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Sachbeschädigung/Hausfriedensbruch unter alkoholeinfluss

| 18.05.2016 11:27 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Bianca Rönn


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin männlich, 30 Jahre alt und mache gerade ein Masterstudium.
Vergangenes Wochenende in der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich im stark alkoholisierten Zustand zwei Glasscheiben einer Haustüre eines Bauernhofes zerstört. Leider kann ich mich an die Tat so gut wie überhaupt nicht mehr erinnern, nur noch an das Bild der eingeschlagenen Scheiben. Ich erinnere mich auch nicht mehr welches Haus das war, ich kann lediglich die Region eingrenzen. Möglicherweise habe ich die Haustüre auch geöffnet, bin mir aber nicht sicher. Es könnte auch sein, dass mir irgendeine Droge ins Glas getan worden ist, da ich einen derartigen Blackout das erste mal in meinem Leben erlebte. Ich wurde nicht "erwischt", jedoch habe ich den Tatgegenstand (ein Beil) zurückgelassen. Ich kann also über Fingerabdrücke identifiziert werden.
Leider bin ich schon vorbestraft. Vor neun Jahren wurde ich zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wegen Einfuhr und Verkauf von Marihuana. Dies ist allerdings auch meine einzige Vorstrafe.
Meine Frage ist wie ich mich nun verhalten soll. Sollte ich selbst zur Polizei gehen und den Vorfall schildern bevor ich eine Vorladung bekomme. Könnte sich das strafmindernd auswirken? Natürlich ist mir auch daran gelegen den Schaden zu ersetzen.
Ich habe gehört, dass den Tatbestand "Einbruch" ohne Diebstahl nicht gibt. Welche Strafe wäre hier zu erwarten, wenn die Anklage Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch wäre und die Haustüre nachweislich geöffnet worden wäre.
Dass ich zur Tatzeit angetrunken war kann ich, wenn nötig, durch Zeugen bestätigen lassen, da ich mit ein paar Freunden vorher bis tief in die Nacht in einer Disco war.

Vielen Dank für Ihren Rat!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sollte ich zur Polizei gegen und den Vorfall schildern, bevor ich eine Vorladung bekomme? Könnte sich das strafmindernd auswirken?

Ich kann nur dringend davon abraten, eigenständig und ohne Begleitung eines Rechtsbeistands mit der Polizei in Kontakt zu treten. Dies insbesondere aufgrund der Tatsache, dass Sie sich an den Vorfall selbst kaum erinnern können.

Fraglich ist schon, ob die Ermittlungsbehörden, selbst wenn man am Tatort Ihre Fingerabdrücke feststellen sollte, Ihnen die Abdrücke überhaupt zuordnen können werden.

Sollten Sie eine Vorladung zu einer Beschuldigtenvernehmung von der Polizei erhalten, kann ich nur dringend raten, keine Angaben ohne Hinzuziehung eines Strafverteidigers zu machen. Sofern Ihnen Mitteilung gemacht wird, dass Sie als Beschuldigter geführt werden, sollten Sie sofort einen Strafverteidiger mit Ihrer Verteidigung beauftragen. Dieser wird im ersten Schritt Akteneinsicht nehmen um festzustellen, welcher konkrete Tatvorwurf vorliegt und welche Beweismittel vorhanden sind. Nur so kann eine vernünftige Verteidigungsstrategie erarbeitet werden, um eine Strafe so gering wie möglich zu halten oder sogar abzuwenden.

Als Beschuldigter im Strafverfahren haben Sie außerdem grundsätzlich das Recht zu Schweigen. Machen Sie davon Gebrauch, darf Ihnen das nicht zum Nachteil gereichen.


2. Welche Strafe wäre hier zu erwarten, wenn die Anklage Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch wäre und die Haustüre nachweislich geöffnet worden wäre?

Hausfriedensbruch (§ 123 StGB ) wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, Sachbeschädigung (§ 303 StGB ) mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe.

Welche Strafe Sie konkret zu erwarten hätten, kann nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden, da es maßgeblich darauf ankommt, welche Straftat Ihnen im Einzelnen vorgeworfen wird und welcher Tathergang letzten Endes festgestellt werden kann.

Ich halte es unter Zugrundelegung des durch Sie geschilderten Sachverhalts durchaus für möglich, dass Sie zu einer Geldstrafe verurteilt werden, sollten Sie überhaupt als Täter festgestellt werden können.

Sollten Sie tatsächlich zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden, wird diese höchstwahrscheinlich zur Bewährung ausgesetzt werden.

Wie eingangs erwähnt, sollten Sie sich für den Fall, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet wird, dringend einen Strafverteidiger bestellen, um das für Sie bestmögliche Ergebnis zu erzielen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

B. Rönn
-Rechtsanwältin-

Rückfrage vom Fragesteller 18.05.2016 | 18:51

Sehr geehrte Frau Rönn,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Wenn es keine negativen Folgen haben kann werde ich einfach mal abwarten bis eine Vorladung kommt und vorher nicht tätig werden.
Ich hoffe natürlich auf eine Geldstrafe, trotzdem möchte nochmal nachfragen, ob bei einer Freiheitsstrafe, also trotz der Vorstrafe, noch einmal eine Bewährungsstrafe in Frage käme? Ich sollte eventuell noch erwähnen, dass das letzte Jahr der 3-jährigen Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Bewährungszeit ist allerdings schon seit über 3 Jahren abgelaufen. Ich hätte daher schon das zweite mal eine Bewährungsstrafe.

Ich danke Ihnen für Ihre Antworten und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.05.2016 | 09:02

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

Es ist ohne Weiteres auch mit einer Vorstrafe möglich, nochmals zu einer Freiheitsstrafe verurteilt zu werden, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Es ist unter bestimmten Umständen sogar möglich, eine weitere Freiheitsstrafe ebenfalls zur Bewährung auszusetzen, wenn die Bewährungszeit noch läuft.

Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass Sie aufgrund des Vorfalls inhaftiert werden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

B. Rönn
-Rechtsanwältin-

Bewertung des Fragestellers 22.05.2016 | 15:21

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