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Schaden druch Handwerker


18.06.2005 22:46 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe eine Zimmereifirma beauftragt, mein Dach zu sanieren.
Dabei kam es zu folgendem Zwischenfall:

Ein Zimmereiangestellter hatte am letzten Tag Restarbeiten auf dem Dach auszuführen und ich selbst war nicht anwesend. Um auf durch ein Dachfenster das Dach zu gelangen, stellte er eine Leiter auf den Bühnenboden, bei dem zuvor die Bodenbretter entfernt wurden. Die Leiter wurden ohne weitere Sicherung von dem Angestellten auf die nun sichtbaren Balken gestellt, obwohl diverse Bretter und Holzplatten vorhanden waren, um eine sichere Standfläche zu bilden.

Nun ging der Handwerker über diese Konstruktion immer wieder ein und aus. Es kam wie es kommen musste:
Bei einem erneuten Einsteigen rutschte er ab, und die Leiter fiel um. Der Angestellte fiel auf den Boden. Ihm selber passierte glücklicherweise ausser ein paar Schrammen nichts.

Der darunterliegende Raum hatte nicht dieses Glück. Die Leiter schlug ein kleineres Loch ich die darunterliegende Decke, der Angestellte mit deinem Fuss ein weitaus grösseres.
Das darin enthaltene Strohmattengewebe wurde beschädigt und der Putz samt Tapete wurden durchbrochen, so das man nun von Unten durch die Decke auf die Bühne blicken konnte.

Die Betrefende Firma wollte zuerst die schadhaften Stellen einfach verspachteln , tapezieren und neu streichen. Eine Nachfrage meinerseits bei einer Malerfirma ergab, das eine solche Arbeit nicht Fachgerecht wäre, und daduch Folgeschäden zu erwarten sind. Auch wäre die Reparaturstelle selbst nach der Repraratur noch sichtbar. Laut den Malergeschäften ( habe dann bei mehreren Firmen nachgefragt ), muss die Komplette Decke nach Reparatur erst wieder komplett neu plangezogen werden, dann die gesamte Decke Tapeziert und gestrichen werden.

Nun meine Fragen:

Habe ich Anspruch auf eine fachgerechte vollständige Erneuerung der Decke, oder muss ich mich mit einer Flickarbeit , die nach Reparatur noch zu sehen ist, zufriedengeben.

Wie verhält es sich nach Reparatur ( egal welche ), mit der Gewährleistung für diese Reparatur gegenüber der verursachenden Zimmereifirma, da diese ja nicht eingentliche Gegenstand der ursprünglich Beauftragung war.Auch im Hinblick auf mögliche Folgeschäden.

Bei Reparatur des Schadens wird der Raum mehrere Tage ( ggf. sogar 1-2 Wochen )nicht nutzbar sein. Unglücklicherweise handelt es sich bei diesem Raum um die einzige Küche im Haus. Kann ich hier Ansprüche geltend machen und wenn ja welche ?

Vielen Dank vorab.

Mit freundlichen Grüssen

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Guten Abend,

unbezweifelbar ist zunächst anhand Ihrer Schilderung, daß die von Ihnen beauftragte Zimmereifirma für den Schaden, den der Arbeiter der Firma verursacht hat, haftet. Dies regelt § 278 BGB, der wie lautet:

"Der Schuldner hat ein Verschulden seines gesetzlichen Vertreters und der Personen, deren er sich zur Erfüllung seiner Verbindlichkeit bedient, in gleichem Umfang zu vertreten wie eigenes Verschulden. Die Vorschrift des § 276 Abs. 3 findet keine Anwendung."

Im Klartext heißt diese Norm, daß der Inhaber der Zimmerei für den Schaden so haftet, als hätte er den Schaden selbst herbeigeführt. Daß der Arbeiter dabei fahrlässig und damit schuldhaft gehandelt hat, ist eindeutig.

Es geht also allein um die Höhe des Schadensersatzes, wobei wir bei Ihren Fragen sind:

a)
Grundsätzlich haftet derjenige, der einen Schaden verursacht, auf den sogenannten Naturalersatz. Dies bedeutet, er muß den Zustand des Objektes so herstellen, wie er vor der schadensstiftenden Handlung war. Sie müssen sich nach diesem Grundsatz also nicht auf die von Ihnen geschilderte Flickarbeit verweisen lassen.

Von diesem Grundsatz gibt es allerdings nach § 251 II BGB eine Ausnahme: Dann, wenn die Herstellung nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich, ist eine Entschädigung in Geld möglich. Dies ist allerdings ein Begriff, der ein weites Ermessen ermöglicht. Hier spielt zu Ihren Gunsten sicherlich die stümperhafte Schadensentstehung eine Rolle. Je fahrlässiger der Schaden herbeigeführt wird, desto größer ist die Last, die man dem Schädiger aufbürdet, um den Schaden auch wieder zu beseitigen. Eine abschließende Beurteilung ist hier erst möglich, wenn ich die ungefähre Zahlen für die Beseitigung kenne.

b)
Für Ihren Schadensersatzanspruch beläuft sich die Verjährungsfrist auf drei Jahre ab Kenntnis des Schadens, wobei die Frist erst zu Ende des Jahres zu laufen beginnt. Ansprüche aus dem ursprünglichen Schadensfall verjähren also mit dem 31.12.2008.
Wenn im Rahmen der Reparatur neue Schäden auftreten, beginnt für diese Schäden eine eigenständige Verjährungsfrist, ebenfalls von drei Jahren ab Ende des Jahres und Kenntnis.

Der Gesetzgeber hat im übrigen die immer wieder diskutierten Unterschiede in der Verjährungsfrist von direkten Schäden und Mangelfolgeschäden seit dem 01.01.2002 aufgehoben. Es gilt jetzt einheitlich die oben zitierte Verjährungsfrist.

c)
Ansprüche hinsichtlich der Nichtnutzung der Küche sind in zwei Richtungen denkbar:

Zum einen haben Sie einen möglichen Ersatzanspruch wegen zusätzlicher Aufwendungen. Hier wäre etwa denkbar, daß Sie Mehrkosten für eine Verpflegung außer Haus. Sie müßten allerdings jeweils die Ursächlichkeit zwischen Küchenausfall und Restaurantbesuch belegen. Zudem haben Sie eine Schadensersatzminderungspflicht.

Zum zweiten denkbar wäre eine Nutzungsausfallentschädigung, wenn Sie Ihre Küche für einen bestimmten Zeitraum nicht nutzen können -etwa wie die Entschädigung bei einem PKW während der Reparatur.
Die Rechtsprechung ist hier allerdings ausnehmend zurückhaltend. So hat das Landgericht Osnabrück 1998 in einer Entscheidung den astronomischen Betrag von seinerzeit 5,- DM als tägliche Entschädigung zugesprochen. Dieser Aspekt läßt sich also eher vernachlässigen.

Denken Sie auch daran, daß Sie die erforderlichen Aufwendungen, etwa für eine Rechtsberatung, auch beim Gegner zur Erstattung geltend machen können. Dazu zählen auch die Kosten dieser Anfrage.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung, bitte aber vorsorglich um Verständnis, daß ich erst am Montag wieder erreichbar bin.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 18.06.2005 | 23:26

Sehr geehrte Damen und Herren,

die fachgerechte Beseitigung des Schadens würden sich laut Aussage verschiedener Malermeister auf ca. 600-800 € belaufen.
Wäre dieser Kostenaufwand in diesem Fall verhältnissmässig ?

Vielen Dank vorab

Mit freundlichem Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.06.2005 | 09:13

Guten Tag,

ohne daß ich die Kosten für die nur behelfsmäßige Schadensbeseitigung kenne, habe ich keinen Zweifel, daß eine Betrag von 600,- - 800,- EUR noch verhältnismäßig ist. Hier spielt dann, wie ja auch bereits geschildert, das Ausmaß der Fahrlässigkeit zu Ihren Gunsten eine erhebliche Rolle.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

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