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Schaden in altem PVC-Boden

09.02.2012 17:29 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe in meiner Mietwohnung einen Schaden in Form einer dunklen Verfärbung von 25x25cm im PVC-Boden verursacht. Der Boden ist mindestens 10 Jahre alt. Ich habe den Fall bereits meiner Versicherung gemeldet. Diese möchte vom Vermieter die Rechnung mit Kaufdatum des Bodens. Der Vermieter hat diese Rechnung aber nicht mehr, so dass ich davon ausgehe, dass die Versicherung kaum etwas bezahlen wird. Der Boden hat auch noch einen anderen Schaden in Form eines 20cm langen Risses den aber mein Vormieter verursacht hat und dies auch per Übergabeprotokoll festgehalten wurde.
Der Vermieter möchte nun einen neuen Boden reinlegen und mich an den Kosten beteiligen.
Was muss ich nun bezahlen? Der Zeitwert des Bodens müsste ja aufgrund des Alters gleich null sein. Bin ich trotzdem verpflichtet zumindest die Verlegearbeiten für den Boden zu bezahlen.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für die Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben im Rahmen einer Erstberatung auf diesem Portal gern wie folgt beantworten möchte:

Soweit die Schäden von Ihnen verursacht wurden, was für die dunklen Stellen auf dem PVC wohl anzunehmen ist, sind Sie grundsätzlich verpflichtet, die Kosten für die Schadensbeseitigung zu tragen. Hier gilt jedoch der Grundsatz, dass bei einem alten Teppichboden ein Abzug "Neu für Alt" zu berücksichtigen ist. Je älter also der Teppich ist und desto höher der Abzug "Neu für Alt" anzusetzen ist, desto geringer fällt Ihre Kostenbeteiligung aus. Im günstigsten Fall könnten Sie sogar völlig von einer Kostentragung aus Schadensersatz befreit sein.

Sofern der Kaufbeleg nicht mehr vorhanden ist, muss man versuchen, das Alter des Bodenbelags und dessen Kaufwert anderweitig zu bestimmen. Der Nachweis für das Alter des PVC-Belags könnte u. U. auch dadurch erbracht werden, dass Rechnungen über Verlegearbeiten - die in der Regel zeitnah zum Kauf erfolgen - vorgelegt werden. Ein weiterer Anhaltspunkt könnte Ihr Einzugsdatum sein und dass der Boden zu dem Zeitpunkt bereits vorhanden war. Der Wert lässt sich u. U. aus der ursprünglichen Qualität des PVC-Belags herleiten. Ansonsten müsste versucht werden, einen Durchschnittspreis, der im Zeitpunkt des Anschaffungsdatums galt, festzulegen und danach den Zeitwert zu bestimmen. Diese Methoden sind zwar nicht so zuverlässig wie die Kaufbelege, würden aber mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer etwaigen Ermittlung des Zeitwerts und damit Ihrer evtl. Kostentragungspflicht führen.

Ob der PVC-Belag tatsächlich schon aufgrund des Alters komplett abgewohnt ist, lässt sich nicht mit Sicherheit einschätzen. Bei PVC-Belägen beträgt die normale Lebensdauer in der Regel zwischen 9 und 15 Jahren, abhängig von der jeweiligen Qualität und ggf. der üblichen Beanspruchung. Die Gerichte nehmen hier leider keine einheitliche Lebensdauer an, so dass die Urteile unterschiedliche Zeiten zugrunde legen.

Es ist daher gut möglich, dass der Bodenbelag, wenn er von mittlerer Qualität war, bereits als abgewohnt zu bewerten ist. In diesem Falle wäre der von Ihnen zu ersetzende Zeitwert "Null". Auch an den Verlegekosten hätten Sie sich dann grundsätzlich nicht mehr zu beteiligen. Notwendig ist jedoch, dass sich das Alter einigermaßen exakt nachweisen und belegen lässt.

Sie sollten daher versuchen, das Alter des Teppichs und den vermutlichen Kaufpreis anhand noch vorhandener Daten möglichst exakt zu bestimmen und dieses Ergebnis der Versicherung mitteilen. Den Vermieter sollten Sie auffordern, evtl. noch vorhandene Belege, die im Zusammenhang mit dem PVC-Boden (Lieferscheine, Verlegearbeiten usw) vorzulegen. U. U. kann auch Ihr Vormieter Angaben zum Alter des Bodenbelags machen. Noch vorhandene Belege sowie die Grundlagen für Ihre Alters- und Werteinschätzungen müssten der Versicherung ebenfalls mitgeteilt werden. Darüber hinaus sollten Sie sowohl gegenüber der Versicherung als auch gegenüber dem Vermieter darauf hinweisen, dass ein üblicher PVC-Belag in der Regel nach 10 Jahren einen Zeitwert von Null hat und Sie deswegen keine Kosten mehr - auch nicht die anteiligen Verlegekosten - zu tragen haben.

Sollte der Vermieter an seiner Forderung festhalten und/oder die Versicherung nicht nachvollziehbar eine Kostenübernahme ablehnen, sollten Sie sich dringend tiefergehend bei einer Kollegin oder einem Kollegen vor Ort anwaltlich beraten lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierungshilfe geben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin







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