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Sachbeschädigung, Beleidigung, vers. Körperverletzung und ich war nicht mal da.

| 07.07.2010 15:09 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf


Hallo, an einem Tag an dem ich definitiv im Bett oder über der Toilette hing( Migräne) soll ich mit meinem Roller eine Sachbeschädigung, versuchte Körperverletzung und eine Beleidigung begangen haben. Es stimmt das ich einen Roller habe und das Kennzeichen welches in der Ladung steht stimmt mit meinem überein. Ich glaube da ja an eine Verwechslung wo der/die, mich beschuldigt und oder deren Zeugen sich ein falsches Nummernschild aufgeschrieben oder gemerkt haben. Oder vielleicht kann mich auch irgendwer nicht leiden und erlaubt sich hier einen bösen Scherz , keine Ahnung. Aber was erwartet mich jetzt? Richtige Zeugen das ich zu Hause war gibt es nicht, ich habe nur meine Mutter morgens angerufen und sie gebeten,ob wenn es mir nicht besser geht sie meinen Sohn nachmittags zum Training zu fahren könnte. Dies tat sie dann auch. Aber es ist ja ein Familienmitglied und ich weiß nicht ob das reicht. Können einfach irgendwelche Leute mir nun irgendetwas anhängen?
Vielen Dank im Vorraus

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich zunächst für Ihre Anfrage. Diese beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Der guten Ordnung halber erlaube ich mir den Hinweis darauf, dass ohne Kenntnis der Ermittlungsakte eine Einschätzung der von Ihnen zu erwartenden Strafe nicht möglich ist. Hierbei kommt es darauf an, in welcher Höhe der Sachschaden entstanden ist und in welcher Form (Wortwahl) die Beleidigung erfolgte. Weiterhin richtet sich das zu erwartende Strafmaß nach Ihren Vorstrafen ebenso wie nach Ihrem Nachtatverhalten.
Unverbindlich teile ich Ihnen mit, dass für den Fall, dass Sie nicht (einschlägig) vorbestraft sind, mit einer Geldstrafe zu rechnen wäre.

Vorliegend erscheint aber auch eine Einstellung gegen Auflagen oder ein Freispruch möglich. Denn in aller Regel wird es den angeblichen Zeugen nicht möglich sein, die behelmte Fahrerin eines Motorrollers zu identifizieren.
Mithin sollten Sie keinesfalls ihre Fahrereigenschaft einräumen!

So es sich hier um eine Ladung zur polizeilichen Beschuldigtenvernehmung handelt, sind sie auch nicht verpflichtet, dieser Folge zu leisten und von Ihrem Schweigerecht Gebrauch zu machen. Ich empfehle Ihnen in diesem Fall, dem Termin fernzubleiben und zunächst über einen Rechtsanwalt, der im Strafrecht tätig ist, Akteneinsicht in Ermittlungsakte zu nehmen. In dieser werden sich auch die Aussagen der angeblichen Zeugen befinden.

Abschließend weise ich darauf hin, dass Sie einer Ladung des Gerichts oder der Staatsanwaltschaft jedenfalls Folge leisten müssen!

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 07.07.2010 | 15:33

Danke für die schnelle Antwort.
Was ist denn bitte mit Fahrereigenschaft einräumen gemeint?
Danke und liebe Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.07.2010 | 15:49

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Die "Fahrereigenschaft nicht einräumen" bedeutet, dass Sie keinesfalls der Polizei, Staatsanwaltschaft oder dem Gericht mitteilen sollten, dass Sie selbst den Motorroller gefahren haben.
Auch ansonsten verbieten sich Angaben zur Sache, so lange Sie noch keine Akteneinsicht erhalten haben.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.07.2010 | 08:48

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