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Sachmangel am Fahrzeug nach privatem Autokauf

27.03.2014 12:11 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor vier Wochen hatte ich ein Auto von Privat gekauft für 7500 € und knapp 77 000 km.

Beim Verkaufsgespräch sagte der Verkäufer das an dem Fahrzeug "alles gemacht ist", unter anderem die Batterie neu reingekommen ist. Das Auto sprang nach zwei Start -Versuchen nicht an. Beim dritten Mal meinte der Verkäufer ich sollte ein bischen Gas geben, tatsächlich brachte das etwas und das Auto sprang an. Ich dachte mir das Proplem wird nach ein paar Tagen des fahrens verschwinden, da das Auto nach Ausage des Verkäufers ein dreiviertel Jahr gestanden hatte. Das Problem besserte sich nach zwei Wochen leider nicht und ich brachte das Fahrzeug in die Werkstatt.

In der Werkstatt stellte sich nach einer langen Fehlersuche heraus, das der Anlasser und die Batterie als Folgeschaden wegen eines defekten Vorglührelais ebenfalls defekt waren und getauscht werden mussten. Die Reparatur kostete 1030 €. Das Vorglührelais, der Anlasser und die Batterie waren also schon zum Zeitpunkt des Kaufes defekt, weswegen das Auto nicht angesprungen ist. Bezeugen kann das meine Frau und mein Schwiegervater die beim Kauf dabei waren.

Da der Verkäufer keinen Kaufvertrag hatte, bat er mich einen zu schreiben. Ich hatte keine Ahnung was alles in einem Vertrag stehen muß, deswegen steht auch nicht der Sachmangel - Ausschluss drinn.

Da ich das Fahrzeug benötigte und zum Zeitpunkt der Reparatur auch nicht wusste das der Verkäufer die Möglichkeit zur Mangelbeseitigung erhalten muß, hatte ich den Mangel von der Werkstatt sofort beheben lassen.

Nun möchte ich eine Kaufpreisminderung in Höhe der Reparaturkosten vom Verkäufer erlangen indem ich ein Schreiben aufsetze und mich auf die Mangelbeseitigung bzw. Kaufpreisminderung berufe.

Meine Frage wäre:
Liege ich mit meiner Rechtlichen Einschätzung überhaupt richtig und stehen die Chancen gut das Geld wieder zu bekommen ohne einen Anwalt einzuschalten?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
Mit Freundlichen Grüßen
M.D.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Generell gilt, dass dem Verkäufer die Möglichkeit zur Nacherfüllung gegeben werden muss. Kosten einer eigenmächtigen Selbstvornahme muss der Käufer somit nicht tragen, wenn ihm keine Gelegenheit zur Nachbesserung gegeben wurde. Dies ist höchstrichterlich vom BGH entschieden worden und kann damit als feststehend angesehen werden (BGH, Urteil vom 21.12.2005 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%2049/05" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 21.12.2005 - VIII ZR 49/05: Rechtsstellung des Gebrauchtwagenkäufers; Obliegenheit zur Nac...">VIII ZR 49/05</a> ). Etwas anderes würde nur gelten, wenn Sie im Zeitpunkt der Reparatur (!) nicht damit hätten rechnen müssen, dass die Startschwierigkeiten auf einen Mangel im Sinne des <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/434.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 434 BGB: Sachmangel">§ 434 BGB</a> beruhten oder aber die Fristsetzung ausnahmsweise nach <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/323.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 323 BGB: Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung">§§ 323</a> , <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/440.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 440 BGB: Besondere Bestimmungen für Rücktritt und Schadensersatz">440 BGB</a> entbehrlich war. Beides ergibt sich leider aus Ihrer Schilderung nicht. Entbehrlichkeit könnte in etwa vorliegen, wenn der Verkäufer das Vorliegen eines Mangels bestritten hat, was nicht der Fall ist. Damit ist die einzige für Sie verbliebene Argumentation diejenige, dass Sie nicht damit haben rechnen müssen, dass ein Mangel im Sinne des Gesetzes vorliege. Dass wäre in etwa dann der Fall, wenn Sie einen Verschleiß angenommen hätten, dies aber tatsächlich nicht der Fall war. Des Weiteren kann argumentiert werden, dass der Verkäufer aufgrund fehlender Möglichkeit (keine eigene Werkstatt und kein eigenes Knowhow vorliegt) ohnehin keine Nachbesserung hätte vornehmen können. Hiergegen lässt sich jedoch einwenden, dass er zumindest selbst über die Werkstatt hätte entscheiden können.

Ob Sie damit bei einem Gericht durchdringen würden, kann daher nicht als sicher vorhergesehen werden. Das Risiko einer Klageabweisung wäre demnach nicht gering, da zu einem solchen Schritt sicher nur bei Bestehen einer Rechtsschutzversicherung geraten werden sollte. Bedauerlicherweise kann ich Ihnen keine für Sie günstigere Auskunft erteilen. Sie sollten daher den Verkäufer mit Verweis darauf, dass kein Sachmangelgewährleistungsausschluss vereinbart wurde, zur Zahlung des Betrages auffordern.

An dieser Stelle sei noch kurz angesprochen, dass grundsätzlich dann keine Gewährleistungsansprüche geltend gemacht werden können, wenn Sie entweder Kenntnis vom Mangel hatten oder aber grobfahrlässige Unkenntnis (<a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/442.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 442 BGB: Kenntnis des Käufers">§ 442 BGB</a> ). Beides kann wohl verneint werden. Zwar haben Sie die Startschwierigkeiten bereits beim Kauf gekannt. Aufgrund der längeren Standzeit musste jedoch nicht zwingend auf einen Mangel geschlossen werden.

Sollten Sie weiteren Beratungsbedarf in der Angelegenheit haben, stehe ich Ihnen gerne zur weiteren Vertretung zur Verfügung. Das hier gezahlte Honorar würde auf die weiteren anfallenden Gebühren angerechnet werden. Kontaktieren Sie mich einfach unter der angegebenen E-Mail-Adresse.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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