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Sachbeschädigung - nächste Schritte

27.09.2010 10:57 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrter Herr Anwalt, bzw. Frau Anwältin,

ich habe vor wenigen Tagen eine Sachbeschädigung begangen. Mir ist bekannt, dass einer der Geschädigten am nächsten Morgen die Polizei gerufen hat, welche die Schäden aufgenommen und ebenfalls Fingerabdrücke genommen hat. Des Weiteren ist der Polizei bekannt, dass ich mich zur Tatzeit am Ort aufhielt. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis ich Post von der Polizei bekomme.

Nun meine Fragen: Wie kann ich die Sache am schnellsten aus der Welt schaffen (möchte in wenigen Wochen für eine längere Zeit ins Ausland)? Bringt es etwas, wenn ich mich vorher bei der Polizei melde und die Tat gestehe, damit diese nicht weiter ermitteln muss? Ist es ratsam, mich schon jetzt mit den Geschädigten (Privatleute und Gemeinde) in Verbindung zu setzen, den Schaden zu ersetzen und eine Wiedergutmachung anzubieten? Wie ersetzt man einen Sachschaden? Es wurde zum Beispiel ein Feuerlöscher der Marke A unbrauchbar gemacht. Muss ich den Geldwert des Feuerlöschers ersetzen, genau den gleichen der Marke A besorgen oder ist auch ein Feuerlöscher der Marke B mit den gleichen Eigenschaften ausreichend? Oder liegt das alles im Ermessen des Geschädigten?

Vielen Dank für ihre Auskunft

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich im Rahmen einer Erstberatung auf dieser Plattform anhand der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten möchte:

Eine Schadenswiedergutmachung ist unabhängig von einem möglichen Strafverfahren unbedingt anzuraten, da Sie andernfalls mit recht großer Wahrscheinlichkeit auch noch zivilrechtlich genommen werden würden. Würden Sie eine außergerichtliche Schadenswiedergutmachung ablehnen, käme es also höchstwahrscheinlich zusätzlich zu der Strafsache auch noch zu einer zivilrechtlichen Klage.

Sich mit den Geschädigten direkt in Verbindung zu setzen, bevor eine Klage droht, ist daher ein guter Ansatz. Sie können dabei die Geschädigten direkt kontaktieren oder dazu einen Anwalt beauftragen, der die Verhandlungen dann für Sie mit den Geschädigten durchführen wird.

Für den Ersatz von Sachschädigen gilt grundsätzlich, die sogenannte Naturalrestitution. Das bedeutet, dass die beschädigte Sache entweder ersetzt oder repariert wird. Da der Ersatz oder die Reparatur meist nicht von dem Schädiger persönlich durchgeführt wird, hat dieser in der Regel die notwendigen Kosten zu tragen. In den meisten Fällen bezieht sich der Schadensersatz daher auf eine Geldzahlung, wobei der Geschädigte den entstandenen Schaden sowohl der Höhe als auch dem Grunde nach darlegen und ggf. beweisen muss.

In Ihrem Falle würde das z. B. grundsätzlich bedeuten, dass Sie den beschädigten Feuerlöscher der Marke A entweder dadurch ersetzen, dass Sie einen solchen Feuerlöscher wiederbeschaffen oder die Kosten für den Ersatz übernehmen. Ob ein gleichwertiges Gerät einer anderen Marke angeschafft werden kann, hängt u. a. davon ab, ob dieser Ersatz wirklich gleichwertig ist und ob sich der Geschädigte darauf einlässt.

Wenn es mehrere Geschädigte gibt, würde ich Ihnen anraten, einen Kollegen oder eine Kollegin vor Ort mit der Schadensregulierung zu beauftragen, damit ein für Sie tragbares und auch für die Geschädigten akzeptables Wiedergutmachungsangebot an alle Betroffenen gemacht werden kann.

Abgesehen davon, dass Sie mit einem frühzeitigen Bemühen um eine Schadensregulierung u. U. zivilrechtliche Schritte gegen sich vermeiden können, wirkt sich dieses Bemühen und vor allem auch die tatsächlich erfolgte Schadenswiedergutmachung meist auch für die strafrechtliche Bewertung günstig aus.

Es ist zwar grundsätzlich möglich und zulässig, dass Sie sich bei der Polizei selbst stellen, doch birgt dies ggf. auch einige "Gefahren" für Sie. Nach unserem Strafrecht ist niemand gezwungen, sich selbst zu belasten. Es kann daher niemand von Ihnen verlangen, dass Sie sich selbst bei der Polizei melden und die Tat zugeben. Andereseits wirkt sich die Kooperation mit der Polizei u U. günstig auf eine zu erwartende Strafe aus.

Wenn Sie sich also wirklich selbst bei der Polizei melden wollen und die Tat einräumen wollen, ist dies möglich. Wahrscheinlich würde dies auch die Ermittlungen erleichtern oder beschleunigen. Ein Strafverfahren mit gerichtlicher Hauptverhandlung würde dadurch allerdings nicht unbedingt vermieden, wenn das Verfahren nicht eingestellt wird. Kommt es zur Anklage und zur Hauptverhandlung, müssten Sie also bei Gericht erscheinen, auch wenn Sie die Tat schon freiwillig bei der Polizei gestanden haben. Wie lange es dauert, bis nach Abschluss der Ermittlung u. U. die Anklage erhoben und eine Hauptverhandlung anberaumt wird, lässt sich leider nie genau vorhersagen. Oft vergehen aber einige Monate bis dahin.

Gerade auch vor dem Hintergrund, dass Sie wissen, dass Sie längere Zeit in Ausland gehen wollen und bis dahin wahrscheinlich die strafrechtliche Sache noch nicht abgeschlossen sein wird, rate ich Ihnen dringend an, sich insoweit anwaltlich vertreten zu lassen und einen Strafverteidiger vor Ort zu beauftragen. Dieser kann dann den notwendigen Kontakt zu den Ermittlungsbehörden / dem Gericht halten und Sie wären über einen Verteidiger weiterhin für diese Stellen erreichbar. Auch wenn Sie sich freiwillig bei der Polizei melden und die Tat eingestehen wollen, sollten Sie sich vorher unbedingt eingehend anwaltlich beraten lassen, damit Sie sich nicht unnötig selbst belasten und dadurch Nachteile erleiden würden. Denkbar wäre es auch, dieses Geständnis über einen Anwalt schriftlich einzureichen. Manche Verteidiger begleiten Ihre Mandanten auch zu Polizei, wenn das Geständnis mündlich in einer polizeilichen Vernehmung abgelegt werden soll. Dies müsste dann vorher geklärt werden. Ein Verteidiger wird, wenn er den Fall mit allen Details kennt, abschließend einschätzen können, ob es wirklich sinnvoll ist, dass Sie sich freiwillig stellen oder ob es u. U. günstiger für Sie ist, sich erst nach einer Akteneinsicht zu der Sache zu äußern.

Ich würde daher dringend davon abraten, ohne vorherige anwaltliche Prüfung und Beratung zur Polizei zu gehen und dort die Tat einzugestehen, nur um das Verfahren u. U. etwas zu verkürzen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit einen ersten Überblich für das weitere Vorgehen geben.

Mit ffreundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

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