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Rufmord - Kann ich zur Polizei gehen und ihn anzeigen?

26.03.2010 18:42 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,

ich bin selbständige Buchhalterin und habe mit einem Kunden folgendes Problem: Ich möchte seine Buchhaltung nicht mehr machen, da er mich wiederholt beleidigt hat, mein Wissen in Abrede gestellt hat und auch wegen der Bezahlung gab es Probleme. Ich habe daraufhin eingewilligt, dass ich meiner Haftpflichtversicherung den Schaden, der ihm entstanden ist, weil ich die Buchhaltung nicht mehr mache, melde, diese wird diesen auch bezahlen. Aber das reicht ihm nicht. Er und sein Anwalt rufen bei meinen Kunden an und fragen nach meinen Qualifikationen und ob sie zufrieden mit mir wären. Das darf er doch gar nicht. Und was kann ich hiergegen tun? Kann ich zur Polizei gehen und ihn anzeigen?

Sehr geehrte Fragenstellerin,

völlig unabhängig von einem etwaigen zivilrechtlichen Unterlassungsanspruch, den Sie bereits aus einem nachvertraglichen Schuldverhältnis und u.g. Ausführungen folgend womöglich sogar aus deliktischer Handlung herleiten könnten, ist ein solches von Ihnen beschriebenes Verhalten dann strafbar, wenn es Sie im Rahmen der Tatbestände der Beleidigung in Ihrer Ehre verletzt, bei der üblen Nachrede oder gar einer Verleumdung verächtlich macht oder geeignet ist Sie in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass allein das Anrufen und die Erkundigung nach Ihren Qualifikationen bzw. der Kundenzufriedenheit dazu geeignet ist Sie einerseits in ihrer Ehre zu verletzen (dazu unten mehr) oder Sie womöglich sogar in der Meinung herabzuwürdigen oder verächtlich zu machen.

Dies muss aber zumindest bei den Delikten der üblen Nachrede und der Verleumdung aufgrund von Tatsachenbehauptungen Ihres vormaligen Klienten bzw Anwalts geschehen.

Das reine Anrufen und Erfragen Ihrer Qualifikation bzw. der Kundenzufriedenheit ist noch keine Behauptung einer Tatsache, m.E. auch nicht durch eine interpretatorische schlüssige Handlung.

Dies wäre natürlich ganz anders zu beurteilen, wenn die Herrschaften womöglich Gründe für diese Befragung nennen, die erweislich unwahr sind. Soweit Sie hierfür also Anhaltspunkte haben, könnte der Tatbetand einer üblen Nachrede oder sogar der Verleumdung dann durchaus einschlägig sein.

Anders könnte es sich hinsichtlich des Beleidigungstatbestandes handeln, denn dieser erfordert lediglich einen rechtswidrigen Angriff auf die Ehre.

Selbst wenn die Gegner nämlich hier nicht aktiv Äußerungen hinsichtlich des Grund der Nachfrage äußern, kann darin zumindest das schlüssige Verhalten gesehen werden, Ihnen gegenüber eine ehrverletzende Äußerung abgeben zu wollen und Sie letztlich auch zu schädigen. Denn Kunden werden sich schließlich oftmals die Frage stellen, warum man plötzlich an Ihrer Qualifikation bzw. der Kindenzufriedenheit interessiert ist. Denn einen faden Beigeschmack hat solch ein Interesse auf jden Fall!

Da Sie diesen Ausführungen bereits entnehmen können, dass die Einschlägigkeit einer Beleidigung einen hohen wertenden Charakter mit sich bringt, der oftmals objektiv schwer differenzierbar ist, hängt hier vieles von der subjektiven Sichtweise eines Staatsanwaltes oder Richters ab.

Dementsprechend vergeben Sie sich aber Nichts, wenn Sie den Strafverfolgungsbehörden (polizei/Staatsanwaltschaft) eine entsprchende Beleidigungsanzeige zukommen lassen und auf das rufschädigende (schlüssige) Verhalten Ihres vormaligen Mandanten bzw Anwalts hinweisen.

Soweit Sie natürlich wie oben beschireben in Erfahrung bringen, dass zusätzlich zur Befragung Ihrer Qualifikation und der Kundenzufriedenheit, unwahre Tatsachen geäußert werden, die Sie verächtlich machen oder in der öffentlichen Meinung herabwürdigen, wäre womöglich der Tatbestand der üblen Nachrede oder eben sogar der Verleumdung gegeben.

Bei der reinen Beleidigungsanzeige müssten Sie noch darauf achten, dass Sie zusätzlich zur Anzeige einen sog. Strafantrag binnen 3 Monaten stellen müssten.

Abschließend hoffe ich Ihnen somit einen Einblick in die recht schwammige Materie der Beleidigungsdelikte vermittelt zu haben, stehe aber jederzeit und ausgesprochen gern für etwaige Rückfragen zur Verfügung.

Auch vertrete ich Ihre Interessen sowohl strafrechtlich als auch zivilrechtlich, wenn Sie dies wünschen und würde Ihnen sogar aus exestentiellen Gründen zuraten eine zivilrechtliche Verfolgung anzustreben.

Zu guter letzt wünsche Ich Ihnen trotz Ihrer verständlichen Verärgerung ein schönes Wochenende und herzliche Grüße aus München,

Ihr

Alexander Stephens

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