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Schaden fahrlässig verursacht??


| 18.07.2006 07:50 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



Ich bin Grundstückseigentümer und habe am Wochenende folgenden Schaden verursacht:
Bei Arbeiten im Garten habe ich eine Eisenstange in die Erde geschlagen. Dabei habe ich die auf meinem Grundstück verlaufende Stromleitung im Erdreich getroffen und beschädigt. Der daraus entstandene Schaden ist der Einsatz der Feuerwehr, die Wiederinstandsetzung des Erdkabels durch das EVU sowie defekte Elektrogeräte in meinem und im Haushalt des Nachbarn (vermutlich durch Ueberspannungen). Personen kamen zu Glück nicht zu Schaden.

Als Grundstückseigentümer wusste ich grob wo die Leitungen verlaufen (sind bei der Erschliessung des Grundstücks kurz vor dem Grundstückskauf verlegt worden). An der Stelle, wo ich die Stange einschlug ging ich davon aus genug Abstand zum Kabel zu haben (ca. 50 cm). Ferner vermutete ich das Kabel so um die 80cm tief in der Erde und wollte daher die Stange nur max. 60 cm einschlagen. Beide Annahmen erwiesen sich leider als falsch. Das Kabel lag genau an dieser Stelle und nur in 50 cm Tiefe.
Nun meine Fragen:
Habe ich hier fahrlässig oder gar grob fahrlässig gehandelt? Und wenn ja, muss dafür meine Privat Haftpflichtversicherung aufkommen? Wer bezahlt den Feuerwehreinsatz?

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Ihre private Haftpflicht kommt für Schäden auf, die Sie an Rechtsgütern Dritter verursacht haben. Für die Schäden, die Ihrem Nachbarn entstanden sind, kommt also grds. Ihr Versicherer auf (zur Feuerwehr s. u.). Für die Ihnen an Ihrem Eigentum entstandenen Schäden bestehen keine Ersatzansprüche.

Der Versicherer könnte einwenden, dass Sie ein Mitverschulden triff, dass sich anspruchsmindernd auswirkt: Den Bauunternehmer trifft die Pflicht, sich über den Verlauf von Rohren zu informieren. Dieser Maßstab wäre so bei Ihnen m. E. nicht anzulegen. Dennoch würde der Versicherer Ihnen eine anspruchsbeschränkende Mitschuld unterstellen. Es kommt hier auch auf Verhandlungsgeschick im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung an. Dabei würde sich die Einschaltung eines auf das Versicherungsrecht spezialisierten Anwalts empfehlen, wenn der finanzielle Schaden entsprechend hoch ist.

Dies gilt auch im Hinblick auf die Kosten für den Feuerwehreinsatz: Die Kostentragungspflicht bestimmt sich nach Landesrecht. Hier wäre also nach entsprechenden Regelungen zu fragen. Gegenüber dem Versicherer müsste argumentiert werden, dass ein Schadensfall deshalb besteht, da es sich bei dem Feuerwehreinsatz um einen Schaden der Kommune, also einem Dritten handelt.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

M. Timm
-Rechtsanwalt-
www.peukerttimm.de

Nachfrage vom Fragesteller 18.07.2006 | 09:10

Sehr geehrter Herr Timm,
besten Dank für Ihre schnelle Antwort. Die beschädigte Leitung ist Eigentum des Energieversorgungsunternehmens (EVU), also auch ein Rechtsgut "Dritter". D.h. dieser Schaden müsste auch gedeckt sein. Die Sache mit der Feuerwehr konnte ich mittlerweile klären, die Gemeinde verzichtet auf Regress mir gegenüber, weil mein Handeln nicht grob fahrlässig und nicht vorsätzlich war. Muss das meine Haftpflichtversicherung nicht genauso sehen? Denn ich wusste ja grob wo die Leitung liegt. Bitte nochmals kurz um Ihre Einschätzung zur Frage der Fahrlässigkeit.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.07.2006 | 09:28

Die Einschätzung der Feuerwehr muss Ihr Haftpflichtversicherer nicht teilen. Dennoch spricht Einiges dafür, Ihnen ein grob fahrlässiges Verhalten abzusprechen: Gegenüber dem Versicherer sollten Sie darstellen, dass Sie sich nicht mehr an die Lage der Rohre erinnerten. Sodann dürft Ihr Verhalten den Grad grober Fahrlässigkeit nicht mehr erreichen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

RA Timm

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"Hätte mir eine klarere Differenzierung der Begriffe "fahrlässig" und "grob fahrlässig" gewünscht und eine Aussage, ob meine Versicherung im einen Fall zahlen muss und im anderen Fall nicht. "
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