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Rücktritt von gemeinsamer Urlaubsreise

28.04.2017 11:43 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Sehr geehrte Damen und Herren,

Mit zwei Freundinnen habe ich einen 3-Tages-Trip nach Amsterdam gebucht. Den Betrag haben wir gedrittelt und ich habe meinen Teil des Betrages an Freundin A überwiesen, damit sie den vollen Betrag zahlen kann. Eine Reiserücktrittsversicherung haben wir nicht abgeschlossen. Vor 1 1/2 Wochen wurde ich am Fuß operiert und kann daher die Reise nicht antreten. Daraufhin hab ich Freundin A darauf hingewiesen die Reise fristgerecht zu stornieren und mir meinen Teil des Betrags zurück zu überweisen. Dieser Forderung ist sie nicht nachgekommen. Freundin A und Freundin B treten die Reise nun ohne mich an. Ich bestehe aber weiterhin auf die Rückzahlung des Betrages, da ich von der Reise zurück getreten bin. Freundin A weigert sich den Betrag zu überweisen. Bin ich im Recht?

In dem von ihnen geschilderten Fall geht es nicht um die Frage, ob der Reiseveranstalter überhaupt den Preis zurück zahlen musste, das heißt ob Stornierunggebühren angefallen wären. Trotzdem wäre das eine Voraussetzung, Da ihr Anspruch auf Rückzahlung sowieso nur dann bestehen könnte, wenn kostenfrei storniert werden konnte. Dazu kann ich aus ihrer Schilderung aber nichts entnehmen.

Vorausgesetzt die Stornierung war möglich gilt folgendes:

Der Umstand, dass die Reise für sie durch einen anderen gebucht wurde, wird sich als sogenanntes Gefälligkeitsverhältnis darstellen. Bei solchen verträgen gibt es 2 Möglichkeiten, nämlich mit oder ohne Rechtsbindungswillen. Ob die dritte Person hier aber wirklich haften wollte, hängt von den Umständen ab, die ich von hier ebenfalls nicht beurteilen kann. Es deutet aber einiges daraufhin, dass es sich um ein Gefälligkeitsverhältnis mit Rechtsbindungswillen handelt, wenn nicht sogar um einen Auftrag. In dem Fall hätte der dritte ihren Auftrag oder die Anweisung ausführen müssen, mit der Folge, dass er oder sie selber haften könnte. Dafür spricht auch der gewisse finanzielle Wert so einer Reise. Die nicht Ausführung ihrer Anweisung ist eine Pflichtverletzung dieses Vertrags Verhältnisses, mit der Folge dass Schadenersatz zu leisten ist. Voraussetzung dafür ist das Vertretenmüssen, das heißt die vorwerfbare Verletzung der Pflicht. Damit spricht nach ihrer Schilderung einiges dafür, dass der Preis von der bekannten zurückzuzahlen ist, eine abschließende Bewertung Bedarf allerdings viel mehr Informationen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 28.04.2017 | 12:23

Eine kostenfreie Stornierung war möglich bis eine Woche vor Anreise. Da ich 1 1/2 Wochen vorher um die Stornierung gebeten habe, wäre es in diesem Zeitraum noch möglich gewesen die Stornierung kostenfrei durchzuführen. Wenn ich es richtig verstanden habe, liegt demnach also eine Pflichtverletzung ihrerseits vor.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.04.2017 | 12:28

Es ist nicht anzunehmen, dass Buchung und Stornierung einer Reise ganz ohne Rechtsbindungswillen geschehen sollen.

Wenn die Stornierung angewiesen wurde, aber aus Verschulden nicht durchgeführt wurde, besteht Anspruch auf Schadenersatz.

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