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Sanierung im Miteigentum

| 11.10.2014 11:19 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Mein Schwager und ich besitzen ein Zwei-Familien-Haus im schlichten Miteigentum (50+50). Wir möchten das Haus eigentlich beide verkaufen, konnten uns aber bisher nicht über die Aufteilung des Erlöses einigen (mein Schwager möchte 60%). Mein Schwager ist vor ca. einem Jahr ausgezogen; seine Wohnung steht leer.

Nun gibt es ein akutes Problem: Die Öl-Zentralheizung (BJ. 1983) muss dringend vor dem Winter saniert werden. Sie war schon länger reparaturbedürftig, aber wir konnten uns nicht über die Aufteilung der Kosten einigen. In jeder Wohnung gibt es zusätzlich einen Kachelofen, der aber nur Wohn- und Esszimmer beheizt. Ich musste in der letzten Zeit schon mehrmals mehrere Wochen ins Krankenhaus und befürchte Schäden für das Haus, wenn es mehrere Wochen unbeheizt bleiben sollte.

Mein Schwager weigert sich nicht nur, 50% der Kosten zu übernehmen, sondern will die Sanierung vollständig verbieten. Darf er das?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei einfachem Miteigentum nach Bruchteilen im Sinne des § 741 BGB sieht § 744 BGB grundsätzlich eine gemeinsame Verwaltung vor. Gemäß § 744 Absatz 2 BGB ist aber ausnahmsweise jeder Miteigentümer "berechtigt, die zur Erhaltung des Gegenstands notwendigen Maßregeln ohne Zustimmung der anderen Teilhaber zu treffen; er kann verlangen, dass diese ihre Einwilligung zu einer solchen Maßregel im Voraus erteilen."

Beispiele für solche notwendigen Erhaltungsmaßnahmen, die ohne Zustimmung der anderen Teilhaber getroffen werden dürfen, sind bei Immobilien im Miteigentum z.B. die Reparatur schadhafter Sachen (BGH NJW 2012, 3582) oder das Ersetzen einer schadhaften Öl- durch eine Gasheizung (BVerfG NJW 1999, 1387).
Eine solche notwendige Erhaltungsmaßnahme scheint auch in Ihrem Fall vorzuliegen, sodass die Zustimmung Ihres Bruders hierfür nicht zwingend erforderlich ist. Die Kosten der Erhaltungsmaßnahme hat grundsätzlich jeder Miteigentümer nach dem Verhältnis seines Anteils zu tragen, § 748 BGB.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 11.10.2014 | 12:57

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"Ich hatte schon von einem "normalen" Anwalt eine gegenteilige Auskunft erhalten. Die Auskunft von Herrn Rechtsanwalt Wilking scheint mir aber plausibler, zumal sie mit genauen Zitaten aus den entsprechenden Paragraphen untermauert ist. "