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Schaden bei einer Autoreparatur

| 08.02.2017 10:38 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Zusammenfassung: Recht zur zweiten Andienung bei Mängel im Werkvertrag, bei der Reparatur eines Auto durch die Werkstatt. Vorrang der Nacherfüllung gegenüber der Selbstvornahme

Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Auto (BMW 530d Touring ) wurde in einer Werkstatt repariert.
Bei Abholung des Fahrzeuges teilte man mir mit, dass an der Stoßstange ein erheblicher Schaden durch Unachtsamkeit entstanden ist.
Die Stoßstange muss erneuert werden.Soweit ist die Situation unstrittig.
Der Werkstattbetreiber will den Austausch selber machen.
Die Werkstatt ist kein Karosseriefachbetrieb.
Meine Vorstellung geht nun dahin, dass der Austausch in einem solchen
Betrieb durchgeführt werden sollte.
Der Betreiber der Werkstatt teilte mir nun mit, dass ich Ihm die Gelegenheit geben MUSS den Schaden zu beseitigen.
Wie würden Sie den Fall beurteilen?
Vielen Dank für Ihre Hilfe.
Mit freundlichem Gruß
Reinhold Prangenberg

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich muss Ihnen gleich zu Eingang mitteilen, dass der Werkstattbetreiber wohl Recht hat.

Zunächst handelt es sich bei Ihrem Reparaturauftrag um einen Werkvertrag, § 611 BGB. Wenn bei einem solchen Werkvertrag Mängel auftreten (und nichts anderes ist die Beschädigung Ihres Wagens) stehen Ihnen als Besteller die Mängelrechte nach § 634 BGB zu.
Dies sind namentlich die Nachbesserung (Nacherfüllung), die Selbstvornahme, der Rücktritt und der Schadensersatz.

Sie selbst bevorzugen die Selbstvornahme, diese ist in § 637 BGB geregelt, setzt jedoch voraus, dass dem Unternehmer, also der Werkstatt, zuvor die Gelegenheit zur Nacherfüllung gegeben wurde.
Hiervon kann nur in wenigen Fällen abgewichen werden, die jedoch in Ihrem Fall nicht vorliegen dürften:

Eine Weigerung zur Nacherfüllung liegt nicht vor, auch ist diese bisher nicht fehlgeschlagen. Sodann bliebe nur noch eine Unzumutbarkeit für Sie, eine Nacherfüllung durch die Werkstatt durchführen zu lassen.
Eine Unzumutbarkeit wäre gegeben, wenn Ihr Vertrauen in die Werkstatt an sich unwiederbringbar verloren wäre. Das könnte man annehmen, wenn mehrfach fehlgeschlagene Versuche vorliegen. Hier ist jedoch erstmalig ein Fehler geschehen, wenn man dies schon für eine Unzumutbarkeit ausreichen lassen würde, würde der Regelfall der vorherigen Nacherfüllung ausgehölt und diese Anordnung durch den Gesetzgeber sinnlos.

Auch muss beachtet werden, dass anscheinend lediglich ein Austausch stattfinden muss, dieser kann jedoch auch von einer „normalen" Werkstatt durchgeführt werden, auch wenn diese kein Fachbetrieb ist.
Jedoch ist die Werkstatt verpflichtet, die Nacherfüllung ordnungsgemäß und vollständig zu erbringen, sprich, sie muss Ihr Auto so reparieren, dass der Schaden an der Stoßstange gänzlich beseitigt ist. Es darf als keine qualitativ schlechte Arbeit sein.

Sollte also die Reparatur an der Stoßstange fehlschlagen, dann kann eine Selbstvornahme gerechtfertigt sein. Grundsätzlich müssen Sie der Werkstatt jedoch die Möglichkeit geben, ihren Schaden zu beseitigen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Marco Lott
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.02.2017 | 13:26

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Lott,

vielen Dank für Ihre Ausführliche Anwort.

Der Werkvertrag hatte eine Reparatur am Motor bzw. an der Abgasanlage
als Hintergrund. Karosseriearbeiten waren nicht Gegenstand des Auftrages.
Hier hatte ich mich sicherlich etwas unverständlich ausgedrückt.

Die Stoßstange ist durch unachtsamkeit beim Ausfahren aus der Werkstatt
beschädigt worden.
Bitte diesen Sachverhalt bei der Betrachtung der Situation nochmals prüfen

Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichem Gruß

Reinhold Prangenberg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2017 | 14:59

Dies ändert die Einschätzung tatsächlich:

In diesem Fall liegt eine Nebenpflichtverletzung vor, die Werkstatt hat mit der ihr übergebenen Sache (vorliegend das Auto) sorgsam umzugehen, so dass keine weiteren Schäden entstehen.

Sie haben daher grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch, dieser besteht in der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes.

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: Reparatur durch die Werkstatt oder Schadensersatz in Geld.
Beim Schadensersatz in Geld bekommen Sie den Schaden quasi ausbezahlt, dies kann auch die Rechnung einer anderen Werkstatt sein, wie in Ihrem Fall eine Fachwerkstatt.

Aber Sie sollten beachten, dass auch wenn Sie grundsätzlich eine Fachwerkstatt aufsuchen können, die Rechnung nicht in jedem Fall komplett bezahlt wird.
Bestreitet die verursachende Werkstatt die Schadenshöhe (also die Rechnungshöhe der Fachwerkstatt), wird es zu einem Rechtsstreit kommen, in welchem dann wohl ein Gutachter den Schaden beziffern müsste. In diesem Gutachten wird dann der ortsübliche Stundensatz zugrundegelegt werden, welcher in der Regel unter dem von Fachwerkstätten liegt.

Sollte also das Gutachten zu dem Ergebnis kommen, die Fachwerkstatt war zu teuer und der Schaden hätte auch von einer "normalen" Werkstatt vollständig beseitigt werden können, würden Sie auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben.

Ich möchte daher anraten, wenn Sie eine Reparatur wünschen und keine reine Auszahlung eines unreparierten Schadens (was auch möglich wäre), diese bei der verursachenden Werkstatt durchführen zu lassen. Sollte diese den Schaden nicht ordnungsgemäß beheben können, haben Sie noch immer die Möglichkeit eine andere Werkstatt aufzusuchen.
Auf diese Art können Sie jedoch sicher sein, dass der Schaden zügig repariert wird und auch keine weiteren Kosten in Form von Rechtsverfolgungskosten anfallen.

Im Falle eines Rechtsstreites müssten nämlich Sie in Vorleistung gehen, da Sie der Kläger wären, Sie müssten daher zumindest die Gerichtskosten vorschießen.

Sollten Sie sich dennoch entscheiden, eine Fachwerkstatt mit der Reparatur zu beauftragen, sollten Sie die Schadensverursachung zuvor schriftlich unstreitig stellen. Auch wenn gegenwärtig alles unstreitig ist, bedeutet dies nicht, dass im Falle eines Rechtsstreites alles unstreitig bleibt. Da Sie die Beweislast hätten, müssen Sie also schon jetzt versuchen so viele Beweise wie möglich zu sammeln.


Mit freundlichen Grüßen


Marco Lott
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 08.02.2017 | 15:29

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Sehr gerne würde ich seine weitere Hilfe bei Bedarf annehmen."
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die positive Bewertung. Es freut mich, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte. Gerne stehe ich Ihnen auch für künftige Frage, oder Probleme zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Marco Lott
Rechtsanwalt
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