Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rückwärts gegen überstehenden Stahlträger auf einem Hänger gefahren

| 29.09.2016 13:41 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Am vergangenen Dienstag fuhr ich wie gewöhnlich gegen viertel nach 7 rückwärts aus meiner Einfahrt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatte ein Handwerker sein Auto mit Hänger abgestellt. Auf dem Hänger lag ein Stahlträger, der deutlich über den Hänger hinausragte, den ich aber aus dem Auto heraus nicht sehen konnte. Beim Ausparken bin ich dann rückwärts gegen den Stahlträger gefahren und habe mir eine dicke Macke in die Heckklappe gefahren. Bin kurz ausgestiegen und habe mich mit dem Fahrer unterhalten, dachte jedoch es sei ohnehin meine Schuld, da ich einfach besser gucken müsste und bin dann weg gefahren. Nun fand ich heraus, dass in der Dämmerung oder Dunkelheit oder wenn die Ladung den Hänger u mehr als 1m überragt eine Kennzeichnung angebracht werden muss.

Meine erste Frage daher: was gibt rechtlich als Ende der Dämmerung?

Nach einem Anruf beim Inhaber der Firma meinte dieser nur, seine Ladung hätte weniger als 1m über den Hänger hinausgeragt und damit ist für ihn das Thema erledigt.

Deshalb meine zweite Frage: Lohnt es sich, hier weitere Schritte einzuleiten oder wird das für mich dann auch nur unnötig teuer? Leider kann ich nicht sagen wie weit der Träger hinaus ragte.

Vielen Dank.

29.09.2016 | 14:45

Antwort

von


(30)
Kreuzstraße 33
28203 Bremen
Tel: 0162 1564371
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage verbindlich im Hinblick auf Ihre Angaben. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass sich eine Haftungsverteilung im Straßenverkehr nach § 17 I StVG an den Verursachungsbeiträgen orientiert. Im Wesentlichen wird überprüft wie beide Parteien gegen Verkehrsregeln, insbesondere der StVO verstoßen haben.
Für Sie spricht der Umstand, dass tatsächlich noch eine Dämmerung oder Dunkelheit vorgelegen haben dürfte. Als Dämmerung bezeichnet man den Zeitraum des Sonnenauf-/ bzw. Sonnenuntergangs. Zwar lag der Sonnenaufgang an Ihren Wohnort, nach kurzer Recherche, bereits um 7:08 Uhr vor, eine punktgenaue Angabe wird hier jedoch letztendlich kaum möglich sein.
Für eine Dämmerungszeit, bzw. eingeschränkte Sichtverhältnisse, spricht jedoch, dass sie den Stahlträger aus Ihren Fahrzeug nicht sehen konnten.
Weiterhin kann, nach strittiger Rechtsprechung, auch von einem ordnungsgemäß geparkten Fahrzeug eine Betriebsgefahr ausgehen. Dieses hat auch der BGH so entschieden [vgl BGH Urteil vom 25.10.1994 - VI ZR 107/94 ]. Nach dieser Rechtsprechung könnte man sich durchaus, je nach Länge des Überstands, darauf berufen, dass auch bei geparkten Fahrzeugen mit überstehender Ladung generell eine erhöhte Betriebsgefahr vorliegt. Dieses gilt insbesondere wenn die Ladung nach Ihrer Einschätzung (!) deutlich mehr als einen Meter nach hinten Abstand und nicht im Sinne von § 22 IV StVO gekennzeichnet war.
Gegen Sie spricht allerdings ein Verstoß gegen die besondere Sorgfaltspflicht beim Rückwärtsfahren nach § 9 V StVO . Ohne die genauen örtlichen Verhältnisse zu kennen wiegt dieser Verstoß, nach meiner persönlichen Erfahrung, vor Gericht recht schwer. Dieses gilt insbesondere, da der sogenannte "Beweis des ersten Anscheins" gegen den Rückwärtsfahrer spricht
(vgl. OLG Saarbrücken, 09.10.2014 - 4 U 46/14 ). Regelmäßig bekommt daher der Rückwärtsfahrer die Alleinschuld.

Ohne die Unfallstelle genau überprüft zu haben, was durch einen vor Ort ansässigen Anwalt möglich wäre, gehe ich daher eher von einem erheblichen Verschulden auf Ihrer Seite aus. Sie könnten jedoch einen Kostenvoranschlag erstellen lassen (dieser wird bei späterer Reparatur i. d. R. verrechnet) und einen Anteil der entstehenden Reparaturkosten bei der gegnerischen Versicherung einfordern. Diese finden Sie, unter Angabe von Unfalltag und Kennzeichen des Unfallgegners, unter

https://www.gdv-dl.de/142/

Ohne eine abschließende Einschätzung, auf Grund fehlender Kenntnisse der genauen Örtlichkeiten, abgeben zu können, wäre ich an Ihrer Stelle mit einer Regulierung im Verhältnis von 50/50 zufrieden. Hier wäre zu beachten, dass das Fahrzeug zunächst nicht repariert werden sollte. Die Versicherung kann dieses ggf. begutachten lassen. Weiterhin müssen Ihre Angaben gegenüber der gegnerischen Haftpflicht selbstverständlich wahrheitsgemäß sein. Berufen Sie sich am besten auf § 22 und 17 StVO .

Von der Beauftragung eines Anwalts vor Ort würde ich, wenn keine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, derzeitig eher abraten. Es besteht ein erhebliches Risiko, dass die gegnerische Haftpflichtversicherung, auf Grund Ihrer Rückwärtsfahrt, keine Zahlungen leistet. In diesen Fall müssten Sie die Kosten des Kollegen, welche sich nach der Schadenshöhe richten, begleichen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen telefonisch und über die kostenlose Rückfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen



Mario Kroschewski
-Rechtsanwalt-


Ergänzung vom Anwalt 29.09.2016 | 14:54

Sehr geehrte Ratsuchende,

nur als kurze Einschränkung, die erhöhte Betriebsgefahr gilt auch wenn der nach hinten abstehende Pfosten weniger als einen Meter über das Fahrzeug hinausragt. Insbesondere bei Dunkelheit und Dämmerung geht auch von geringeren Überständen eine Gefahr aus. Die Länge des Überstandes wäre jedoch für die Haftungsquote interessant. Im Zweifel müssten Sie diese beweisen, was, abseits von der Rekonstruktion durch einen Sachverständigen, kaum möglich sein dürfte.

Häufig zahlt jedoch die gegnerische Versicherung einen gewissen Haftungsbeitrag "aus Kulanz", beziehungsweise um sich das Klagerisiko abkaufen zu lassen. Sollte jedoch der kurze Überstand, nach Einschätzung der Versicherung, feststehen dürfte diese Quote meist leider unter 50 % liegen.

Mit freundlichen Grüßen



Mario Kroschewski
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.09.2016 | 15:09

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Schnelle und ausführliche Antwort trotzdem einigen Ungewissheiten. Super Arbeit, vielen Dank!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Mario Kroschewski »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 29.09.2016
5/5,0

Schnelle und ausführliche Antwort trotzdem einigen Ungewissheiten. Super Arbeit, vielen Dank!


ANTWORT VON

(30)

Kreuzstraße 33
28203 Bremen
Tel: 0162 1564371
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Verkehrsstrafrecht, Strafrecht, Ordnungswidrigkeiten