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Rücktritt Kauf- und Mietvertrag bei Pfando.de


16.05.2018 09:19 |
Preis: 40,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

am Freitag, 11.5.2018 habe ich bei Pfando Cash & Drive mein Auto beleihen wollen, um einen finanziellen Engpass kurzfristig zu lösen. Mir wurde ein Kaufvertrag für mein Auto und ein anschließender Mietvertrag für ein halbes Jahr vorgelegt. Leider habe ich
die Verträge unterschrieben, ohne diese vor Ort genau zu lesen. Das war ein großer Fehler, denn im Mietvertrag steht, dass mein Fahrzeug nach Ablauf der Frist von Pfando.de versteigert wird. Ich war davon ausgegangen, dass ich mein Auto mit einen Betrag beleihe und an Pfando in Raten inkl. Zins zurückzahle. Nun ist es so, dass ich dem Unternehmen mein Auto unter Wert "Verkauft" habe und keinerlei Anspruch bzw. Einfluss mehr habe. Sehen Sie irgendeine Möglichkeit, den Vertrag rückgängig zu machen? Das erhaltene Geld würde ich sofort wieder zurückzahlen und den "Mietzins" für die bereits gefahrenen Tage ab dem 11. ebenso.
Habe ich da irgendwelche Chancen oder muss ich die Situation nun wegen meiner Dummheit so hinnehmen?
Für Ihre Mühe vielen Dank.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

wenn im Vertrag ein Widerrufsrecht und/oder eine Rücktrittsrecht ausdrücklich vereinbart worden ist, können Sie diese Recht wahrnehmen.

Da Sie offenbar das Auto nicht verkaufen wollten, besteht noch die Möglichkeit der Anfechtung des Vertrages wegen Irrtums nach § 119 BGB.

§ 119 Anfechtbarkeit wegen Irrtums
(1) Wer bei der Abgabe einer Willenserklärung über deren Inhalt im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte, kann die Erklärung anfechten, wenn anzunehmen ist, dass er sie bei Kenntnis der Sachlage und bei verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben haben würde.......

Die Anfechtung muss unverzüglich erfolgen, so dass Sie diese noch heute dem in Vertrag genannten Vertragspartner schriftlich gegenüber erklären müssen.

In Falle der wirksamen Anfechtung bedeutet dieses, dass der Vertrag von Anfang an nichtig ist. Leistungen, die erbracht worden sind, müssen dann rückabgewickelt werden.

Die Anfechtung ist aber mit der Folge verbunden, dass Sie der Gegenseite zur Zahlung eines Schadensersatzes verpflichtet sind (§122 BGB)., wenn die Gegenseite einen solchen nachweisen kann.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 16.05.2018 | 10:58

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Leider ist im Vertrag schriftlich kein Widerrufsrecht vereinbart, das habe ich nur mündlich erhalten.
Nachdem ich per Mail versucht habe, den Vertrag rückgängig zu machen, wurde mir mitgeteilt, dass
ich die erste Mietrate auf jeden Falle bezahlen müsse und danach Tag-genau abgerechnet werden würde
(was ich ehrlich gesagt nicht verstanden habe).

Muss ich den Widerruf des Vertrages mit der Begründung des §119 Anfechtung wegen Irrtums per Post senden oder
kann das auch per Mail geschehen? In welchem Fall könnte die Anfechtung schief gehen, weil ich die Verträge ja dummerweise unterschrieben habe, ohne genau zu lesen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.05.2018 | 11:21

Sehr geehrte Ratsuchende,

wenn Ihnen ein Widerrufsrecht eingeräumt worden ist, müssten Sie dieses aber beweisen. Da es wohl nur mündlich erfolgt ist, dürfte der Beweis vermutlich schwer zu führen sein.

Sie müssen die Anfechtung schriftlich erklären. Das ist kein Widerruf. Die Anfechtungserklärung muss schriflich mit Ihrer Unterschrift erfolgen, so dass eine Übersendung per Mail nicht ausreichend ist. Sie müssen daher die Anfechtungserklärung per Post übersenden; sollten diese aber noch zusätzlich per Fax und per Mail übersenden.

Da Sie sich gerirrt haben, dürfte die Anfechtung auch durchgreifen.

Sie müssen natürlich die Abrechnung und Forderungen, die noch geltend gemacht werden, genau prüfen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


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