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Rückwirkende Berichtigung Rentenbeiträge

10.07.2017 09:20 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Lohnsteuerklasse VI findet auf ein zweites oder weitere Arbeitsverhältnisse des Arbeitnehmers Anwendung.

Guten Tag,

ich wurde im April 2017 rückwirkend zum 19.12.2016 von der Rentenversichungspflicht der Deutschen Rentenversicherung Bund befreit. Nun hat mein Arbeitgeber für Dezember 2016 die Gehaltsabrechung storniert und eine neue gefertigt. Und dabei für den Teil vom 19. - 31.12. das Gehalt dieses Jahr erneut versteuert (natürlich mit Lohnsteuerklasse 6). Das hat zur Folge, dass ich nicht den gesamten Betrag, den ich jetzt an das berufständische Versorgungsamt zahlen muss, erstattet bekommen habe. Natürlich muss ich das jetzt aber zahlen.
Auf Nachfrage erklärte mein Arbeitgeber, dass der fehlende Betrag nunmehr nicht die Beiträge zur Rentenversicherung seien sondern eben Steuern. Und diese müsste ich mir im Wege des Einkommensteuer-Jahresausgleiches nächste Jahr eben zurück holen?
Ist dies korrekt? Hätte nicht vielmehr eine steuerneutrale Korrektur stattfinden müssen. Denn nun muss ich für fast ein Jahr in Vorleistung treten und habe darüber hinaus das Risiko die Steuer nächstes Jahr doch nicht erstattet zu bekommen.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist es so, dass die Lohnsteuer dem Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber vom Lohn abgezogen und ans Finanzamt abgeführt wird. Eine Überzahlung von Lohnsteuer muss sich der Arbeitnehmer über den Lohnsteuer-Jahresausgleich vom Finanzamt erstatten lassen.

Warum der Arbeitgeber Ihre Lohnsteuer jetzt "natürlich" auf der Grundlage von Steuerklasse VI berechnet, ist für mich nicht nachvollziehbar. Steuerklasse VI
kommt zur Anwendung, wenn der Arbeitnehmer noch ein zweites oder weiteres Arbeitsverhältnis hat und wird dann auch nur für das zweite (oder weitere) Arbeitsverhältnis berechnet, Nach § 38b Absatz 1 Satz 2 Nr. 6 EStG gilt die Steuerklasse VI bei Arbeitnehmern, die nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen, für die Einbehaltung der Lohnsteuer vom Arbeitslohn aus dem zweiten und einem weiteren Dienstverhältnis sowie in den Fällen des § 39c EStG. Letztere Vorschrift bezieht sich auf den Fall, dass der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Lohnsteuerabzugsmerkmale (Geburtsdatum, steuerliche ID-Nummer) nicht mitteilt.

Die Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung (weil man in einem berufsständischen Versorgungswerk versichert ist) führt nicht zu einem Wechsel der Steuerklasse, insbesondere auch nicht zur Anwendbarkeit der Steuerklasse VI, wenn man nur in einem Arbeitsverhältnis tätig ist.

Der Abzug Ihres Arbeitgebers auf Grundlage von Steuerklasse VI wegen der Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherung ist fehlerhaft.

Soweit Ihr Arbeitgeber die Lohnsteuer für die Vergangenheit zu hoch berechnet, vom Lohn abgezogen und abgeführt hat, sind Sie auf die Erstattung im Lohnsteuer-Jahresausgleich verwiesen. Sie können jedoch von Ihrem Arbeitgeber verlangen, dass er die zukünftig abzuführende Lohnsteuer richtig berechnet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2017 | 10:59

Guten Morgen,
vielen Dank für die schnelle Antwort dir mir schon mal weiter hilft. Ich habe trotzdem noch eine Nachfrage:
Tatsache ist, dass ich eine Steuererstattung ja nur bekomme, wenn mir mehr Steuern abgezogen wurden als ich tatsächlich zahlen müsste. Wenn das Arbeitegber auf der Steuerbescheinigung 2017 das anteilige Gehalt vom Dezember zum zweiten Mal bescheinigt (das ich ja tatsächlich nicht zwei mal ausbezahlt bekommen habe) sehe ich Probleme die Steuer zurück zu bekommen.
Und habe ich nicht ein Recht als Arbeitnehmer auf eine korrekte Abrechnung? Und nicht aus welchen Gründen auch immer, dass mir Gehalt zwei mal versteuert und wird.
VG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2017 | 11:16

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben das Recht auf eine korrekte Lohnabrechnung. (Sonst würde eine Lohnabrechnung keinen Sinn machen.) Gegebenenfalls muss Ihnen Ihr Arbeitgeber eine korrigierte richtige Abrechnung erteilen.

Wenn Sie auf Grund einer fehlerhaften Lohnabrechnung einen steuerlichen Schaden erleiden. der nicht im Lohnsteuer-Jahresausgleich ausgeglichen werden kann, macht sich Ihr Arbeitgeber schadenersatzpflichtig.

Mit freundlichen Grüßen,

Carsten Neumann
Rechtsanwalt

info@advoc-neumann.de

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