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Sachbeschädigung und vielleicht Körperverletzung in der Ehe


| 15.10.2017 07:50 |
Preis: 100,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto



Guten Morgen,
Mir ist etwas blödes passiert worüber ich mich sehr ärgere und vor den Konsequenzen sehr Angstbhabe, weil zwei kleine Kinder involviert sind.
Seit 5 Tagen steht fest, dass mein Mann und ich uns scheiden lassen wollen. Mir ist das Recht. Er leidet. Ich bin nur unglaublich traurig wegen der Kinder dass sie nun als scheidungskinder aufwachsen werden. Am Freitagabend hat mein Mann mein Handy komplett gelöscht. Alle Daten weg. Ich kenne mich null mit Technik aus. Ich bat ihn mehrmals es rückgängig zu machen. Er wollte nicht. Er hat mich den ganzen Tag schon provoziert und seine Macht spielen lassen. Ich darf keine Kosten mehr von seinem Konto bezahlen, die Putzfrau darf nicht mehr kommen, damit mein Prinzessinleben endlich mal ein Ende hat, das Aupair-Mädchen wird gekündigt, etc .... wir haben noch einen großen Hund und ich arbeite Teilzeit. Nach der Handy Sache abends war ich so geladen, dass ich "rot" gesehen habe und ein gemeinsames iPad und seinen FIRMEN-laptop auf den Fußboden geknallt habe mit Absicht. Vor ihm. Er hat es heimlich auf Video aufgenommen. Als ich das merkte bin ich zu ihm hin und wollte sein Handy haben. Es kam zur rangelei. Ohne Schläge oder Verletzungen. Sein Hemd ist Zerrissen. Ich rief d Polizei vom Handy des AuPair d Polizei kam. ..... jetzt stellt mein Mann gerade Anzeige gegen mich. Als Privatperson und als Funktion als Geschäftsführer wegen des Firmen Laptops. Was erwartet mich jetzt? Ist das alles Zivilrecht oder Strafrecht? Kann er auch wegen Körperverletzung eine Anzeige erstattten ? Womit muss ich rechnen ? Ich habe große Angst, weil er es gegen mich verwenden kann im Scheidungsverfahren um mir die Kinder wegzunehmen. Hat es auch Auswirkungen auf meinen Arbeitgeber? Wird so etwas gemeldet dort von der Polizei ? Mit freundlichen Grüßen

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Guten Morgen,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

In strafrechtlicher Hinsicht wird sehr wahrscheinlich nicht allzu viel geschehen, denn ob es zu einer Körperverletzung überhaupt gekommen ist, ist ja schon sehr fraglich.

Eine bloße Rangelei erfüllt den Straftatbestand des § 223 StGB nicht; um ihn zu verwirklichen, müsste es schon zu einer körperlichen Misshandlung oder Gesundheitsbeschädigung gekommen sein.

Selbst wenn man davon ausgehen müsste, würde das Verfahren von der Staatsanwaltschaft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eingestellt und Ihr Mann auf den Privatklageweg verwiesen werden, vgl. dazu §§ 170 und 374 StPO.

Da sich das Delikt, wenn es denn überhaupt ein strafrechtlich relevantes war, innerhalb Ihrer Ehe und zudem innerhalb der Privatwohnung abgespielt, und somit keinerlei öffentliche Interessen berührt hat, fehlt es an einem besonderen öffentlichen Interesse.

Und da die (einfache) Körperverletzung ein Privatklagedelikt ist, § 374 StPO, erfolgt durch die Staatsanwaltschaft keine Anklageerhebung.

Ob Ihr Mann dann die Privatklage erhebt, ist eine andere Frage; die ginge aber zunächst auf seine eigenen Kosten, er müsste vorfinanzieren.

Selbst dann können Sie sich damit verteidigen, dass Sie ja wohl ganz offensichtlich von Ihrem Mann provoziert worden sind, was sich u.a. daran zeigt, dass er den Vorfall auf Video aufgenommen hat. Er hatte offenbar die Absicht, solch einen Vorfall herbeizuführen, um "Beweismittel" gegen Sie in der Hand zu haben und hat sich im Hinblick auf die heimliche Videoaufnahme ganz erkennbar darauf vorbereitet, Sie soweit zu provozieren, dass Sie "ausrasten".

Zudem können Sie zum Gegenangriff übergehen, indem Sie ihn dann wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen, § 201a StGB anzeigen.

Wenn er Sie in Ihrer Wohnung und in Ihrem persönlichen Lebensbereich heimlich filmt, verletzt er Ihr Persönlichkeitsrecht und macht sich nach der genannten Vorschrift ebenfalls strafbar.

Ob er das riskieren will, kann ich nicht abschätzen.

Soweit die strafrechtliche Seite.


In zivilrechtlicher Hinsicht haben Sie Eigentum Ihres Mannes und Eigentum der Firma beschädigt oder gar zerstört und sind grundsätzlich zum Ersatz des eingetretenen Schadens verpflichtet, vgl. § 823 BGB.

Hier haben Sie gemäß § 249 Abs. 2 BGB den jeweiligen Zeitwert zu ersetzen.

Sie sind von daher nicht verpflichtet, der Firma oder Ihrem Mann die Kosten neuer Geräte zu bezahlen; vielmehr muss ein Abzug Neu für Alt erfolgen.

Sie haben Ihrerseits natürlich auch Schadensersatzansprüche, die aus der faktischen Nutzungsentziehung Ihres Handys und der Löschung sämtlicher Daten resultieren.

Im Hinblick auf das Sorge- und Umgangsrecht sehe ich keine Problematik, sofern es bei diesem einen Ausrutscher bleibt.
Kein Familiengericht wird Ihr Sorgerecht wegen eines solchen von der Gegenseite ja auch noch provozierten Vorfalles einschränken oder gar entziehen.

Entscheidend für die Frage, ob einem Elternteil das Sorgerecht weggenommen werden muss, ist allein das Kindeswohl, vgl. dazu § 1671 Abs. 1 Zif 2 BGB.

Um die Frage zu beurteilen, ob "die Übertragung ... dem Wohl des Kindes am besten entspricht", sind viele Faktoren und Umstände zu berücksichtigen, nicht nur ein solcher Vorfall.


Eine Meldung irgendwelcher Stellen oder Behörden an Ihren Arbeitgeber erfolgt nicht, so dass Sie insoweit keine Befürchtungen zu haben brauchen.

Gleichwohl empfehle ich Ihnen, frühzeitig anwaltliche Hilfe vor Ort zu suchen, da Ihr Mann offenbar eine schmutzige Scheidung vorzubereiten scheint, was nur mit Hilfe eines erfahrenen juristischen Beistandes begegnet werden kann.


Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 17.10.2017 | 11:20


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