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Schaden durch Handwerker

12.03.2014 10:59 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Sehr geehrte Damen und Herren,

im ersten Halbjahr 2013 habe ich umfangreiche Renovierungsarbeiten an unserem Einfamilienhaus durchführen lassen, darunter auch der Einbau einer neuen Ölheizung samt Warmwasserspeicher mit Solarversorgung.

Der Einbau erfolgte 22. KW 2013.

Dabei wurde der laut Auskunft des Heizungsbauers 300kg schwere Warmwasserspeicher per Hand über die Innentreppe in unserem Haus in den Keller gewuchtet. Dabei standen z.T. drei kräftige Männer samt Speicher auf unserer Treppe.

Es handelt sich dabei um eine freischwebende Steintreppe, die lediglich in der Wand verankert ist. während dises Manövers wurde die Treppe nicht verstärkt , bzw unterstützt.
Etwa eine Woche später fiel mir auf, dass sich die oberste Stufe verschoben hatte; bei genauer Betrachtung zeigten einzelne Stufen Rissbildungen im Bereich der Wandverankerung.

Das Haus datiert von ca. 1976, die Treppen sind abgesehen von kleineren Reparaturen an den Steinen original. Es bestanden keine strukturellen Vorschäden.

Als ich dem verantwortlichen Firmenbesitzer den Schaden zeigte, war er zunächst wenig angetan die Verantwortung zu übernehmen. Er wollte sich zunächst um ein Gutachten seitens einer ihm bekannten Architektin kümmern. Vor zwei Monaten schließlich bat er mich darum ich möge mich selber um ein Gutachten kümmern.

Leider hatte ich mich immer wieder abspeisen lassen und ergreife jetzt erst die Initiative. Einen Schriftverkehr hat es in dieser Sache noch nicht gegeben. Ein Gutachten bzw. Kostenvoranschlag von einem Treppenbauer existiert bisher nicht.

Meine Fragen: Welche Möglichkeiten bleiben mir in diesem Stadium; was sollten meine nächsten Schritte sein? Worauf muss ich achten?

Mit freundlichen Grüßen




Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Hier dürfte eine zum Schadensersatz verpflichtende Eigentumsverletzung des Handwerkbetriebs bzw. dessen Erfüllungsgehilfen vorliegen. Dies gilt wohl unproblematisch, wenn die Verbringung des Speichers ohne Beschädigung der Treppe möglich gewesen wäre, entsprechende Absicherungen bzw. Verstärkungen aber fahrlässig unterlassen wurden. Aber selbst wenn dieser Vorgang auch bei Beachtung der Sorgfaltspflicht nicht ohne Beschädigung der Treppe möglich gewesen wäre, hätte der Handwerker Sie vorher auf dieses Risiko aufmerksam machen müssen, sodass eine Pflichtverletzung gemäß § 241 Absatz 2 BGB vorliegen dürfte.

Sie haben daher Anspruch auf Schadensersatz gemäß der §§ 280 ff. BGB. Der Handwerksbetrieb hat "den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre", oder aber den Schaden zu ersetzen (vgl. § 249 BGB).

Da hierzu bisher noch keine schriftliche Korrespondenz erfolgt ist, sollten Sie aus Beweisgründen umgehend den Handwerksbetrieb nachweisbar schriftlich unter genauer Beschreibung des Schadens auf den Schaden aufmerksam machen und unter angemessener Fristsetzung die Behebung des Schadens fordern. Zudem sollten Sie ein Schadensprotokoll anfertigen mit Ort, Datum, Zeitpunkt, Name des Handwerkers, Beschreibung des Schadens. Sie sollten zudem Fotos anfertigen und den Schaden durch Dritte (z.B. Nachbar) bezeugen lassen (idealerweise schriftlich).

Weigert sich der Handwerksbetrieb, den Schaden zu beseitigen bzw. besteht er weiterhin auf ein Gutachten, sollten Sie sich dies schriftlich geben lassen, damit Sie später nicht auf den Gutachterkosten sitzen bleiben. Anschließend können Sie einen Sachverständigen beauftragen, der den genauen Schaden und die Verursachung dann feststellen kann. Sollte sich hierbei wie erwartet herausstellen, dass der Handwerker für den Schaden verantwortlich ist, und verweigert der Handwerker dennoch weiterhin den Schadensausgleich, sollten Sie einen auf Baurecht spezialisierten Anwalt vor Ort beauftragen. Behalten Sie hierbei bitte auch die dreijährige Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche (§ 195 ff. BGB) im Auge.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

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