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Rücktritt von der 3-Monats-Miete einer Ferienwohnung


| 28.01.2018 10:52 |
Preis: 52,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von



Guten Tag.

Hintergrund:
Wir wollten in eine andere Gegend Deutschlands umziehen. Zurzeit wohnen wir in einem Haus, das wir verkaufen wollten, um in unsere "Wunsch-Gegend" ziehen. Die Entfernung von unserem aktuellen zu unserem zukünftigen Wohnsitz beträgt jedoch über 400 km. An unserem neuen Wohnort wollten wir wieder ein Haus kaufen. Eine Hausbesichtigungen wäre im Moment jedoch mit viel Fahrerei verbunden. Deshalb hatten wir uns entschlossen, an unserem Wunsch-Wohnort eine Ferienwohnung für drei Monate zu mieten, um dann vor Ort schnell auf alle Immobilienangebote reagieren zu können.

Miete Ferienwohnung:
Wir haben im Internet eine Ferienwohnung gefunden und die Wohnung für drei Monate gemietet. Der "Mietvertrag" besteht aus E-Mail-Korrespondez. Die Mails wurden auch ausgedruckt und unterschrieben und per Brief-Post versandt.
04.01.2018 erster Kontakt per E-Mail mit dem Vermieter der FeWo
05.01.2018 Buchungsbestätigung per Rück-Mail durch den Vermieter
1.3.-31.05. feste Buchung der FeWo / Option auf Verlängerung bis 12.07.2018
790,00 € Miete "all inclusive" pro Monat
24.01.2018 unsere Situation ändert sich "total"; wir bleiben in unserem aktuellen Haus
27.01.2018 wir teilen diese veränderte Situation dem Vermieter der FeWo per E-Mail mit

Neue Situation:
Am 24.01.2018 hat sich unsere Situation vollkommen geändert und wir können und werden nicht in unsere Wunschgegend umziehen, sondern weiterhin in unserem jetzigen Haus wohnen bleiben. Wir haben diese unsere Situation dem Vermieter der Ferienwohnung am 27.01.2018 mitgeteilt. U.a. haben wir wie folgt geschrieben:
"Wir schreiben Ihnen dieses E-Mail nicht in der Annahme, dass damit alles erledigt ist. Wir haben Ihre Ferienwohnung gemietet, werden sie jedoch nicht nutzen. Wir hoffen auf eine faire Verständigung mit Ihnen. Das erledigen wir am besten bei einem Telefongespräch. Bitte nennen Sie mir per Rück-Mail einen Zeitpunkt (ab morgen, Sonntag) wann ich Sie hierzu anrufen kann."

Der Vermieter wollte offensichtlich kein persönliches Telefon-Gespräch, sondern hat noch am gleichen Tag geantwortet und die folgende Forderung gestellt:
"Jetzt ist es so, dass wir auf Grund der festen Buchung der Ferienwohnung für zunächst 3 Monate durch Sie, mehreren Gästen absagen mussten. Darunter auch Stammgäste, ein Ehepaar, dass von sehr weit anreist. Wir sind nicht so eingestellt, dass wir auf der Bezahlung der von Ihnen fest gebuchten 3 Monate bestehen. Wir tragen Ihrer Situation Rechnung, kommen Ihnen entgegen und reduzieren die Miete auf einen aus unserer Sicht fairen Preis von 1200,-€ für 1,5 Monate."

Der Vermieter hat von uns die Freigabe, dass er seine Ferienwohnung an andere (Ferien-) Gäste vermieten kann. Zum Beispiel könnte er dieses von ihm genannte Ehepaar kontaktieren. Wenn diese Personen Stammgäste sind, dann hat er sicher deren Kontaktdaten.

Wichtigste Fragen:
Kann uns der Vermieter seinen "Verlust an Mieteinnahmen" in Rechnung stellen?
Muss der Vermieter seinen "Verlust" nachweisen oder kann er irgend eine Summe "nach Lust und Laune" fordern?
Ist das Angebot des Vermieters "1.200,00 €" ein "faires" Angebot?
Wenn nein, also 1.200 € "nicht fair" sind, wie hoch sollte eine "korrekte und faire" Forderung des Vermieters sein?

Zusatz-Fragen:
Kann der Vermieter darauf bestehen, dass wir den Mietvertrag erfüllen?
Wenn wir zahlen müssen, kann der Vermieter dann trotzdem zusätzlich vermieten?
Wenn wir zahlen müssen, können wir darauf bestehen, dass die Wohnung unvermietet bleibt?


Freundliche Grüße und Danke im voraus für die Beantwortung dieser Fragen.
28.01.2018 | 12:24

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Zur Terminologie ist zunächst zu sagen, dass man ein Mietverhältnis im allgemeinen nur kündigen kann. Davon abgesehen ist ein einmal abgeschlossener Mietvertrag grundsätzlich wirksam. Es gibt kein gesetzliches Rücktrittsrecht. Liegen zwei übereinstimmende Willenserklärungen vor, kommt ein Mietvertrag zustande. Die E-Mails sind hierfür ausreichend. Es liegt außerdem eine unterschriebene, schriftliche Version vor. Die Gegenseite kann den Vertragsschluss somit problemlos beweisen. Um sich von diesem Mietvertrag wieder zu lösen bräuchte man ein Kündigungsrecht. Ein solches ergibt sich in ihrem Fall nicht aus den §§ 542 ff. BGB . Auch ein Widerrufsrecht kommt nicht in Betracht, da die 14 Tägige Frist abgelaufen ist. In Betracht käme somit nur eine Störung der Geschäftsgrundlage gem. § 313 BGB . Hier müsste man ihre Interessen mit denen der Gegenseite abwägen. Das Ergebnis würde zu ihren Ungunsten ausfallen, da ihre veränderten Lebensumstände in ihre Interessensphäre fallen. Der zu ersetzende Gewinn ergibt sich aus § 252 BGB . Die Gegenseite benötigte Planungssicherheit und musste auch schone dementsprechende Vorbereitungen treffen. Dies wird ja auch bereits vorgetragen. Die zu fordernde Summe ergibt sich aus dem Mietpreis. Es ist allerdings ein Abschlag zu machen bzgl. der Verpflegungskosten. Ohne genaue Kenntnis der Vertragsunterlagen, erscheint die Halbierung des Preises als durchaus faires Angebot. Die Gegenseite kann ihren Anspruch letztendlich beweisen und hat die rechtlichen Argumente auf ihrer Seite. Der Vermieter kann natürlich die Wohnung nicht noch einmal vermieten, da er sonst einen unberechtigten Vorteil erlangen würde. Wenn er die Wohnung zu dem fraglichen Zeitpunkt noch einmal vermietet müssen sie nicht zahlen. Im Gegenteil, sie hätten sogar einen Anspruch auf die Wohnung, weil sie über einen gültigen Mietvertrag verfügen.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich



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"Ich hatte mich bemüht, alle relevanten Details bereits in meiner Frage zu benennen. Das hilft sicher dem RA bei seiner Antwort, auf der anderen Seite wird die Frage dann natürlich relativ lang. Mit seiner detaillierten Antwort hat RA Hellmich gezeigt, dass er meine (ausführlich gestellte) Frage intensiv gelesen und bearbeitet hat. Ich hätte mir zwar eine andere Antwort gewünscht, doch das Recht ist nun mal so, wie es ist. Dank der ausführlichen Antwort von RA Hellmich bleibt es mir nun erspart, evtl. erneut einen Fehler zu machen. Ich danke Herrn RA Hellmich herzlich für seine Arbeit. "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 28.01.2018
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Ich hatte mich bemüht, alle relevanten Details bereits in meiner Frage zu benennen. Das hilft sicher dem RA bei seiner Antwort, auf der anderen Seite wird die Frage dann natürlich relativ lang. Mit seiner detaillierten Antwort hat RA Hellmich gezeigt, dass er meine (ausführlich gestellte) Frage intensiv gelesen und bearbeitet hat. Ich hätte mir zwar eine andere Antwort gewünscht, doch das Recht ist nun mal so, wie es ist. Dank der ausführlichen Antwort von RA Hellmich bleibt es mir nun erspart, evtl. erneut einen Fehler zu machen. Ich danke Herrn RA Hellmich herzlich für seine Arbeit.


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