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Rückverfolgung von Kontobewegungen

20.02.2011 15:20 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag!
Mein Vater ist 2007 gestorben. In den Jahren vor seinem Tod gab es mehrere unverständliche Abbuchungen von seinem Konto. Eventuell hat sich einer der Miterben bedient oder es wurden ihm vorab erhebliche Summen ausgezahlt.Wenn wir jetzt eine gerichtliche Klärung dieser Kontobewegungen veranlassen, um die Verteilung des Erbes nachträglich zu korrigieren:
Frage: Um wie viele Jahre wird dann zurück gerechnet?

Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann, insbesondere das Weglassen wesentlicher Angaben kann das Ergebnis der Beantwortung beeinflussen.


Soweit ein Miterbe Kontovollmacht besitzt und Verfügungen über das Konto trifft, so handelt er im Verhältnis zu den übrigen Miterben aus Geschäftsbesorgungsvertrag gemäß §662 BGB . Dieser Auskunftsanspruch ist abzugrenzen vom allgemeinen Auskunftsanspruch über die Erbschaft selbst, der unter Miterben grds. nicht besteht.
Der Auskunftsanspruch nach §622 BGB unter Miterben besteht nur dann, soweit einem Miterben die Kontovollmacht eingeräumt wurde. Die Auskunft ist dann vollumfänglich zu erteilen und zu belegen. Dieser Anspruch verjährt nach den allgemeinen zivilrechtlichen Vorschriften innerhalb von 3 Jahren, gemäß §195 BGB .
Dies bedeutet auch, dass der Anspruch auf Auskunft und letztlich auch Ausgleich nur rückwirkend für die letzten 3 Jahre geltend gemacht werden kann, also bis zu Ablauf des 31.12.2011 bis in das Jahr 2008 zurück.

Ich hoffe, dass ich Ihnen vorerst behilflich sein konnte.

Rückfrage vom Fragesteller 20.02.2011 | 16:05

Leider habe ich Ihre Antwort nicht verstanden!

Kann eine Geldbewegung bis auf x Jahre VOR dem Tod zurückverfolgt werden, um die Erbschaftszahlungen zu korrigieren?
Wie viele Jahre sind X??

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.02.2011 | 16:08

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben nur einen Anspruch auf Nachverfolgung für die letzten 3 Jahre, soweit ihr Anspruch eben nicht verjährt ist. Machen Sie Ihren Anspruch im Jahr 2011 geltend, können Sie bis in das Jahr 2008 Auskunft verlangen, nicht länger.

Mit freundlichen Grüßen

Nicole Schwuchow

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