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Rücktritt vom Pferdekauf Risiko und Alternativen


| 08.12.2017 02:14 |
Preis: 50,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von



Kurzzusammenfassung des Falles: Ich habe Ende September ein Pferd gekauft, aufgrund schwieriger Umstände ohne Ankaufsuntersuchung und Kaufvertrag. Das Pferde wurde mir als 14jährig und gesund verkauft, mehrfache schrfitliche Äußerungen des Verkäufers mit dieser Aussage liegen vor. Bei mir stellte sich heraus, dass das Pferd stolpert, in engen Wendungen lahmt geht und außerdem bereits 15,5 Jahre alt ist (Stute mit Papieren, exaktes Geburtsdatum ist bekannt). Dies fiel mir erst zu spät auf, da ich die Papiere erst Wochen nach dem Kauf erhielt. Versuche einer Einigung mit dem Verkäufer sind gescheitert.
Aufgrund einer früheren Anfrage hier auf dieserSeite weiß ich bereits, dass grundsätzlich die Möglichkeit besteht, vom Kauf zurück zu treten, auch bei einer Privatperson, sofern ich nachweisen kann, dass die Stute eine Erkrankung hat, die schon beim Verkäufer bestand und dieser nicht nachbessern kann.
Ich habe nun noch ganz konkrete Fragen zur weiteren Vorgehensweise.

Der Kaufpreis für die Stute betrug 3000€. Nach aktueller Marktlage ist davon auszugehen, dass mir ein Weiterverkauf der Stute mit Offenlegung ihrer Probleme und als bedingt reitbar zwischen 1800 und 2000€ einbringen würde, es wäre also von einem Verlust von ca. 1000€ auszugehen, dafür bestünden gute Chancen, die Stute zeitnah in gute Hände zu verkaufen und weitere Kosten zu sparen.
Die zweite Alternative wäre der Gang zum Anwalt. Hier wäre ich, da der Verkäufer Privatperson ist, jedoch in der Beweispflicht. Von einer gütlichen Einigung in Form eines Wertausgleiches etc ist nicht auszugehen, dies wurde bereits versucht, der Verkäufer ist zu keinerlei Kompromissen bereit und war bereits beim Anwalt.

Aufgrund des Streitwerts würde die Sache dann zum Amtsgericht gehen. Dies kann - was mir aus persönlicher Erfahrung bekannt ist - Monate bis über ein Jahr dauern, bis eine Entscheidung gefällt wird.

Jeden Monat kostet mich die Stute zwischen 250 und 300€ an Unterhaltskosten.

Bisher wurde die Stute nicht geröngt, eine Lahmheitsuntersuchung ergab lediglich Probleme im Bereich des rechten Hufgelenks. Eine konkrete Diagnose liegt noch nicht vor.

Von der Verkäuferin habe ich eine schriftliche Aussage, wonach das Pferd auch bei ihr gestolpert ist, allerdings hat sie das auf Unachtsamkeit geschoben, was laut meinem Tierarzt Unsinn ist.

Laut meinem Kenntnisstand würde ich weiterhin Unterhaltskosten pp nur geltend machen können bei arglistiger Täuschung, was in diesem Falle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verneint würde, da der Verkäufer das Pferd länger nicht geritten hat und darauf beharrt, dass die Stute bei ihm keinerlei Einschränkungen gezeigt hat.

Das heißt, bereits bei einer Wartezeit von 10 Monaten auf eine richterliche Entscheidung würden die Unkosten selbst bei 100% Rückzahlung des Kaufpreises den gesamten Kaufpreis aufwiegen, selbst wenn in dieser zeit keinerlei weitere Kosten (Tierarzt, Schmied pp ) entstünden, was unwahrscheinlich ist.



Daher nun meine konkreten Fragen:

1. Bestehen ohne Kaufvertrag und ohne Ankaufsuntersuchung überhaupt reelle Chancen, den vollen Kaufpreis zurück zu erhalten, da kein konkreter Nutzen schriftlich vereinbart wurde und die Stute in ihrem aktuellen Zustand zwar stolpert, aber grundsätzlich dennoch reitbar ist? ich muss dazu sagen, dass ich das Pferd konkret als Wanderreitpferd gekauft habe, wofür sie mit ihren Symptomen definitv nicht geeignet ist; dies wurde jedoch alles nur mündlich geäußert.

2. Könnte ich die Kosten für den Unterhalt des Pferdes bis zu einem gerichtlichen Entscheid beim Verkäufer geltend machen, wenn ja, ab welchem Zeitpunkt, oder nur bei arglistiger Täuschung?

3. Würde erfahrungsgemäß eine Anzeige wegen Betruges etwas nützen, bzw, in wie weit würde bei einem Pferd ein falsch angebenes Alter von einem Jahr (als 14 verkauft, tatsächlich 15 Jahre) rechtlich gewichtet werden? Könnte dies für eine Betrugsanzeige ausreichen, da das genaue Alter ja definitv bekannt war und ganz bewusst mehrfach ein falsches Alter angegeben wurde? Fällt 1 Jahr Unterschied bezüglich einer möglichen Wertminderung überhaupt ins Gewicht?

4. Wenn ich mich entscheiden würde, einen Anwalt einzuschalten, und in der Zeit die erfahrunsgemäß mit dem Hin und Herschreiben von Briefen vergeht, würde sich ein geeigneter Besitzer für die Stute finden mit welchem ich mir finanziell einig würde, wäre dann ein Verkauf der Stute trotzdem möglich, und wenn ja, was hätte das für rechtliche Konsequenzen? Müsste ich dann alle bisher entstandenen Kosten tragen, oder würde das trotzdem von der Rechtsschutzversicherung übernommen?
08.12.2017 | 08:49

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Zu Ihren Fragen:

1. Bestehen ohne Kaufvertrag und ohne Ankaufsuntersuchung überhaupt reelle Chancen, den vollen Kaufpreis zurück zu erhalten, da kein konkreter Nutzen schriftlich vereinbart wurde und die Stute in ihrem aktuellen Zustand zwar stolpert, aber grundsätzlich dennoch reitbar ist? ich muss dazu sagen, dass ich das Pferd konkret als Wanderreitpferd gekauft habe, wofür sie mit ihren Symptomen definitv nicht geeignet ist; dies wurde jedoch alles nur mündlich geäußert.

Die Beweispflicht liegt bei Ihnen, allerdings gibt es zwei Angriffspunkte. Zum einen das Alter des Pferdes, welches bereits zum Rücktritt berechtigen würde, wenn Ihnen dies jünger angepriesen wurde. Zum anderen die Leiden des Verdes, die offensichtlich sind und davon auszugehen ist, dass es auch der Verkäuferin hätte auffallen müssen.

2. Könnte ich die Kosten für den Unterhalt des Pferdes bis zu einem gerichtlichen Entscheid beim Verkäufer geltend machen, wenn ja, ab welchem Zeitpunkt, oder nur bei arglistiger Täuschung?

Dies könnten Sie auch vollständig geltend machen, sie müssten allerdings vorher den Rücktritt wegen dieser Mängel, die unbehebbar sind, erklären. Auf eine arglistige Täuschung käme es sodann nicht an, weil sich das Pferd grundsätzlich noch in der Gewährleistung befindet, auch wenn es zwischen Privaten geschlossen wurde, da kein Ausschluss der Gewährleistung erfolgte.

3. Würde erfahrungsgemäß eine Anzeige wegen Betruges etwas nützen, bzw, in wie weit würde bei einem Pferd ein falsch angebenes Alter von einem Jahr (als 14 verkauft, tatsächlich 15 Jahre) rechtlich gewichtet werden? Könnte dies für eine Betrugsanzeige ausreichen, da das genaue Alter ja definitv bekannt war und ganz bewusst mehrfach ein falsches Alter angegeben wurde? Fällt 1 Jahr Unterschied bezüglich einer möglichen Wertminderung überhaupt ins Gewicht?

Bei einem solchen Alter des Pferdes, fällt schon das eine Jahr ins Gewicht. Insbesondere ist dies auch eine arglistige Täuschung, die nachgewiesen werden kann. Bereits aus diesem Grund könnten Sie vom Kaufvertrag zurücktreten und sämtliche Kosten geltend machen.

4. Wenn ich mich entscheiden würde, einen Anwalt einzuschalten, und in der Zeit die erfahrunsgemäß mit dem Hin und Herschreiben von Briefen vergeht, würde sich ein geeigneter Besitzer für die Stute finden mit welchem ich mir finanziell einig würde, wäre dann ein Verkauf der Stute trotzdem möglich, und wenn ja, was hätte das für rechtliche Konsequenzen? Müsste ich dann alle bisher entstandenen Kosten tragen, oder würde das trotzdem von der Rechtsschutzversicherung übernommen?

Außergerichtlich wäre dies kein Problem. Sofern allerdings eine Klage eingereicht würde, müsste man sich vorab entscheiden, ob man eine Wertminderung beansprucht oder aber vom Kaufvertrag zurücktritt.

Außergerichtlich würde ich Ihnen allerdings empfehlen, den Rücktritt zu verfolgen. Sodann würde ich versuchen, das Pferd zu veräußern und eine Wertminderung gerichtlich durchzusetzen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 11.12.2017 | 14:13


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