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Schaden durch Pferd - Anspruch an Versicherung und Pferdebesitzer?

28.10.2017 10:07 |
Preis: 45,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Ich habe einen Offenstall gepachtet. Zu Anfang war das ganze mit einer weiteren Person als Haltergemeinschaft vorgesehen, ich bin Pächterin des Stalls, sie konnte ihre Pferde bei mir rein gegen Futterkosten einstellen gegen Mithilfe am Stall, es gab keinen Einstellervertrag und das Ganze war ausdrücklich als "Selbstversorgergemeinschaft" deklariert. Leider wurden wir von Anfang an belogen und betrogen. Statt der versprochen braven, gut erzogenen und verträglichen Pferde stellte man uns ein verhaltensgestörtes Exrennpferd an den Stall, das krank und war und vom ersten Tag an separiert werden musste. Hierbei enstanden bereits Zusatzkosten, die an uns hängen blieben. Das Pferd war einige Zeit lang nur in der Box eingesperrt, die nicht gemistet wurde, sodass hier tierschutzrelevante Zustände entstanden, die ich so, nicht dulden wolte. Dem Tier zuliebe sagte ich zu, dass unser Reitplatz als Übergang zu einem Stück Wiese genutzt werden darf, die wir dem Pferd abgetrennt haben, da es nicht verträglich war. Aufgrund der Gesamtumtstände forderte ich die Besitzer auch nach nur 4 Wochen auf, sich einen anderen Stall zu suchen. An dem Tag, an dem sie die Kündigung erhielten, stellten sie - ohne jegliche Absprache - ihr zweites Pferd zu dem Vollblut und ließen die Pferde zusammen über Nacht auf dem Reitplatz laufen. Ich würde darüber erst spät abends per Whatsapp informiert, als ich keine Möglichkeit mehr hatte (beruflich, Nachtdienst) zum Stall zu fahren. Als ich am morgen kam, war der zaun des Reitplatzes großflächig kaputt. Es handelte sich um einen stabilen Holzzaun (Pkosten alle 2m, dazwischen 3 Bretter, zusätzliche Sicherung durch 2 Strombänder). Eine gesamte lange Seite und eine kurze Seite zum Teil waren völlig zerstört, die Pfosten aus der Erde gerissen, die Bretter zerbrochen, das Band gerissen. Die reinen Widerbeschaffungskosten, ohne Berechnung der Arbeitsstunden, beträgt ca. 350€. Eine (vorab nur mündliche) Bezifferung des Schadens, wenn der Zaun durch eine Firma erneuert würde, beläuft sich auf knapp 800€. Es steht zweifelsfrei fest, dass der Schaden durch eins der Pferde der Einstellerin verursacht wurde. Durch einen zusätzlichen Wildzaun kann ein Schaden durch Wildtiere ausgeschlossen werden. Unser Pferd stand zu diesem Zeitpunkt in der Klinik. man sieht auch, dass der Zaun nach innen gerissen wurde, ich nehme an, dass der Vollblüter das zweite Pferd in den Zaun gejagt hat und dieses Pferd dann hängen blieb, ähnliche Vorfälle gab es bereits mehrfach, daher hatten wir die Pferde getrennt. Ich habe Fotos des Schadens gemacht und den Besitzer aufgefordert, den Zaun, von welchem durch die zersplitterten Bretter und Pfosten ein Verletzungsrisiko ausging, abzusichern und den Schaden der Versicherung zu melden. Da der Besitzer gar nichts tat, sondern sein Pferd auf dem Platz mit dem kaputten Zaun stehen ließ, wurde der Zaun durch uns entfernt und der Platz mit Stromzaun abgesichert. Der Besitzer legte mir irgendwann eine Blank Schadensmeldung einer Verscherung vor, die ich ausfüllte und ihm am gleichen Tag (Mitte September) in den Briefkasten warf. Seitdem herrscht absolute Funkstille. Die Pferden wurden Ende September ohne unser Beisein in einer Nacht und Nebelaktion abgeholt. Auf zigfache Rückfragen habe ich lediglich einmal, vor 8 Tagen, die Antwort erhalten, die Sache sei bei der Versicherung in Bearbeitung. Das glaube ich jedoch nicht. Die Versicherung hat nie mit mir Kontakt aufgenommen. Mehrfache Fragen nach Gesellschaft, VN Nummer pp, damit ich selbst nachfragen kann, wurden nicht beantwortet. Seit nunmehr fast 2 Monaten ist unser Reitplatz nicht nutzbar, was bedeutet, dass wir immer mit dem Hänger in den Nachbarortt fahren müssen, um Reitunterricht machen zu können. Ich kann dazu noch sagen, dass ich, da ich keinerlei weitere probleme brauchen kann, NUR den reinen Materialwart in Höhe von 350€ beanstandet habe. Mit einer Warenauflistung als Nachweis. Die Arbeitsstunden pp hätten wir nicht berechnet, da wir den Zaun selbst reapriert hätten.
Nun meine Frage, wie gehe ich weiter vor? Wir brauchen vorm Winter diesen Platz dringend. Kann ich eine Frist setzen, innerhlab welcher der Schaden behoben werden muss? Und kann ich, sollte wider Erwarten tatsächlich die Versicherung so lange brauchen, verlangen, dass der Pferdehalter in Vorlage tritt?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach Ihrer Schilderung wurde der Zaun zweifelsfrei durch eines der fremden Pferde beschädigt. Der Pferdehalter hat Ihnen daher gemäß § 833 BGB den hierdurch entstandenen Schaden zu ersetzen.

Setzen Sie hierfür nachweisbar schriftlich eine letzte Frist. Reagiert der Pferdehalter nicht fristgemäß, können Sie ihn direkt in Anspruch nehmen und brauchen sich nicht auf die Versicherung verweisen zu lassen. Denn es haftet hier der Pferdehalter selbst, er muss dann ggf. seine Kosten bei seiner Versicherung einfordern.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 28.10.2017 | 13:27

Vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich habe noch eine abschließende Frage und hoffe, dass Sie mir diese noch beantworten können. Ich hatte bislang eigentlich nur den reinen Materialwert in Höhe von 350€ geltend gemacht. Da ich diese Leute einfach vom Stall weg haben und so wenig Kontakt wie möglich haben wollte, ich hatte auf eine schnelle Abwicklung gehofft, es gab noch mehrere andere Vorfälle, insgesamt sitze ich auf Schäden von gut 1300€, die ich aber leider nicht alle nachweisen kann. Sollte auf mein Schreiben mit der Fristsetzung keine Reaktion erfolgen, würde ich mir ja spätestens dann einen Rechtsbeistand suchen müssen. Wenn es wirklich auf so einen Aufwand hinaus läuft, bei allem, was hier hier darüber hinaus noch "schlucken" mussten, dann würde ich allerdings auch keinerlei Entgegenkommen mehr zeigen und würde einen Kostenvoranschlag einholen und alles von einer Firma machen lassen, was einen mehr als doppelt so hohen Wert bedeutet. Daher nun meine Frage, muss ich dies dann vorab schon tun und in meinem Anschreiben sofort diesen Preis fordern? Oder kann ich darauf hinweisen, dass im Falle einer nicht fristgerechten Zahlung ein Anwalt eingeschaltet und das Ganze über eine Firma abgewickelt wird? Das wäre dann ja eben nicht der Betrag den ich meinem Anschreiben gefordert hätte. Traurig genug dass es überhaupt so weit kommen muss.
Mit freundlichen Grüßen,


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.10.2017 | 14:31

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Schreiben Sie am Besten, dass Sie im Sinne einer schnellen und gütlichen Einigung zunächst mit dem Teilbetrag zufrieden wären und dann die Entscheidung der Versicherung abwarten würden. Schreiben Sie aber auch, dass Sie bei fruchtlosem Fristablauf den vollen Schadensersatz, der sich voraussichtlich auf etwa 1.300 € belaufen wird, mit anwaltlicher Hilfe geltend machen werden.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


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