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Rücktritt vom Barkauf

| 09.02.2013 23:11 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


00:55
Guten Abend!

ich habe kürzlich einen größeren Gegenstand bei ebay ersteigert. (Barzahlung bei Abholung / Privatkauf) - Nachdem wir dem Verkäufer (VK) bei dem schriftlich bestätigten (!) Abholtermin (Mi. den 06.02.2012 zwischen 18:00 - 19:00) entgegengekommen sind (er wollte keinesfalls eine Abholung an einem WE), haben wir uns ein entsprechendes Fahrzeug geliehen. Mein Mann und sein Kollege sind zum VK zwecks Abholung gefahren. Zum Termin war der VK nicht anwesend. Anrufe schlugen fehl. Eine vorherige Terminabsage per Tel. oder Mail seitens des VK ist nicht erfolgt. Wir waren daher ziemlich sauer. Als Ausgleich für unsere Unkosten haben wir dem VK per Mail dann aufgefordert, er möge doch den Gegenstand nun auf seine Kosten an uns liefern. Diese Alternative hatte der VK im ebay-Angebot ebenfalls angeboten. Die Lieferkosten entsprechen ungefähr denen, die wir bereits vergeblich verauslagt haben (Mietkosten Fahrzeug/Benzin). Ich hielt unser Angebot daher für fair.

Wir erhielten daraufhin vom i-pad des VK aus eine Kurzmail vom VK, mit dem Hinweis, er wäre wegen eines Sterbefalles Onkel = Höhere Gewalt verhindert gewesen. Am folgenden Tag kam es zu einem Telefonat zwischen mir und dem VK. Hierbei führte der VK sowohl den Sterbefall, seinen Umzug sowie "Vergessen" als Gründe für sein Ausbleiben an?! Anschließend beschwerte sich der VK darüber, dass wir ihm ein ungehöriges Angebot (s.o.) gemacht hätten. Er ließ mich bei dem Gespräch nicht zu Wort kommen, signalisierte keinerlei Verständnis für unsere Situation und äußerte kurz und knapp, dass wir nun den Gegenstand zu Geschäftszeiten (Mo.-Fr 9:00-17:00) abholen könnten - natürlich wieder zu unseren Lasten. Ich erwiderte, "dass ich mich eigentlich nicht mit ihm ärgern wolle." Zu mehr kam ich nicht, denn er schmiss mit dem Hinweis "Das war`s dann wohl!" den Hörer auf die Gabel.

Ich habe dann den VK per Mail angeboten, er möge den Kaufvertrag bitte bei ebay per Transaktionsabbruch (=Rücktritt) abbrechen, da ich nach dem letzten Telefonat davon ausging, dass er an der Kaufabwicklung kein Interesse mehr habe.

Seine schriftliche Antwort: Er besteht auf die Bezahlung. Zudem hat er uns per Fallmeldung bei ebay wegen "Nichtzahlung" mir an diesem Freitag 08.02. mitgeteilt, dass er auf die Bezahlung bis zum 12.02.2013 besteht, da ein Kaufvertrag vorliegt. Er hat sich dabei nicht geäußert, ob die Bezahlung dann bei einer wie ursprünglich vereinbarten Barzahlung bei Abholung geschehen soll oder ob wir seiner Meinung nach schon mal vorab die Zahlung leisten sollten. Der ursprüngliche Kaufvertrag sah Bezahlung per Abholung vor. Auch zeitlich wäre eine Zahlung zum 12.02.2013 - glaube ich - nur per Paypal möglich (haben wir aber nicht). Wie wir das mit der Abholung mal eben zeitlich stemmen könnten, falls wir am kommenden Mo oder Di zwischen 9:00 und 17:00 abholen & bezahlen müssten, ist mir ebenfalls unklar, allzumal wir ja auch noch für die Abholung von unserem Arbeitgeber frei bekommen müssten. Mein Chef ist erst am Dienstag wieder da und könnte ggf. erst danach einen Urlaub genehmigen. Heißt: bis zu der o.g. Frist, haben wir eigentlich gar keine Chance den Kaufgegenstand abzuholen!

Montag tobt zudem der Karneval am Abholort, - da ist es sowieso fraglich, ob der VK am Rosenmontag überhaupt in den Geschäfts- und/oder Privaträumen anwesend ist bzw. ob das Geschäft geöffnet hat. Hierüber erging uns keine Mitteilung. Wir wissen ja noch nicht einmal, ob der Kaufgegestand in einer eventuellen Privatwohnung auf dem Gelände oder aber in einem seiner Geschäftsräume auf selbigem Gelände steht.

Ich habe ihm nun schriftlich per Einschreiben mitgeteilt, dass ich wegen Fixkauf (war allerdings nicht explizit so in der Terminabsprache benannt) und nach $324 Rücktritt wegen Verletzung einer Pflicht nach § 241 Abs. 2) sein Verlangen aufgrund abermaliger Kosten und Aufwand für unzumutbar halte und ich daher vom Kaufvertrag zurücktrete. Er möge bitte auch seinerseits zurücktreten. Wir würden dann auch die uns bereits entstandenen Kosten selbst vollständig tragen und die Sache wäre erledigt.

Habe ich voreilig den Rücktritt erklärt? Ist der Rücktritt überhaupt rechtens? Hätte ich den Rücktritt mit der Unmöglichkeit der Barzahlung bei Abholung zum 12.02.2012 begründen sollen? Habe ich mich mit dem Rücktritt per Einschreiben selbst in Selbstverzug gesetzt? Was tun, wenn der VK weiterhin auf den Kaufvertrag & Zahlung besteht? Und sollte sich wider Erwarten eine Abholung am 12.02.2012 doch noch kurzfristig einrichten lassen: einfach den urspünglichen Kaufbetrag bei Abholung zahlen und danach Schadensersatz fordern? Da muss ich ihm ja wieder hinterherrennen... Oder einfach über Ebay den Kaufgegenstand per Lieferung kaufen? Muss der VK dann liefern - obgleich ursprünglich Barzahlung bei Abholung ausgemacht war?

Zur Ergänzung: Der Kaufgegenstand fällt nicht in den Bereich der Gewerblichkeit des VK.

Danke für Ihre Antwort!
10.02.2013 | 00:27

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

leider waren Sie (noch) nicht zum Rücktritt berechtigt.

Der Verkäufer ist aufgrund der Nicht-Übergabe zum vereinbarten Zeitpunkt in Verzug geraten. Das bedeutet, dass Ihre vergeblichen Ausgaben für den erfolglosen Abholversuch von dem Verkäufer ersetzt werden müssen.

Allerdings bedeutet es auch, dass Sie den Gegenstand weiterhin bei dem Verkäufer abholen müssen.

Zum Rücktritt sind Sie erst berechtigt, wenn Sie dem Verkäufer eine Frist zur Übergabe gesetzt haben und dieser sie versäumt hat.

Sie sollten die Kosten für den vergeblichen Abholversuch mit dem Kaufpreis aufrechnen und dem Verkäufer nur die Differenz zahlen.

Bitte stellen Sie solange Nach- und/oder Verständnisfragen, bis Sie zufrieden sind. Es ist nicht notwendig, die Antwort mit "Habe Rückfragen" zu bewerten, es reicht aus, die Rückfragen einfach zu stellen.

Wenn Sie keine Nach-/Verständnisfragen mehr haben und mit der Antwort zufrieden sind, bitte ich um eine positive Bewertung, um die Bezahlung zu ermöglichen.

Die Erbringung unentgeltlicher Rechtsberatung ist in Deutschland nach zwingendem Recht nicht gestattet.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


Rückfrage vom Fragesteller 10.02.2013 | 00:50

Zugegeben: Meine obigen Fragen waren vielleicht ein wenig viel... Mein Rücktritt war also (noch) nicht berechtigt - und kann daher auch nicht bedeuten, dass ich mich hierdurch selbst in Verzug gebracht habe, oder doch? Ich würde mich freuen, wenn Sie mir diese eine Frage noch beantworten könnten.

Danke!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.02.2013 | 00:55

Sehr geehrte Ratsuchende,

nein, Sie haben sich nicht in Verzug gebracht. Tatsächlich sind Sie gar nicht in Verzug.

Der Kaufpreis ist auch erst bei Übergabe fällig, wie im Vertrag festgemacht. Die vorzeitige Kaufpreisforderung des Verkäufers ist unwirksam.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.02.2013 | 01:15

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"Die Darlegungen war kurz, nachvollzieh- und brauchbar. Nicht alle Fragen wurden beantwortet, was vielleicht aber auch an der Fülle meiner Fragen lag. Eine generelle Marschrichtung habe ich jedenfalls erhalten. "
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 10.02.2013
4/5,0

Die Darlegungen war kurz, nachvollzieh- und brauchbar. Nicht alle Fragen wurden beantwortet, was vielleicht aber auch an der Fülle meiner Fragen lag. Eine generelle Marschrichtung habe ich jedenfalls erhalten.


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