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Schaden durch Werkstatt nach einer Reparatur


| 09.03.2007 12:41 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Ich habe einen KIA Sorento 2.4 CRDI (Comon Rail Diesel), KM Stand 92.000, EZ 02.2003 am Mittwoch, 07.03.2007 im tadellosen Zustand zum fälligen Service zu einer KIA/VW Werkstatt gebracht. Ich habe folgendes in Auftrag gegeben: Ölwechsel, Ölfilterwechsel, Luftfilter, Kraftstoffilter erneuern, Zahnriemen erneuern.

Ich habe am Nachmittag des 07.03.07 mein Fahrzeug abgeholt, die fällige Rechnung belief sich auf 605 Euro, die ich noch nicht bezahlt habe.

Als ich mein Fahrzeug (nach erfolgter Probefahrt durch den Werkstattmeister) in Empfang nahm bemerkte ich, dass es total schlecht ansprang und mind. 6 Sekunden benötigt,was vorher nicht so war. Ich habe dies sofort reklamiert und der Meister hat den Wagen erneut inspiziert. Er stellte zunächst nichts fest und erklärte mir, dass wohl noch Luft im System sei, die nicht ganz entwichen ist und sich dies während der Fahrt nach Hause von alleine regelt!
Ich habe dies auch getan bin nach Hause gefahren und habe an diesem Tag mein Fz. noch einige Male benutzt und es sprang weiterhin schlecht an!

Am Donnerstag, 08.03.07 habe ich mein Fz. wieder in der Werkstatt vorgestellt mit dem Hinweis, dass er immer noch so schlecht anspringt.Die anschließende Prüfung ergab, dass jetzt plötzlich 2 Einspritzinjektoren kaputt sind, die im oberen Bereich einen zu hohen Rücklauf haben und nicht dicht sind und somit die Einspritzpumpe beim Startvorgang nicht den erforderlichen Druck aufbauen kann, da dieser an der Düse verpufft! Diese System wurde im Dezember 2006 komplett geprüft, ohne Beanstandungen, hat funktioniert bis zum Service und soll jetzt nach dem Service, bzw. durch den Service entstanden sein!?
Die Erklärungen die gegeben wurden (der neue Kraftstoffilter läßt mehr Kraftstoff durch und das kann evtl. die Düse beschädigen, die Luft im System kann eine angegriffene Düse beschädigen) sind für mich nicht schlüssig! Fakt ist mein Fz. hat vorher tadellos funktioniert und nach der Reparatur nicht mehr!Weiterhin verliert es irgendwoher Kraftstoff (kleine Lache am Boden).

Man versuchte mir nun zu erklären dass die Düsen ausgetauscht werden müssen (pro Düse 450 Euro plus Einbau, also ca. 1.000 Euro für beide). Ich wußte zunächst keine andere Möglichkeit und habe der Bestellung zugestimmt.
Man versicherte mir, dass ich bis die Düsen da sind (ca. 4 Tage) mit meinem Fz. weiter fahren kann. Diese Aussage hat sich nach ca. 200 Meter Fahrtstrecke von der Werkstatt weg erledigt, es ging während der Fahrt einfach aus! Nun wurde der Meister erneut tätig und konnte das Fz. nach mehreren Versuchen wieder starten, ein kurzer Check in der Werkstatt brachte aber keine neuen Erkenntisse.
Ich konnte dann meine Fahrt nach Hause antreten.
Heute morgen Freitag, 09.03. bemerkte ich erneuten Dieselverlust, weiterhin schlechtes Anspringen, auch habe ich mit der im Motorraum befindlichen Handpumpe Druck aufgebaut, der aber nach wenigen Minuten wieder weg war.Für mich ein eindeutiges Zeichen dass irgendwo im System eine Undichtigkeit herrscht!
Ich habe das Fz. sofort wieder in die Werkstatt gebracht und habe jetzt auf kosten der Werkstatt einen Leihwagen auf unbestimmte Zeit. Man meint nun, dass evtl. eine Undichtigkeit vorhanden sein könnte und es dann doch nicht die Düsen sind, außerdem sei die Technik so hochkompliziert, dass immer mal was kaputt gehen könne usw.

Meine Frage:
Muß ich die o.g. Rechnung bezahlen, da durch diese Arbeiten mir offensichtlich ein Schaden entstanden ist?

Sollten es doch die 2 defekten Düsen sein, die nach dem o.g. Ölwechsel u.a. aufgetreten und womöglich durch die Werkstatt beim Service beschädigt worden sind, muß mir die Werkstatt diese Kosten ersetzen, bzw. den Schaden auf eigene Kosten beheben oder bedarf es z.B. einem Gutachter der beweist ob das eine mit dem anderen überhaupt was zu tun hat?

Wie ist hier die Beweislast?

Wie soll ich mich weiter verhalten?

Vielen Dank im vorraus

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe davon aus, dass die Arbeiten weswegen Sie das Fahrzeug ursprünglich in die Werkstatt gegeben haben ausgeführt wurden. Daher müssen sie grundsätzlich diese Rechnug bezahlen.

Allerdings ist zu klären, ob die nach/durch die Reparatur aufgetretende Schäden im Zusammenhang mit der Reparatur stehen. Dies wird im Zweifel nur ein Gutachter beurteilen können.

Sind die auftretenden Mängel durch die Werkstatt verursacht worden, haben Sie einen Anspruch auf kostenloses Beheben. Weigert sich die Werkstatt mahnen Sie die kostenlose Reparatur schriftlich an und setzen der Werkstatt eine Frist. Danach befindet sich die Werkstatt in Verzug und Sie könen alle weiteren anfallenden Kosten sich ersetzen lassen.

Sie müssen allerdings beachen dass Sie bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung grundsätzlich dafür beweispflichtig sind, dass die Schäden durch die Werkstatt verursacht wurden. Gelingt Ihnen der Beweis über Zeugen etc. nicht, kann dies zum einen durch einen Gutachter oder durch Indizien erfolgen. Das Hauptproblem dabei ist, dass der gerichtliche Gutachter das Fahrzeug im defekten Zustand untersuchen muss. Ist es repariert, z. Bsp. von einer anderen Werkstatt, kann der Gutachter nur noch in Ausnahmefällen ein verwertbares Gutachten erstellen. Kommt das Gericht zu dem Schluss, dass die Werkstatt für die Schäden verantwortlich ist, muss diese grundsätzich ihre zusätzlich entstandenden Kosten tragen.

Einige Gerichte gehen aber auch von einer Umkehrung der Beweislast aus (z. Bsp. Landgericht Bonn, Urteil vom 19.10.2005, Az.: 5 S 154/05), d.h. die Werkstatt muss beweisen dass kein Fehler gemacht wurde. Diese Rechtsansicht hat sich jedoch (noch) nicht durchgängig durchgesetzt,sodass Sie sich darauf nicht allein verlassen sollten.

Sie tragen ein finanzielles Risiko für den Fall das das Gericht eine andere Entscheidung fällt.

Aufgrund des mir fehlenden technischen Verständnisses kann ich auch nicht beurteilen inwieweit der Beweis durch einen Gutachter überhautp erbracht werden kann. Aufgrund des insgesamt unklaren Situation, insbesondere der Beweislage, würde ich Ihnen raten sich mit der Werkstatt gütlich zu einigen z. Bsp.:
Sie zahlen Ihre ursprüngliche Rechung (müssen Sie sowieso) und € 500,00 für eine Düse. Lässt sich die Werkstatt darauf ein, sollten Sie aber darauf bestehen dass, sollte es nicht an der Düse liegen, die Werkstatt etwaige weitere Kosten komplett selbst zu tragen hat, da sie offensichtlich nicht in der Lage ist, an einem defekten Fahrzeug den Fehler zu finden. Dabei können sie auch auf das obige Urteil des LG Bonnn verweisen, dass die Werkstatt beweisflichtig ist und Sie der Werkstatt mit dem Angebot entgegenkommen.

Letztendlich müssen Sie, auch in Anbetracht Ihrer eigenen Situation entscheiden, ob Sie es auf ein gerichtliches Verfahren ankommen lassen wollen oder nicht.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.


Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de
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