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Sachbeschädigung; Führungszeugnis

| 26.10.2014 16:51 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Problem ist folgendes:

In einer sehr feucht-fröhlichen Nacht habe ich 1,5 Flaschen Wein und 3 Flaschen Bier getrunken. In Verbindung mit dem Medikament, das ich regelmäßig nehme (Wirkstoff: Methylphenidat) habe ich ein Teil meiner Erinnerung an diesen Abend verloren.

Was ich noch weiß ist folgendes:

Ich habe zunächst mit meinen Freunden "vorgeglüht" und habe dort die anderthalb Liter Wein zu mir genommen. Anschließend sind wir in die Disco gegangen, wo die 3 Flaschen Bier folgten. Dort habe ich nach der 3. Flasche keine Erinnerung mehr.
Danach habe ich nur noch eine Handvoll Bilder als Erinnerung.
1. Ich liege halbnackt hinter dem Wohnheim und schreie nach Hilfe
2. Ich fühle mich eingesperrt.
3. Ich stehe vor einer zerbrochenen Tür.
4. Die Polizei kommt in mein Zimmer.
5. Vor dem Polizei-Auto mit Handschellen.
6. Ich fege die Scherben von Bierflaschen zusammen.

Von meinen Freunden, dem Heimleiter und der Polizei, weiß ich ungefähr den Ablauf des Folgenden. Aber ganz ist mir dieser immer noch nicht klar.

Jedenfalls ist das Ergebnis, dass die Polizei kam und mich zunächst nach meinen Personalien fragte, die ich Ihnen wohl nicht gegeben hatte, denn ich wurde festgenommen und zum Polizeiauto gebracht. Dort versprach ich die Personalien preiszugeben und meine Freunde zu nennen, die mit mir unterwegs waren, was ich dann auch getan habe. Dann sagte man mir, dass ich umgehend die Scherben im Wohnheimseingangsbereich auflesen sollte und die Beamten sind gegangen.

Nun beschuldigt man mich die Tür zur wohnheimeigenen Kita mit einem Gepäckwagen eingebrochen zu haben. Ich weiß nicht, ob ich dies getan habe. Allerdings haben mich zwei Zeugen wohl in der Nähe dieser Tür gesehen kurz nach dem das Geräusch von zerbrechendem Glas zu hören war.

Meine Freunde meinen, dass ich nachdem ich aus der Disco abgehauen bin und sie mich wieder gefunden hatten immer bei mir gewesen waren und dass ich das nicht getan habe. Allerdings gibt es wohl zwei Zeugen, die behaupten, dass nur ich in der Nähe der Tür war.

Der Heimleiter kündigte mir fristlos das Mietverhältnis auf und drohte mir mit einem Anwalt, falls ich nicht binnen vier Tagen verschwinden würde. Außerdem sprach er ein lebenslanges Hausverbot aus über das Wohnheim und ein weiteres Wohnheim, dem er vorsteht. Außerdem wurde mir ein Bußgeld auferlegt, weil ich meine Personalien nicht sofort preisgegeben habe.

Der Schaden beläuft sich auf 1000 Euro. Ich hatte den Heimleiter gefragt, ob ich irgendetwas machen könne, um die Anzeige noch zu verhindern, worauf er sagte, dass er darauf verzichten würde, wenn ich bis Freitag aus dem Wohnheim ausgezogen bin. Dem bin ich nachgekommen. Als ich am Freitag dann bei der Polizei angerufen hatte, sagte der zuständige Sachbearbeiter, dass er noch nichts vom Heimleiter gehört hatte und dass er zwar die Anzeige noch nicht schriftlich vorliegen hätte, aber dass diese in dieser Nacht mündlich gestellt wurde und deswegen automatisch an den Staatsanwalt weitergeht. An die genauen Worte des Sachbearbeiters kann ich mich allerdings nicht entsinnen. Es könnte sein, dass ich ablauftechnisch etwas verwechsle. Außerdem meinte er, dass man das mit der Tür auch als Einbruch werten könnte.

Zwei Dinge will ich erreichen:
- ich will, dass sich die Sache so schnell wie möglich geklärt wird
- ich will keinen Eintrag im Führungszeugnis, da ich nächsten Sommer vermutlich mit dem Studieren fertig sein werde und eine Stellung im Staatsdienst anstrebe.

Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich glaube, dass ich es war. Wie oben erwähnt, habe ich ein Bild im Kopf, wie ich vor dieser Tür stehe und ich hatte das Gefühl, dass ich eingesperrt bin. Ich denke, dass ich aufgrund von Alkohol und dem Einfluss von Methylphenidat eine Art Psychose hatte und gedachte habe, dass ich nur so aus dem kleinen Gang in dem ich war bei dem vorne und hinten jeweils eine Tür war, hinauskommen könnte. Das war keine blinde Zerstörungswut und auch kein versuchter Einbruch.

Haben Sie Tipps, wie ich das erreichen kann und eine Prognose, ob bei einer Verurteilung/Bestrafung etc. die Strafe so hoch sein wird, dass sie führungszeugnisrelevant wird?

Wäre es besser "zu gestehen", dass ich mich selbst für den Täter halte und zu versuchen das zu erklären oder sollte ich darauf setzen, dass sie mir nicht 100 prozentig nachweisen könnnen, dass ich der Täter bin?

Freundliche Grüße

"Franz"

PS: Zu meiner Person, sollte ich noch sagen, dass ich einen 450 € Job habe, studiere und 25 Jahre alt bin. Falls das beim Strafmaß eine Rolle spielen könnte.





Einsatz editiert am 26.10.2014 17:00:56

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die von Ihnen aufgeworfenen Fragen deuten darauf hin, dass für Sie nicht nur das Verfahrensergebnis, sondern auch der Zeitfaktor eine nicht unerhebliche Bedeutung hat. Hierzu ist vorab festzustellen:
Schnelle Verfahrensbeendigungen können im Einzelfall einer sachgerechten Strafverteidigung zuwider laufen. Ohne Aktenkenntnis in Ihrem Fall – insbesondere die Kenntnis der Sie belastenden Zeugenaussagen – kann zwar eine definitive Entscheidung über die beste Verteidigungsstrategie nicht festgelegt werden, aber das Ziel einer „schnellen" Klärung der Angelegenheit wird sich sicherlich nicht dadurch erreichen lassen, dass Sie darauf setzen, dass Ihnen die Tat nicht nachgewiesen werden könnte. Bei einem Abstreiten der Tat wird sich das Verfahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wesentlich länger hinziehen, als wenn man geständig wäre.

Da die Strafanzeige bereits durch die Polizei aufgenommen worden ist, dürfte es in der Tat so sein, dass zunächst seitens der Polizei „ausermittelt" wird und die Akte sodann zur Staatsanwaltschaft versendet wird – hierzu ist die Polizei gesetzlich verpflichtet. Vorliegend gehe ich aufgrund Ihrer Schilderung auch davon aus, dass lediglich ein Tatvorwurf der Sachbeschädigung und nicht des versuchten Einbruchs in Betracht kommt. Gemäß § 303c StGB wird die Sachbeschädigung grundsätzlich nur beim Vorliegen eines Strafantrages verfolgt. Ich würde Ihnen daher zunächst empfehlen, nochmals Kontakt mit der Wohnheimleitung aufzunehmen, um (ggf.) die Rücknahme der Strafanzeige doch noch zu erreichen. Ob dies bereits zur Verfahrenseinstellung ausreichend wäre, kann allerdings nicht mit Sicherheit beurteilt werden, da die Staatsanwaltschaft gemäß § 303c StGB auch das besondere öffentliche Interesse an der Strafverfolgung bejahen könnte; dann wäre das Nichtvorliegen eines Strafantrages ohne Bedeutung und das Verfahren würde fortgeführt werden.

Vor dem Hintergrund Ihrer geplanten beruflichen Zukunft ist Ihnen jedenfalls zu empfehlen, einen Strafverteidiger zu beauftragen, der sich anhand der Ermittlungsakte einen Überblick über die Beweislage verschafft. Falls das nicht möglich sein sollte, so besteht selbstverständlich die Möglichkeit, die Tat „zu gestehen" (wie gesagt, ob das sinnvoll ist, kann ohne Aktenkenntnis nicht beurteilt werden). Ein Geständnis hat selbstverständlich auch strafmildernde Wirkung; Gleiches gilt für eine etwaige Schadenswidergutmachung, so dass Sie sich bei einem Geständnis um die Regulierung des Schadens mit der Heimleitung bemühen sollten. Des Weiteren wäre es für die Frage des Verfahrensausgangs auch wichtig, wenn die Heimleitung gegenüber den Ermittlungsbeamten erklären würde, dass für diese die Angelegenheit erledigt sei und kein Strafverfolgungsinteresse mehr bestehe.

Mit welcher konkreten Strafe Sie in einem solchen Fall rechnen müssten, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Dabei spielen auch Ihre Einkünfte und Ihr Alter eine Rolle. Jedenfalls würde Ihr Fall nach allgemeinem Strafrecht behandelt werden (kein Jugendstrafrecht). Davon ausgehend, dass der Vorwurf Ihr erster strafrechtlicher Natur ist und Sie nicht weiter vorbelastet sind, ist sicherlich maximal mit einer Geldstrafe zu rechnen, die sehr wahrscheinlich auch nicht in ein Führungszeugnis aufgenommen werden würde, da dort Geldstrafen erst eingetragen werden ab einer Tagessatzanzahl von über 90 Tagessätzen, § 32 Abs. 2 Nr. 5 a BZRG . In Ihrem Fall anstrebenswert wäre aber ohnehin sicherlich die Vermeidung einer (förmlichen) Strafe und die Verfahrenseinstellung gemäß § 153 StPO oder § 153a StPO . Diese Einstellungsmöglichkeiten hätten den Vorteil, dass Sie keine Strafe im eigentlichen Sinne bedeuten, selbst wenn ggf. eine Geldauflage im Rahmen des § 153a StPO zu zahlen wäre.

Abschließend sei nochmals ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nicht beurteilt werden kann, ob bereits zum jetzigen Zeitpunkt und ohne Aktenkenntnis ein Geständnis der Tat am sinnvollsten ist, zumal – wie ich es verstanden habe – Entlastungszeugen vorhanden sein könnten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 26.10.2014 | 17:55

Sehr geehrter Herr Rößler,

danke für Ihre ausführliche Antwort. Das hat mir schon sehr geholfen. Der Heimleiter hat schon angekündigt, dass er mir die Rechnung schicken wird. Ist es in jedem Fall von Vorteil diese zu bezahlen oder wird das als Schuldeingeständnis gewertet?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 26.10.2014 | 18:04

Sehr geehrter Fragesteller,

ja, die vorbehaltlose Zahlung dürfte sicherlich als Schuldeingeständnis zu werten sein, denn warum sollten Sie zahlen, wenn Sie der festen Überzeugung wären, nichts mit der Sache zu tun zu haben.

Strafrechtlich müsste Ihnen die Tat zwar trotzdem nachgewiesen werden, als Indiz für eine Tatbeteiligung dürfte die Zahlung aber sicher gewertet werden.

Als Mittelweg käme allenfalls in Betracht, die Zahlung zu leisten mit dem Begleittext: "Ohne Anerkenntnis einer rechtlichen Verpflichtung hierzu."

Nichtsdestotrotz spricht auch eine solche Zahlung wohl eher für eine Tatbeteiligung.

Entscheidet man sich für eine Zahlung, so sollte dafür Sorge getragen werden, dass der Zahlungsempfänger dies unverzüglich der Polizei mitteilt, mit dem Hinweis, die Angelegenheit sei damit erledigt und die Strafanzeige werde zurückgenommen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 26.10.2014 | 17:56

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