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SOS!!! Frist der Erbstausschlagem abgelaufen


24.09.2017 02:10 |
Preis: 25,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg



Vor einem Jahr im August 2017 ist meiner Ehemann (Bürgerschaft Türkei) verstorben. Wir haben im 2013 verheiratet und hatte ich keine Informationen über seinen Schulden. Nach dem Krankheit (Leberkarzinoma im Januar 2015) hat er etwas erzählt aber die Summe war nicht seinem 1000 € übergestritten. Nach dem Tod habe ich nur Sterbeurkunde als Nachweiss bekommen und dann folgende Monaten Schuldbriefe aber zu seinem Name. Wegen der Schulden habe ich paar Bekanten gefragt und sie haben mir gesagt, dass es automatisch gelöscht wird usw. Jetzt habe ich von einer Shuldfirma GFKL erfahren, dass Schuld ( vor 2007) ca.20 000€ automatisch als Rechtsnachfolger zu mir nachgelassen wurden und ich musste Erbe in 6 Woche nach dem Tod ausschlagen. Er hatte auch andere Schulden und ich schätze, sie sind allgemein ca. 25 000€. Jetzt bin ich total schokiert, obwohl habe keine Erbe oder Information als Brief darüber angenommen habe. Außer: wenn ich seines Konto schließen wollte, sie haben 194€ mir überwiesen. Ich bin momentan Arbeitslos (ab März) und werde ab Oktober arbeiten. Weil ich Ausländerin bin und mit wem (telefonisch mit türkischer Rechtsanwälte ) ich habe kontaktiert, haben verschiedene Meinungen.Jetzt was ich weiter machen kann, habe ich keine Ahnung. Bitte sagen Sie mir, welche Schritte ich unternehmen muss.
Mit freundlichen Grüßen
A.A

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Richtig, die Ausschlagung kann nur binnen sechs Wochen erfolgen, wobei es zwei Ausnahmen gibt:

Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
§ 1944 Ausschlagungsfrist

"(1) Die Ausschlagung kann nur binnen sechs Wochen erfolgen.
(2) Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Erbe von dem Anfall und dem Grund der Berufung Kenntnis erlangt. Ist der Erbe durch Verfügung von Todes wegen berufen, beginnt die Frist nicht vor Bekanntgabe der Verfügung von Todes wegen durch das Nachlassgericht [erste AUSNAHME]. Auf den Lauf der Frist finden die für die Verjährung geltenden Vorschriften der §§ 206, 210 entsprechende Anwendung.
(3) Die Frist beträgt sechs Monate, wenn der Erblasser seinen letzten Wohnsitz nur im Ausland gehabt hat oder wenn sich der Erbe bei dem Beginn der Frist im Ausland aufhält.[zweite AUSNAHME]."

Es gäbe noch eine Möglichkeit:

Im Einzelnen:

In Betracht kommt auch vorrangig eine Anfechtung der Annahme.

Die Anfechtung insbesondere wegen Eigenschaftsirrtum ist in folgenden Fällen möglich:

- Irrtum über den Bestand wesentlicher Nachlassverbindlichkeiten (zB unbekanntes Vermächtnis, jedenfalls wenn der Pflichtteil des Erben gefährdet ist; unbekannte Steuerschuld);

- unbekannte Überschuldung des Nachlasses auf Grund unbekannter Verbindlichkeiten;

- Irrtum über Bestand wesentlicher Aktiva des Nachlasses;

- bei Annahme unbekannte zusätzliche Miterben;

Dieses wäre hier genauer zu prüfen.

Ist die Annahme oder die Ausschlagung anfechtbar, so kann die Anfechtung nur binnen sechs Wochen erfolgen.

Die Frist beginnt im Falle der Anfechtbarkeit wegen Irrtums mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt.

Die Anfechtung der Annahme oder der Ausschlagung erfolgt durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht.

Die Anfechtung der Annahme gilt als Ausschlagung.

Suchen Sie daher am besten einen Anwalt vor Ort auf.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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