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Ruhestörung durch Staubsauger am Sonntag u. durch Kind


| 28.05.2006 09:51 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



Hallo,

meine Verlobte und ich wurden heute wieder einmal gegen 9 Uhr an einem Sonntag Vormittag aus dem Bett geholt da unser Nachbar der meinung ist um diese uhrzeit saugen zu müssen.

Da die Lärmquelle im hausflur schnell zu der Wohnung links von mir zuzuordnen war - und das saugen regelmäßig Sonntags stattfindet versuchte ich ein Gespräch...
Lapidarer Kommentar dazu : "Ich dürfte auch um 7 uhr saugen"!

Ich finde dies eine unverschämtheit und möchte natürlich wissen ob sich das Verbot von Staubsaugen nur auf die Ruhezeiten bezieht, oder auch greift wenn Mieter dadurch aus dem Schlaf geweckt werden.

Sonntag Vormittag muss man doch ein "Recht" auf Ruhe haben - oder ?

Wichtig hierbei zu erwähnen ist das sich besagter Nachbar bei uns schonmal in der Mittagsruhe beschwert hat - weil ich ein Schnitzel am klopfen war - sprich der Mieter erwartet Ruhe, ist aber selber nicht sensibel für das Thema.

Ausziehen ist für mich leider kein Thema - wir sind gerade erst eingezogen im Februar.

Vielen dank im vorraus
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Rein juristisch werden Sie gegen das "Staubsaugverhalten" Ihres Nachbarn nichts unternehmen können. Staubsaugen - wenn es sich nicht um einen außergewöhnlich lauten Staubsauger handelt - gehört zu den üblichen Wohngeräuschen, die grundsätzlich hingenommen werden müssen und nur in der Zeit von 22:00 Uhr bis 07:00 Uhr und während der Mittagsruhe unterbunden werden können. Für Sonn- und Feiertage gelten insoweit leider keine Ausnahmen, an diesen Tagen gilt lediglich die "Sonntagsruhe", die lautstarke Aktivitäten, die über normale Wohngeräusche hinausgehen (z.B. Hantieren mit Baumaschinen), verbietet.

Sie können daher nur versuchen, - eventuell bei einer Tasse Kaffee - eine gütliche Regelung mit dem Nachbarn zu finden. Oder schalten Sie Ihren Vermieter ein, der vielleicht vermitteln kann. Ich möchte Ihnen grundsätzlich dazu raten, möglichst keinen Streit unter Nachbarn heraufzubeschwören, da dies eine Menge Nerven kostet.

Es tut mir Leid, dass ich Ihnen keine bessere Auskunft geben kann. Für eine Nachfrage stehe ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Nachfrage vom Fragesteller 28.05.2006 | 10:27

Danke für die schnelle Antwort,

"extrem lauter Staubsauger" wie lässt sich das definieren ? Zwischen der Nachbarwohnung und usnerem Schlafzimmer liegt noch usner Wohnzimmer und eigentlich auch die Badanlage.

Als mein Nachbar die Tür öffnete mußte er den Staubsauger abstellen um mich überhaupt zu verstehen...

Gibt es denn auch keine Möglichkeit vorzugehen weil wir persönlich ind er Gesundheit gestört werdenb durch das wecken - oder ist das alles "zu weit hergeholt".

mfg - und einen schönen Sonntag noch...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.05.2006 | 12:13

Ungefährer Richtwert für den Lärmpegel, den Sie außerhalb der Ruhezeiten maximal dulden müssen, ist 50 dB(A). Jedoch hängt die genaue Beurteilung immer vom Einzelfall ab. Bei gängigen Staubsaugern können Sie davon ausgehen, dass diese von Gerichten eher nicht als "extrem laut" eingestuft werden, auch wenn diese den o.g. Lärmpegel tatsächlich erreichen oder überschreiten sollten, sondern in die Kategorie "hinzunehmende übliche Wohngeräusche" einsortiert werden. Es ist nun einmal leider nur die Zeit von 22:00 Uhr bis 7:00 Uhr sowie die Mittagszeit als Ruhezeit gesetzlich festgelegt. Hinsichtlich der übrigen Zeiten ist ein juristisches Vorgehen leider nur schwer möglich. Bei dem Stichwort "gesundheitliche Beeinträchtigung" müssten Sie schon Konkretes vorbringen können, weshalb Sie durch das Wecken gesundheitliche Nachteile befürchten müssten.

Sie sollten daher unbedingt versuchen, sich mit dem Nachbarn gütlich zu einigen, eventuell unter Zuhilfenahme eines neutralen Dritten. Eine gerichtliche Durchsetzung Ihrer Belange wird eher schwierig werden. Allerdings würde ein Richter wohl versuchen, auf eine vergleichsweise Einigung hinzuwirken, dass sich Ihr Nachbar z.B. verpflichtet, erst um 10:00 Uhr mit dem Staubsaugen zu beginnen o.ä. Daher können Sie, wenn außergerichtliche Gespräche scheitern sollten, mit dieser Intention immer noch ein Gericht anrufen.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

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