und dann bei einem lackiert Lackierer lackiert werden soll. Hierfür fallen alleine 280 EUR für den Transport des Fahrzeugs zum Lackierer durch die Fachwerkstatt an.

Gesamtkosten jetzt sogar 980 EUR incl. MWSt.

Ich soll dem Gegner nun binnen einer Woche eine Kostenübernahmeerklärung senden, ansonsten würde er meine Haftpflicht-Versicherung informieren und den Schaden mit dieser regulieren.

In meinen Augen ist dieser Preis aber absolut überzogen und ich möchte natürlich gerne den Gegner dazu bewegen, von seinem Vorhaben das Fzg zur Markenwerkstatt zu bringen Abstand zu nehmen und die paar Kratzer statt dessen schnell und unbürokratisch bei einer Lack-Spezialwerkstatt ( nicht weiter von ihm entfernt als die Markenwerkstatt ) beheben zu lassen. Ein Gegen-Gutachten wäre aber m.E. den Aufwand nicht wert, da es sich hier um eine absolute Bagatelle handelt.

Ich verstehe überhaupt nicht, warum er auf der anderen Werkstatt besteht, es sei denn hier laufen Absprachen zu meinem Nachteil. Also es wird erst ein KVA erstellt und dann werden unter der Hand mit meinem Geld noch andere Schäden behoben. Also ich möchte jetzt nicht einfach knapp 1.000 EUR für solch einen lächerlichen Schaden bezahlen, wohl wissend dass der Gegner die Situation hier eiskalt und gnadenlos für sich ausnutzt.

Ich habe im Internet eine Möglichkeit gefunden, aufgrund eines Fotos des Schadens bei einer freien, auf Lackschäden spezialisierten Werkstatt einen KVA einzuholen.

Meine Frage(n) jetzt hierzu:

1) Hat der Gegner das Recht, das Fahrzeug in einer Werkstatt seiner Wahl zu den Kosten seiner Wahl instand setzen zu lassen, oder kann ich ihm als "Zahler" nicht vorgeben, wo er das Fahrzeug instand setzen lässt?

Hab ich nicht zumindest das Recht, ein Gegenangebot einzuholen, wenn ich Zweifel an den offensichtlich überteuerten Preisen des vorgelegten KVA habe?

In meinen Augen ist es unverhältnismäßig, wegen der geringfügigen Kratzer den Stoßfänger zu demontieren und das Fahrzeug auf einem Abschlepper herumzukutschieren, anstatt in eine Spezialwerkstatt zu fahren und den Schaden dort mit Spezialmitteln in kurzer Zeit erledigen zu lassen. Meist kann man sogar drauf warten und die Sache ist für 200-300 EUR erledigt.

Ich würde sogar mit dem Gegner gemeinsam dort hinfahren und die Rechnung direkt bezahlen, und fertig. Aber er will das nicht.

2) Wer bestimmt, ob es sich um eine Bagatelle handelt (Ich muss dann keine Kosten für Gutachten etc. übernehmen)?

lt Recherche liegt die Höhe bei 800 EUR. Lt. KVA wäre diese Grenze hier knapp überschritten, legt man aber ein anderes Vorgehen zu Grunde (Spezialwerkstatt für Lackschäden) bleibt man mit Sicherheit darunter

3) Wenn ich aufgrund des Fotos, das ich vom Schaden habe, bei der Spezialwerkstatt ein unverbindliches Gegenangebot einhole, habe ich dann genug Belegmaterial für "berechtigte Zweifel" an der Schadenhöhe, so dass ich den Unfallgegner dann wirksam davon abhalten kann, einfach Fakten zu schaffen und das Auto in der Markenwerkstatt reparieren zu lassen?

4) Welche Möglichkeit hat der Unfallgegner, sich einfach über meinen Kopf hinweg an meine Versicherung zu wenden und den Schaden mit dieser zu regulieren?

Ich habe selbstverständlich eine Versicherung, ich möchte nur meinen Schaden-Freiheitsrabatt nicht verlieren und wegen so einer Bagatelle meine Versicherung belästigen incl. Schriftverkehr usw.

Ich kann das ganze Verfahren natürlich auch die Versicherung erledigen lassen und dann einfach die Kosten ersetzen, nur dass die Versicherung eben einfach nach Aktenlage entscheidet und hier sicher nicht groß interveniert sondern aus Vereinfachungsgründen einfach zahlt und ich bin am Ende der Dumme.


5) Welches weitere Vorgehen würden Sie mir empfehlen?

Jetzt einen Anwalt zu beauftragen und mit Gutachten, Gegengutachten usw. loszulegen, wäre ebenfalls völlig überzogen und würde die Sache nur noch weiter verteuern, zumal ich ggf. ja als Verursacher auch noch für den Anwalt des Gegners zahlen muss.


Besten Dank für Ihre Mühen und freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst vielen Dank für Ihre Frage.

Soweit an dem Stoßfänger erhebliche Vorschäden vorhanden sind, hat die Gegenseite überhaupt keinen Anspruch auf den Ersatz der Reparatur - bzw. Lackierkosten. Insoweit kann nämlich nicht festgestellt werden, in welcher Höhe überhaupt Ersatz geschuldet wird ( vgl. u.a.OLG Brandenburg Urteil vom 17.03.2005 - 12 U 163/04). Denn der Stoßfänger muss sicherlich komplett lackiert werden, was aufgrund der Vorschäden ohnehin notwendig gewesen wäre.

Demzufolge hat die Gegenseite allenfalls Anspruch auf Erstattung der Schäden an dem Kotflügel. Insoweit kann jede Fachwerkstatt allein aufgrund eines Lichtbildes die Höhe der Lackierkosten schätzen.

Falls Sie mit der Gegenseite nicht einig werden, sollte Sie den Schaden Ihrer Versicherung melden und auf die erheblichen Vorschäden im Bereich des Stoßfängers hinweisen. Vorschäden sind im Regelfall für jede Versicherung ein Grund, sich den Schaden genauer anzusehen und eben nicht nach Aktenlage zu entscheiden.


Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 04.01.2018 | 18:27

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