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Sachbeschädigung an einem Auto

23.12.2005 09:54 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 1 Stunde
Sehr geehrte Damen und Herren,

meinem Bruder wird vorgeworfen im September dieses Jahres das Dach eines Autos mit einem Stuhl beschädigt zu haben. Ein Zeuge, der dies beobachtet hat rief die Polizei an. Mein Bruder sagt jedoch bis heute, dass er den Stuhl nicht auf das Auto sondern gegen den Bordstein geschmissen hatte, da er und seine Freunde sich in dem Moment mit dem obigen Zeugen wegen Lärmbelästigung gestritten haben. Bei der Polizei ist er dann leider total ausgerastet so dass dass polizeiliche Protokoll nicht gut ausgefallen ist (Wutausfall, Aggresivität usw). Nachdem der Schaden am Auto unter EUR 1.000,00 betrug, haben meine Eltern den Betrag an die Beschädigte bezahlt, da die Anwalts- und Gerichtskosten wohl höher ausfallen würden. Nun hat mein Bruder vorgestern die Anklageschrift erhalten in dem die öffentliche Klage durch den Staatsanwalt eingeleitet wird. Mein Bruder sagt weiterhin, dass er das Auto nicht beschädigt hat. Seine Freunde haben dies auf der Polizeistation ebenfalls bestätigt. Allerdings sind das die einzigen Zeugen, denn als die Polizei zum Tatort kam, war der Stuhl neben dem Auto gelegen und auf dem Dach des Autos waren zwei Beulen mit Farbabschürfungen des Stuhls. Nun meine Frage: Gibt es überhaupt die Chance zu beweisen, dass er das Auto nicht beschädigt hat? Wäre es nicht besser, wenn er sagen würde, dass er das Auto unabsichtlich beschädigt hat um so auf eine niedrigere Strafe zu hoffen? Zur Tatzeit war mein Bruder 17 Jahre alt und hatte 0,3 Promille Alkohohl. Vor zwei Jahren hatte er wegen Diebstahl 20 Sozialstunden als Strafe erhalten und diese ordnungsgemäß abgearbeitet.
23.12.2005 | 10:16

Antwort

von


(279)
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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

herzlichen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich sogleich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben summarisch beantworten möchte.

Eine Bestrafung wegen fahrlässiger Sachbeschädigung (§ 303 StGB) ist nicht möglich.. Nach Ihren Darlegungen hat Ihr Bruder den Stuhl nur fahrlässig auf das Auto geworfen, sodass nach dieser „Version“ eine Bestrafung ausscheidet. Letztlich wird es natürlich Tatfrage sein, ob das Gericht davon zu überzeugen ist, dass Ihr Bruder nur den Bordstein treffen wollte. Sehr überzeugend wirkt dies bei Berücksichtigung auch des Nachtverhaltens auf den ersten Blick nicht unbedingt, kann aber sicher hier nicht abschließend beurteilt werden. Sollte hingegen die Tat vom Bruder doch begangen worden sein, wäre eine geständige und (ehrliche) reuevolle Haltung sicherlich (auch bei Berücksichtigung der vorherigen Auffälligkeiten) geeignet eine mildere Bestrafung, ggf. sogar eine Einstellung zu bewirken. Allerdings eine nicht begangene Tat zu gestehen, halte ich für falsch.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben. Ich stehe für Rückfragen im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit gerne zur Verfügung. Ist eine weitere Vertretung gewünscht, kontaktieren Sie mich einfach über die untenstehende E-Mail! Frohes Fest!

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Christoph Hellmann
-Rechtsanwalt-


Burgwedel, den 23.12.2005
mailabc@anwaltskanzlei-hellmann.de (entferne abc)




Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

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