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Schaden

02.11.2018 17:52 |
Preis: 35,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


20:02

Zusammenfassung: Beim Abzug neu für alt ist die voraussichtliche Dauer der Nutzungsmöglichkeit heranzuziehen und der Abzug prozentual nach dem Anteil der bereits verstrichenen Zeit zu bestimmen. Der Neupreis ist sodann um diesen Betrag zu kürzen. Unter bestimmten Umständen kann der Abzug aber höher sein.

Habe im selbständiger Tätigkeit eine Kaschmir Decke kaputt gewaschen die Versicherung will den Schaden nicht übernehmen. Ich werde für den Schaden aufkommen, weiß aber nicht wie viel dem Geschädigten noch zusteht. Habe im Internet gesucht , die Regelung neu für alt gefunden, ist mir aber nicht ganz klar wie ich das umsetzen soll, er behauptet der NP für die Kaschmirdecke war 3 200,€ ca 2,5 Jahren alt. Weigert sich auch meine Rechnung für den letzten Monat bezahlen ...
Lieben Dank im Voraus, liebe Grüße
02.11.2018 | 19:05

Antwort

von


(138)
Am Mittelhafen 16
48155 Münster
Tel: 0251-203 188 06
Tel: 0176-614 836 81
Web: http://immoanwalt.nrw
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre berechtigte Anfrage, die aus meiner Sicht drei wichtige Themen enthält, nämlich 1. Abzug neu für alt beim Schadensersatz, 2. Versicherungsfall bzw. Schadensereignis und 3. Ihre Rechnung.

1. Abzug neu für alt

Der Abzug bzw. Wertausgleich neu für alt ist ein Fall der Vorteilsausgleichung, siehe hierzu u.a. meinen Fachartikel unter https://www.anwalt.de/rechtstipps/sowiesokosten-und-vorteilsausgleichung_111036.html

Wenn Schadensersatz für eine ältere Sache geleistet oder eine gebrauchte Sache durch eine neue ersetzt wird, so ist ein solcher Abzug in der Regel tatsächlich gerechtfertigt und wird nur ausnahmsweise abgelehnt.

Hintergrund ist das sogenannte Bereicherungsverbot: Der Geschädigte soll durch den Schadensersatz letztlich nicht besser gestellt werden, als er ohne den Schaden stünde. Denn das wäre ansonsten eine sogenannte Überkompensation, die unzulässig ist.

Ein Abzug neu für alt ist nur dann nicht vorzunehmen, wenn die Anrechnung des Vorteils für den Geschädigten unzumutbar wäre. Das ist aber hier nicht der Fall: Der Geschädigte ist nicht dringend auf die Decke angewiesen und dürfte wirtschaftlich durchaus in der Lage sein, die Mehrkosten für eine neue Decke zu tragen. Zudem liegen Anhaltspunkte vor, dass schon zum Zeitpunkt des Schadensfalles der Gebrauchswert der alten Decke reduziert war. Denn ansonsten hätte der Geschädigte die Decke ja nicht in die Reinigung gegeben. Vorliegend dürfen Sie den Abzug neu für alt also in jedem Falle vornehmen.

Es ist dabei die voraussichtliche Dauer der Nutzungsmöglichkeit heranzuziehen und der Abzug prozentual nach dem Anteil der bereits verstrichenen Zeit zu bestimmen. Der Neupreis ist sodann um diesen Betrag zu kürzen.

Beispiel:

Nehmen wir einmal an, die Kaschmir-Decke hätte ohne Beschädigung 10 Jahre halten können, was wohl realistisch ist. Dann können Sie mindestens ein Viertel vom Neupreis - hier also 800 EUR (sofern die Angabe des Geschädigten zum Neupreis stimmt) - abziehen. Da der Wertverlust gerade am Anfang des Gebrauchs besonders hoch ist, würde ich hier aber eher 1.000 EUR abziehen. Der tatsächliche Wertverlust ist in der Regel ja eben nicht proportional zur Zeit. Das ist insbesondere beim Auto bekanntlich der Fall, dürfte aber auch bei einer Kaschmir-Decke zutreffen.

Sie könnten aber meiner Auffassung nach - zumindest zur Kontrolle - auch umgekehrt einmal im Internet recherchieren, was eine vergleichbare gebrauchte Kaschmir-Decke kosten würde, zB auf eBay. Die Differenz zum Neupreis können Sie dann abziehen. Denn nach § 249 BGB brauchen Sie den Geschädigten grundsätzlich eigentlich nur so zu stellen, wie er stehen würde, wenn das Schadensereignis nicht eingetreten wäre. Kostet eine vergleichbare Decke, die bereits 2,5 Jahre gebraucht ist, auf eBay oder anderswo also lediglich 2.000 EUR - was Sie nachweisen müssten - so können Sie mithin durchaus 1.200 EUR vom Neupreis abziehen.

In einem gerichtlichen Verfahren würde der Abzug neu für alt nach § 287 ZPO durch den Richter geschätzt.

2. Versicherungsfall bzw. Schadensereignis

Warum verweigert Ihre Versicherung die Übernahme? Aus meiner Sicht könnte es sich durchaus um ein Schadensereignis handeln, so dass die Versicherung eintrittspflichtig sein könnte, siehe hierzu meinen Fachartikel auf diesem Portal unter
https://www.123recht.net/ratgeber/baurecht-architektenrecht/Schadenereignis-in-der-Bauversicherung-__a158336.html

Anhand Ihres Versicherungsvertrags und des Ablehnungsschreibens wäre daher unbedingt noch näher zu prüfen, ob die Verweigerung Ihrer Versicherung überhaupt gerechtfertigt ist oder es sich nicht doch um einen Versicherungsfall handelt. Dies könnte im Rahmen einer Erstberatung näher geprüft werden. Schicken Sie mir dazu - falls gewünscht - gerne die Unterlagen unter meinen im Profil genannten Kontaktdaten zu.

3. Ihre Rechnung

Je nachdem, wie hoch Ihre Rechnung ist und was Sie dem Geschädigten wohl schon an Schadensersatz gezahlt haben, kommt hier insbesondere eine Mahnung unter Fristsetzung in Betracht.

Nach fruchtlosem Fristablauf könnten Sie dann auf Kosten des Geschädigten eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt - gerne mich - beauftragen, die bzw. der dann die Durchsetzung Ihrer (Rest-)Ansprüche in die Hand nehmen könnte. Sie können natürlich auch selbst einen Mahnbescheid beantragen oder eine Klage beim örtlich zuständigen Amtsgericht erheben, sofern der Betrag 5.000 EUR nicht übersteigt.


Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen weiterhelfen. Sollte etwas unklar sein oder Sie eine Vertiefung wünschen, so nutzen Sie bitte ohne Mehrkosten die Nachfrage-Option, damit ich Sie in jedem Falle rundum zufriedenstellen kann. Über die Abgabe einer vollen Bewertung ohne Abzug würde ich mich abschließend sehr freuen. In jedem Falle wünsche ich Ihnen alles Gute und verbleibe

mit den besten Grüßen

Dr. Andreas Neumann
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2018 | 19:54

Guten Abend Herr Neumann
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort, da liegt aber ein Missverständnis vor, er hat die Decke nicht in die Reinigung gebracht...Ich habe ein kleine Reinigungsfirma-Gebäude reinigung, Existenzgründer Kleinunternehmer. Außer Büros reinige ich auch private Haushalte,wie in diesen Fall, habe die Haushaltsnahe Reinigungsarbeiten gemacht und die Decke mitgewaschen, das Waschen der Wäsche gehörte zu meinen Tätigkeiten ( am Anfang des Arbeitsverhältnisses vereinbart) , die Versicherung weigert sich es zu übernehmen da ich meine selbstständige Arbeit bei denen als Gebäudereinigung versichert habe obwohl im Vertrag auch Tätigkeiten in anderen Hanwerken nach Paragraph 5 Hanwerksordnung mitversichert sind. Ich habe in dem Haushalt 2x die Woche ( ca 9 Stunden wöchentlich) auf Rechnung gearbeitet. Die Rechnung für Oktober weigern sie sich zu bezahlen wegen dem Schaden , auch wenn die wissen dass es mit der Versicherung immer noch im klären ist. Abgesehen davon würde ich den Schaden übernehmen aber nicht als Verrechnung mit meinem Lohn sondern als einmal Betrag ( Kreditaufnahme wahrscheinlich) wegen Steuer damit ich es abschreiben kann. Der herr hatte mir bis heute Abend das Ultimatum gestellt obwohl er weiß dass ich bis Sonntag im Ausland im Urlaub bin. Bis jetzt keine Rechnung gezeigt nur vorserung auf Zahlung wenn ich zitieren darf : Zum Einen wissen Sie ja genau, dass Sie bezogen auf die Hermes Cashmeredecke einen Schaden von mehr als 3.000,-€ angerichtet haben. Einen Vorschlag von Ihnen, wie Sie den Schaden von ca. 3.500,-€ ausgleichen wollen( mündlich hat er gesagt die Decke hat 3200€ gekostet er hat schon eine neue gekauft da es die letzte im Europa mit dem gleichen Muster war) haben Sie nicht unterbreitet. Stattdessen bitten Sie um Bezahlung der letzten Aufträge
Ich erkläre insoweit die Aufrechnung gegenüber dem uns entstandenen Schaden und werde eine Zahlung vorerst nicht leisten.
Ich möchte klarstellen, dass es für uns ohne ohne Bedeutung ist, ob Versicherungsschutz besteht.
> Der Ersatzanspruch besteht gegenüber Ihnen!
> Ich erwarte bis zum Ende der kommendem Woche, also bis zum 2.11.2018 einen verbindlichen Zahlungsvorschlag Ihrerseits!!!
> Danach wird die Sache nur noch von meiner Kanzlei verfolgt!
Lieben Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.11.2018 | 20:02

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre ergänzenden Informationen. Diese ändern aber nichts an meiner Darstellung der Berechnung des Abzugs neu für alt, so dass ich an meiner Antwort nichts zu ändern brauche. Bitte lesen Sie sich meine erste Antwort aufmerksam durch.

Machen Sie ihm also am besten den Vorschlag, für die kaputte Decke 2.000 bis max. 2.400 EUR an Schadensersatz zu leisten.

Sofern Sie anwaltliche Unterstützung brauchen, können Sie mich gerne mandatieren.

Beste Grüße und in jedem Falle viel Erfolg

Andreas Neumann

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