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Sachmängelhaftung Privatverkauf

14.03.2014 18:59 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden


Über ein Forum habe ich 2012 Motorersatzteile für einen Oldtimer gekauft. Der Verkäufer hat mir schriftlich mehrfach bestätigt, dass der Motorblock in Ordnung ist und nicht defekt ist. Da diese Motoren selten sind, werden diese nachdem eine Verschleissgrenze erreicht ist, neu gebohrt (auf ein Übermaß) und gehont. Da 3-4 Tropfen Wasser minimalst Rost an der Zylinderwand erzeugten, war die Info des Verkäufers, dass man nochmals honen könnte. Die Kolben des Verkäufers waren zu hoch, so dass von diesen auf der Drehbank Material entfernt werden muss, dann passen diese. So die Aussage meines Verkäufers und die Aussage seines Freundes, der angeblich genau die gleichen Kolben im gleichen Motor ohne Probleme fährt. Alle diese Behauptungen liegen mir in Form von emails vor.

Da ich meinen Oldtimer verkauft habe, hatte ich die Teile übrig und diese im Sommer 2013 im gleichen Forum angeboten und dort verkauft. Alle mir bei meinem Kauf gegebenen Informationen habe ich 1:1 im Text und per Mail dem Käufer nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Ich möchte betonen, dass ich Laie bin und diese Teile auch nicht selbst zu einem funktionierenden Motor zusammenbauen könnte. Das hätte ich einem Motorenbauer machen lassen müssen.

Ein halbes Jahr nach Kauf stellt nun die Werkstatt des Käufers fest, dass der Motorblock irreparabel gerissen ist und der Motorblock auch nach dem Honen noch gelaufen sein muss.
Dass der Motorblock nach dem Aufbohren und Honen nochmals zusammengebaut worden sein soll und gelaufen ist, war mir vollkommen neu.
Seine Werkstatt behauptet auch, dass durch das Entfernen von Material am Kolben, das Material an bestimmten Stellen des Kolbens zu dünn (1mm) wäre und dies den herrschenden Drücken nicht standhalten würde und die Kolben kaputt gehen würden.
Mir selbst war der Mangel am Motorblock nicht bekannt und bei den Kolben habe ich mich auf die Angaben meines Verkäufers verlassen.

Der Käufer möchte die komplette Summe (für Motorblock und Kolben) zurückerstattet bekommen. Mit diesem Geld möchte er einen Motorblock und Kolben, die sofort passen, kaufen.

Der Käufer hat die Teile persönlich abgeholt (es liegt also kein Online-Geschäft vor) und in Augenschein genommen (einen Riss kann man aber nicht immer sehen). Es wurde in bar bezahlt und es existiert kein Kaufvertrag. Der Käufer wusste, dass er keinen Fachmann oder Händler vor sich hat.

Mir fällt das ein wenig schwer, da der Käufer ein sympathischer Mensch ist….. Aber ich möchte dennoch Rechtssicherheit.
Sind die Geldrückforderungen des Käufers berechtigt oder hat man als Käufer einfach Pech, wenn man gebrauchte Dinge kauft und keinen Kaufvertrag mit Sachmängelhaftung abschliesst?
Könnten meine Behauptungen (Motorblock ist ok und wenn Kolben abgedreht werden passen diese), die ich ins Forum textete und per email an den Käufer schickte, dazu führen, dass eventuell doch eine Sachmängelhaftung meinerseits vorliegt, obwohl diese weder mündlich noch schriftlich, vereinbart wurde?

14.03.2014 | 19:55

Antwort

von


(2006)
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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Auch als privater Verkäufer haften Sie gemäß der §§ 434 ff. BGB grundsätzlich für Mängel des Kaufgegenstandes. Insoweit hat also nicht der Käufer „Pech", sondern der Verkäufer, wenn er keinen schriftlichen Vertrag mit Gewährleistungsausschluss schließt.

Wich in Ihrem Fall der Verkaufsgegenstand von der vereinbarten bzw. üblichen Beschaffenheit ab (vgl. § 434 BGB ), hat der Käufer zunächst einen Anspruch auf Nacherfüllung gemäß § 439 BGB , kann also grundsätzlich nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.
Bei irreparablen raren Gebrauchtgegenständen wird man aber davon ausgehen müssen, dass eine Nacherfüllung hier nicht möglich bzw. unzumutbar ist und der Käufer daher gemäß § 440 BGB vom Kaufvertrag zurücktreten konnte. Dies wiederum hat als Rechtsfolge, dass Sie den Kaufpreis Zug-um-Zug gegen Rückgabe des Motors zurückerstatten müssen. Insoweit kommt es im Übrigen regelmäßig auch nicht darauf an, ob Sie von dem Mangel wussten oder nicht – ein Verschulden würde nur in Bezug auf einen darüber hinausgehenden Schadensersatzanspruch Voraussetzung sein, den der Käufer aber nach Ihrer Schilderung nicht geltend macht.

Zumindest nach Ihrer kurzen Schilderung halte ich den Anspruch des Käufers durchaus für gerechtfertigt, wenn der Mangel bei Abholung nicht offensichtlich war. Allerdings haben Sie Ihrerseits Mängelansprüche gegen denjenigen, der Ihnen den Motor verkauft (zumindest wenn dies noch keine zwei Jahre her ist, da ansonsten Verjährung droht), können sich den Kaufpreis also ebenfalls gegen Rückgabe des Motors wiederholen. Möglicherweise kommt auch eine Anfechtung des Kaufvertrages von 2012 wegen arglistiger Täuschung (§ 123 BGB ) in Betracht. Aufgrund der drohenden Verjährung sollte aber schnell gehandelt werden, am Besten mit Hilfe eines fachkundigen Anwalts vor Ort.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

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