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SMS-Belästigung


| 29.09.2005 07:29 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Ich habe vor einigen Tagen eine (!) SMS mit eindeutigem Inhalt, sprich in sexueller Absicht (jedoch ohne die Benutzung "schmutziger" Worte) an einen Mobilfunkteilnehmer gesandt, mit dem ich vor einiger Zeit Kontakt hatte. Offensichtlich gehört diese Mobilfunknummer nun einer anderen Person, denn es kam eine SMS zurück, dass sich die Person belästigt fühle und mich bei der Polizei melden werde. Es war natürlich nie meine Absicht, eine mir unbekannte Person zu belästigen. Meine Frage ist nun: Sollte ich die SMS beantworten und mich entschuldigen oder lieber vorerst nicht reagieren? Welche Konsequenzen drohen mir, sollte die Person tatsächlich Anzeige erstatten?

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Guten Morgen,
sehr geehrte Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich möchte Ihr Anliegen auf Grundlage Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten:

Ich habe zwar Zweifel, ob hier eine Strafbarkeit vorliegt. Denn eine „fahrlässige Beleidigung“ kennt das Strafrecht nicht, genauso wenig eine sexuelle Belästigung via SMS. Andere Straftatbestände liegen mE.noch weiter entfernt. Und es handelte sich ja nach Ihrer Sachverhaltsbeschreibung um einen Lapsus. Selbst die –gesetzgeberisch geplanten, aber nun doch noch nicht verabschiedeten- Vorschriften zum sog. Stalking passen hier nicht recht.

Allerdings muss offen bleiben, ob Sie im Ernstfall die Staatsanwaltschaft oder das Gericht von Ihrer Einlassung überzeugen. Dies hängt natürlich von den Einzelfallumständen ab (zB, ob es der einzige Lapsus dieser Art war, die genaue Formulierung, die Wahrscheinlichkeit, die falsche Person anzuschreiben…), welche ich hier online aus der Ferne nicht sicher beurteilen kann.

Mein Vorschlag deswegen: Schreiben Sie die betroffene Person kurz an und entschuldigen sich. Sie brechen sich dabei keinen Zacken aus der Krone und sind DANN strafrechtlich auf der sichereren Seite.

Und nur am Rande, falls dies ein Gesichtspunkt für Sie war: Ihre bisherige Anonymität steht ohnehin auf tönernen Füssen – falls Sie überhaupt gegeben ist- , da ja im Ernstfall der Mobilfunkbetreiber Ihre Nutzerdaten an die Polizei herausgeben wird.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf
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