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Rückwirkend umsatzsteuerpflichtig ?

05.06.2014 23:41 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


09:34

Zusammenfassung: Im Gründungsjahr kommt es für die Anwendung der Kleinunternehmerregelung, § 19 UStG, auf den voraussichtlichen und nicht auf den tatsächlichen Umsatz an. Wird der Umsatz 17.500 Euro voraussichtlich nicht überschreiten, ist keine Umsatzsteuer nachzuzahlen.

Guten Abend,

In den Jahren 2011 und 2012 erzielte ich Umsatz, der die Kleinunternehmerreglung überstieg. Da ich meine Steuererklärung für die ersten beiden Jahre aufgrund erheblich privater Probleme ( Krankheits- und Todesfälle ) zu spät abgab, wurde durch das Finanzamt ein Verfahren wg Steuerhinterziehung eingeleitet.
Nun stellt sich für mich die Frage - da ich bereits vom ersten Unternehmerjahr an Umsatzsteuerpflichtig war - ob ich a) die Umsatzsteuer einfach aus dem Gesamtumsatz ziehen darf ( 19% aus dem Gesamtumsatz) und b ) rückwirkend trotzdem die 19% für meine Unkosten (Rechnungen usw) absetzen darf, die ich ja auch sogesehen (so denke ich es mir), an das Finanzamt zahlen muss.
Oder fallen diese 19 % nun weg, da ich bisher keine Umsatzsteuernummer habe ?

Mit freundlichen Grüßen

06.06.2014 | 01:02

Antwort

von


(94)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Hinsichtlich der Nachzahlung von Umsatzsteuer ist danach zu differenzieren, ob es sich beim Jahr 2011 um ein Gründungsjahr handelt oder nicht. Haben Sie im Jahre 2011 Ihr Unternehmen neu gegründet, dann brauchen Sie ggf. für 2011 keine Umsatzsteuer (USt) nachzahlen. Wenn Sie sich zu Beginn Ihrer Tätigkeit für die Kleinunternehmerregelung i.S.v. § 19 UStG entschieden haben, kommt es im Gründungsjahr nicht auf den tatsächlichen Umsatz, sondern auf eine Prognose an. Es ist allein auf den voraussichtlichen Umsatz des laufenden Kalenderjahres abzustellen. Es ist somit entscheidend, ob der Unternehmer im laufenden Kalenderjahres voraussichtlich die Grenze von 17500 € überschreiten wird. (Umsatzsteueranwendungserlass (UStAE) 19 Abs. 4).
Wenn für Sie zu Beginn des Wirtschaftsjahres das Überschreiten der Umsatzgrenze keinesfalls voraussehbar war, dann fällt auch für das Gründungsjahr (2011) keine USt an. Für Sie gilt dann die Kleinunternehmerregelung.
Geben Sie Ihre Steuererklärung für das darauffolgende Kalenderjahr, also für 2012, zu spät ab bzw. gar nicht ab und das Finanzamt (FA) stellt fest, dass Sie die Grenzen für die Kleinunternehmerregelung gemäß § 19 UStG im vorangegangenen Jahr überschritten haben, dann müssen Sie für 2012 die USt nachzahlen.
Um zu berechnen, in welcher Höhe die USt nachgezahlt werden muss, gehen Sie aus Vereinfachungsgründen wie folgt vor:

Sie nehmen Ihre bisherigen Umsätze und lassen dabei die abzugsfähigen Vorsteuern noch außer Betracht. Aus diesen bisherigen Umsätzen rechnen Sie die 19% USt heraus. Dies ist der Betrag, den Sie an USt nachzahlen müssen. Im Gegenzug können Sie auch den Vorsteuerabzug geltend machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner


Rückfrage vom Fragesteller 06.06.2014 | 01:11

Guten Abend,

Ich habe noch folgende Nachfrage :

Ich nahm im Jahr 2011 51.000 EUR Umsatz ein. Dabei überstieg vorallem das Weihnachtsgeschäft ( Nov/Dez. 2011) die Erwartungen.
Ich fing mein Gewerbe im März 2011 an. Nahm bis Oktober knapp 17.000 EUR ein. Danach folgte im besagten Weihnachtsgeschäft der Riesenanteil der 51.000 EUR.
Ist es damit immernoch möglich für 2011 nicht umsatzsteuerpflichtig zu sein ?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 06.06.2014 | 09:34

Guten Morgen,
ja, das ist bei Ihnen möglich, wenn Sie Ihr Gewerbe 2011 als Kleinunternehmer gestartet haben und zu Beginn davon ausgingen, dass Ihr Umsatz die 17500 Euro nicht übersteigen wird. Dies ergibt aus dem Umsatzsteueranwendungserlass UStAE 19. 4.

Hier der Text in Kopie:

(4) Nimmt der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit im Laufe eines Kalenderjahres neu auf, ist in diesen Fällen allein auf den voraussichtlichen Umsatz (vgl. Absatz 3) des laufenden Kalenderjahres abzustellen (vgl. auch BFH-Urteil vom 19.2.1976, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20R%2023/73" target="_blank" class="djo_link" title="BFH, 19.02.1976 - V R 23/73: Maßgeblicher Gesamtumsatz für die Ermittlung der 60 000-DM-Grenze ...">V R 23/73</a> , BStBl II S. 400). Entsprechend der Zweckbestimmung des § 19 Abs. 1 UStG ist hierbei die Grenze von 17.500 € und nicht die Grenze von 50.000 € maßgebend. Es kommt somit nur darauf an, ob der Unternehmer nach den Verhältnissen des laufenden Kalenderjahres voraussichtlich die Grenze von 17.500 € nicht überschreitet (BFH-Urteil vom 22.11.1984, <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=V%20R%20170/83" target="_blank" class="djo_link" title="BFH, 22.11.1984 - V R 170/83: Nichterhebung der Umsatzsteuer in Erstjahr einer unternehmerische...">V R 170/83</a> , <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=BStBl%201985%20II%20S.%20142" target="_blank" class="djo_link" title="BFH, 22.11.1984 - V R 170/83: Nichterhebung der Umsatzsteuer in Erstjahr einer unternehmerische...">BStBl 1985 II S. 142</a> ).

Laut Ihren Sachverhaltsangaben trifft dies zu, denn Sie gingen zu Beginn des Jahres nicht davon aus, dass Sie an Weihnachten einen so hohen Umsatz erzielen werden.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie mich gerne.

Beste Grüße

Stefanie Lindner

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