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Schaden an Holzspalter über Hausratversicherung?

16.02.2008 09:56 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler


Hallo!
Habe folgendes Problem…
Mein Haus besitzt eine Holz-Zentralheizung, sowie einen Kaminofen. Beides wird mit Brennholz befeuert. Um das Holz nicht per Hand spalten zu müssen, habe ich im Jahr 2005 einen hydraulischen Profi-Holzspalter für 2.500€ angeschafft, welcher bei mir zu Hause in der Garage steht. Dieser Spalter wird an einen Trecker angebaut und auch von diesem angetrieben. Da ich Landmaschinenmechaniker bin habe ich mich bewusst für diesen qualitativ hochwertigen Spalter entscheiden, da ich mir nicht für 500€ ein Baumarktgerät kaufen wollte, was nach wenigen Jahren Mängel aufweist. Außerdem sind die Mengen an Holz die ich für jeweils 1 Jahr brauche nicht gerade wenig. Dieses sollte somit ein Spalter für 20 Jahre und mehr sein.
Vor einigen Wochen habe ich mit dem Spalter gearbeitet und diesen für die kurze Zeit von wenigen Tagen wo ich diesen im Jahr benutze jeweils über Nacht bei einem sehr guten Freund von mir in dessen Scheune seines landw. Betriebs untergestellt, um nicht jeden Abend den langen Weg damit zu mir nach Hause zu fahren. Betrieben habe ich den Spalter mit einem seiner Traktoren, da ich dort immer Helfe wenn mal Not am Mann ist und somit das Prinzip gilt „Eine Hand wäscht die andere", da wir auch eng befreundet sind.
Dummerweise hat jemand in dieser Zeit die Scheune über Nacht angesteckt und sie brannte völlig nieder. Die Kripo hat Brandstiftung ermittelt. Täter unbekannt. Ein Gesamtschaden von ca. 500.000 Euro an Scheune und sämtlichen eingestellten Maschinen war die Folge. Somit erlitt auch mein Holzspalter einen Totalschaden, wie auch meine Spaltaxt und meine Motorsäge mit Benzinmotor.
Die landw. Maschinen meines Freundes waren versichert. Pauschal hat seine Versicherung dann eine Höhe von 7.000€ für übrige Kleingeräte angesetzt, die bei dem Feuer vernichtet wurden. Natürlich reicht dieser Betrag lange nicht für den tatsächlichen Schaden aus.
So dachte ich, ist ja nicht schlimm, denn der Spalter ist mein Eigentum, stand nur für ein paar Tage in der Scheune und somit habe ich die Rechnung bei meiner Versicherung eingereicht um dieses über die Außenversicherung meiner Hausratversicherung abzuwickeln.
Gestern rief mich dann der Sachverständige der Versicherung an. Dieses ist derselbe Sachverständige der auch den Gesamtschaden an der Scheune aufgenommen hat, da der Besitzer des landw. Betriebes und ich bei derselben Versicherung sind.
Laut Aussage des Sachverständigen werden mir die Axt und die Motorsäge über die Außenversicherung der Hausrat ersetzt, der Spalter jedoch nicht. Seine Begründung lautet: „Bei so einem Spalter handelt es sich nicht um Hausrat und schon gar nicht um den üblichen Hausrat den der Normalverbraucher in der Garage stehen hat und von der Größenordnung her ginge das in den gewerblichen Bereich. Außerdem ist er ohne einen Trecker als Antrieb nicht Einsatzfähig. Hätte er einen eigenen Motor, sähe es etwas anders aus. Tut uns leid."
Damit gebe ich mich allerdings nicht zufrieden.
1. Eine Axt und eine Motorsäge besitzt auch nicht jeder „Normalverbraucher" aber werden ersetzt!?
2. Der Spalter wird nicht gewerblich genutzt, sondern ausschließlich von mir privat für den häuslichen Gebrauch.
3. Laut der Versicherungsbestimmungen meines Versicherers heißt es darin: „….versichert sind Hausrat und Geräte, die dem häuslichen Gebrauch dienen oder nützlich sind." Und wofür ist der Spalter? Zum Holz spalten, um mit diesem Holz mein Haus zu heizen und somit dient er sehr wohl dem häuslichen Gebrauch.
4. Bei einem Freund brannte mal die Garage aus. Durch das Feuer brannte sein Profi-Rennrad für über 2.000€ mit ab. Ersetzt hat es ihm seine Hausratversicherung des selben Versicherers. Stellt sich mir die Frage, welcher „Normalverbraucher" hat ein Fahrrad für über 2.000€??? Dieser Freund betreibt das nur als Hobby.
5. Als ich den Spalter 2005 angeschafft habe, fragte ich in meiner Versicherungsagentur nach, ob und wenn ja, wie ich diesen versichern muss. Daraufhin wurde mir mündlich gesagt, versichern müsse ich ihn nur wenn ich ihn dauerhaft woanders abstellen würde. Ansonsten, wenn er zu Hause bei mir steht, bräuchte ich das nicht. War nach dieser Aussage beruhigt, denn der Versicherungsvertreter wohnt bei uns im Ort und unsere ganze Familie ist seit ewigen Zeiten mit allem bei dieser Versicherung über diese Agentur versichert.
6. In den Versicherungsbestimmungen steht nicht drin, dass z.B. größere Geräte wie z.B. Holzspalter vom Versicherungsschutz ausgenommen sein sollen und angeblich nicht zum Hausrat zählen.
7. Aus meiner Sicht völliger Schwachsinn ob dieser Spalter einen eigenen Antrieb über einen eigenen Motor besitzt oder nicht.
8. Ein anderer Freund von mir, der Versicherungsagent bei einer anderen Versicherung ist, hat darüber nur gelacht und mir versichert: „Das ist sehr wohl Hausrat und muss auf jeden Fall ersetzt werden."
9. Auf meine Frage hin an den Sachverständigen, wie ich denn den Spalter hätte sonst versichern müssen, konnte dieser mir keine explizite Antwort geben und redete nur drum rum.
Wer ist im Recht? Zählt der Spalter zum Hausrat oder nicht? Am liebsten würde ich mich über den Sachverständigen bei dessen Vorgesetzten beschweren und wenn auch das nicht hilft, die Versicherung verklagen. Wozu zahle ich Prämien und wenn dann wirklich mal ein Schaden ist, stellen die sich quer und ich bekomme nur dumme und unqualifizierte Aussagen.
Welchen Rat geben Sie mir, was ich tun soll?

Vielen Dank!

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Der Inhalt und Umfang Ihres Versicherungsschutzes ergibt sich zunächst einmal nach Ihren konkret vereinbarten Versicherungsbedingen und den vereinbarten Tarifen. Sehen Sie diese daher noch einmal auf einschlägige Vorschriften konkret durch. Darin können insbesondere Ein- und Ausschlüsse vereinbart sein, die eine andere Beurteilung rechtfertigen können.

Für die Umschreibung des Hausrates werden Formeln, wie auch die von Ihnen zitierte „Dazu gehören alle Sachen, die in einem Haushalt zur Einrichtung oder zum Gebrauch oder zum Verbrauch dienen.“ genutzt. Hausrat steht dabei als Inbegriff für alle Sachen, die nach der Verkehrsansicht zu einem privaten Haushalt gehören. Dementsprechend besteht umfassender Versicherungsschutz soweit nicht vertraglich bestimmte Sachen ausdrücklich ausgeschlossen sind.

Grundsätzlich gesagt ist somit beim Umfang des Versicherungsschutzes abzugrenzen, zwischen Sachen, die zum Haushalt gehören und in zum Haushalt gehörenden Räumen untergebracht sind und solchen, die beruflichen oder gewerblichen Zwecken dienen und die in Räumen untergebracht werden, die diesen Zwecken dienen. Für letzte greift grundsätzlich die Hausratsversicherung nicht ein.

Hinsichtlich Arbeitsgeräten und Einrichtungsgegenständen - nicht Handelswaren -, die dem Beruf oder dem Gewerbe des Versicherungsnehmers oder einer mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebenden Person dienen gilt, dass diese von den allgemeinen Versicherungsbedingungen grundsätzlich umfasst werden, im Einzelfall allerdings durch die Versicherung vom Versicherungsschutz ausgenommen werden.

Versichert sind somit nur Sachen, die der privaten Nutzung dienen, und nicht solche, die beruflich oder gewerblich genutzt werden. Maßgebend für die Zuordnung zur privaten oder gewerblichen Nutzung ist dabei nicht, ob eine Sache beruflich oder gewerblich nutzbar ist. Es kommt allein darauf an, ob der Versicherungsnehmer die betreffende Sache beruflich/gewerblich oder privat nutzt; werden beispielsweise Gerätschaften und Maschinen für eine Hobbytätigkeit eingesetzt, so sind sie der privaten Nutzung zuzuordnen.

Die Versicherung will Ihren Spalter aufgrund seiner Art dem gewerblichen Bereich zuordnen. Da dies nach Ihrer Schilderung tatsächlich nicht der Fall ist, sollten Sie die rein private Nutzung aufgrund der konkreten Beheizungsart und der nur vorübergehende Unterstellung noch einmal genau gegenüber der Versicherung schildern und den Einwand der gewerblichen Nutzung entkräften.

Soweit sich die Versicherung danach endgültig weigern sollte und Ihnen dies in einer abschließenden Stellungnahme mitteilt, verbleibt Ihnen nur gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Soweit vorgesehen, kann auch die Einleitung eines Sachverständigenverfahren sinnvoll sein.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -


www.ra-freisler.de
www.kanzlei-medizinrecht.net




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