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Rücktritt vom Pferdekauf zwischen Privatpersonen


04.11.2017 18:01 |
Preis: 55,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe vor 5 Woche eine 14 Jahre alte Stute gekauft. Es war geplant, sowohl einen Kaufvertrag als auch eine Ankaufsuntersuchung zu machen. Dann kamen jedoch zwei Dinge zusammen. Die Verkäuferin war schwer greifbar da sie einen Elternteil pflegen musste der weit weg wohnt, und an unserem Stall gingen kurzfristig zwei Pferde weg, sodass unser zweites Pferd plötzlich quasi über Nacht alleine stand. Ich hatte die Stute einmal kurz auf dem Reitplatz Probe geritten. Sie war laut Angaben der Besitzerin gesund und als Wanderreitpferd geeignet, denn ein solches suchte ich. Bei dem Proberitt fiel mir nichts auf, jedoch war dieser auch wie gesagt kurz, weil das Pferd untrainiert und der Reitplatz klein und in schlechtem Zustand war. Dennoch ließ ich mich aufgrund der Situation dummerweise darauf ein, die Stute ohne Ankaufsuntersuchung zu kaufen. Ein schriftlicher Kaufvertrag sollte per Email zugeschickt und von beiden Seiten unterschrieben werden. Im Nachhinein war das natürlich dumm und naiv, aber ich wollte die Stute aus Sorge um unser zweites Pferd schnellstmöglich zu mir holen. Ich habe 3500€ für die Stute bezahlt, sie ausdrücklich zum Wanderreiten gekauft und mir wurde versichert, dass sie noch nie krank oder lahm gewesen sei; bis auf empfindliche Augen, wogegen sie eine Maske tragen solle, sei sie kerngesund.

Ich habe die Stute dann zu mir geholt und sie nach einigen Tagen Eingewöhnung zum ersten mal geritten, nur eine kurze Runde Schritt im Gelände. Mir fiel auf, dass die Stute sehr oft stolperte, einmal so heftig, dass sie fast mit mir gestürzt wäre. Ich schob das auf den Beschlag, der noch vom Schmied der Vorbesitzerin stammte und selbst für mich als Laie schlecht ausgeführt war. Ich rief einen guten orthopädischen Schmied, der bestätigte, dass das Stolpern von einer leichten Fehlstellung in Verbindung mit dem schlechten Beschlag kommen könne. Die Stute wurde neu beschlagen.

Aus Zeitgründen ´meinerseits wurde sie in den nächsten 2 Wochen nicht mehr geritten, sondern nur kurz im Schritt und Trab auf dem Platz bewegt bzw. spazieren geführt.

Am 02.11. machte ich dann den ersten wirklichen Ausritt mit ihr, ca. 6km, überwiegend im Schritt. Sie stolperte nicht mehr so schlimm wie beim ersten Ritt, bis hin zum Sturz, aber immer noch auffallend oft.

Ich teilte dies der Vorbesitzerin mit, die mir bestätigte, dass die Stute auch bei ihr im Gelände öfter gestolpert sei, dies sei jedoch aus ihrer Sicht Unaufmerksamkeit, wenn man die Stute reiterlich fordere, sei dies nicht der Fall.

Dies kam mir seltsam vor, denn aus Unachtsamkeit stürzt ein Pferd in aller Regel nicht auf die Nase, zumal die Stute bei mir auch stolperte, wenn sie durchaus aufmerksam war. Ich entschloss mich daher bereits zu diesem Zeitpunkt, dies einmal durch Röntgen abklären zu lassen.

Heute morgen fuhr ich dann mit der Stute zu einem befreundeten Trainer, um bei ihm zur Auffrischung eine Reitstunde zu nehmen. Zum ersten Mal ritt ich die Stute daher nicht nur am langen Zügel ins Gelände, sondern auf dem Platz in engen Wendungen. Sie ging von Anfang an in engen Wendungen vorne rechts deutlich lahm, das gleiche Bein, mit dem sie immer stolperte.

Nach 10min brachen wir daher ab und der sehr erfahrene Trainer machte eine Beugeprobe, welche auf dem rechten Vorderbein eine deutliche Lahmheit hervorrief, welche auch nicht nach einigen Schritten wieder verschwand.

Das Bein zeigt keinerlei Anzeichen für eine akute Verletzung, es ist nichts warm, nichts geschwollen, der Huf lässt sich abdrücken ohne Schmerzreaktion, die Sehnen sind klar und es gibt keine weichen Stellen.

Nach Einschätzung zweier sehr erfahrener anwesender Pferdeleute hat die Stute ein bereits länger bestehendes Problem im rechten Vorderbein, die Symptome deuten auf Hufrollenbefund hin, was die Stute definitiv maximal bedingt reitbar machen würde.

Ich habe nun für kommende Woche einen Termin für eine umfassende Diagnostik in der Pferdeklinik.

Nun zu meiner Frage.

Sollte sich heraus stellen, dass die Stute tatsächlich eine Erkrankung hat, welche a) die Reitbarkeit dauerhaft einschränkt und b) bereits bei der Vorbesitzerin bestand, egal, ob diese davon wusste oder nicht, welche Möglichkeiten habe ich dann? Kann ich vom Kaufvertag zurück treten? Wer muss die Kosten der Diagnose tragen? Spielt es eine Rolle, dass keine AKU und kein schriftlicher Vertrag vorliegen?

Ich habe mehrere schriftliche Äußerungen der Vorbesitzerin, wonach die Stute bei ihr keinerlei Probleme gehabt habe und voll reitbar gewesen sei.

Ein angebotener Rücktritt vom Kauf in beiderseitigem Einverständnis wurde abgelehnt.

04.11.2017 | 18:46

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,


es wird eine Frage der Beweisbarkeit sein:


Die Erkrankung des Pferdes wäre dann als Sachmangel nach §§ 434, 90a BGB zu werten, wenn die Erkrankung bei Übergabe des Pferdes an Sie schon vorhanden gewesen wäre.


Es ist daher nach § 446 BGB darauf abzustellen, ob die von Ihnen festgestellten Mängel schon vorhanden gewesen sind (BGH, Urteil vom 22.06.2006, Az.: VIII ZR 281/04).


Dafür werden Sie beweispflichtig sein, so dass Sie das Untersuchungsergebnis abwarten müssen.


Nur wenn zweifelsfrei feststehlt, dass diese Erkrankungen schon vorhanden gewesen sind, stehen Ihnen die Gewährleistungsansprüche zu.


Nach einem ergebnislosen Fristablauf wäre dann auch der Rücktritt möglich. Auch wenn vermutlich der Mangel nicht zu beseitigen ist, werden Sie diese Frist setzen müssen.


Bei den Untersuchungskosten kommt es darauf an, ob die Verkäuferin schuldhaft gehandelt hat, also vom Mangel wusste.


Ob das mit ihrer Aussage, das Pferd sei auch bei ihr gestolpert, kann zweifelhaft sein. Das wäre genauer zu prüfen.




Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin


Sylvia True-Bohle


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