Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rücktritt KFZ Vertrag Kauf/Motorschaden/welche Gebühren darf der Händler einbehalten

19.11.2018 21:01 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Am 23.07.2018 haben wir bei einem Händler einen Gebrauchtwagen (Opel Insignia) bar gekauft.
Der Kaufpreis betrug 17.990€ zzgl 295€ Garantiepass sowie 120€ Zulassungsdienst.
Mein altes Auto wurde für 499€ in Zahlung genommen.

Bei der „Abnahme" des Fahrzeugs bemerkten wir, dass auf der Frontscheibe erhebliche Steinschläge waren, sowie einen neuen Lackschaden am Heck. Diese Mängel wurden nach mehrmaligem Vorsprechen in der Werkstatt des Händlers repariert. Außerdem machte sich nach wenigen Kilometern ein Klacken beim Lastwechsel (und Schalten) bemerkbar und auch ein metallisches Geräusch (ähnlich Blech klappern).
Dies haben wir dem Händler sofort mitgeteilt und auch direkt einen Termin in der Werkstatt bekommen. Das Auto wurde tagelang geprüft und bezüglich es Klackens wurden keine Ursache gefunden. Es wurde uns mitgeteilt, dass kein Mangel vorliegt und wir keine Bedenken haben brauchen.
Da das Metall klappern nervig wurde, sind wir in eine Opel Fachwerkstatt gefahren, diese stellte fest, dass das Hitzeschutzblech an der Bremse vorn links nicht befestigt war (der Händler hatte wohl erst die Bremsen erneuert vor unserem Kauf). Für diese Reparatur beim Opel Fachhändler haben wir 65€ gezahlt.

Am 18.11.2018 haben wir für dieses Fahrzeug Winterräder (ohne Reifendruck Sensoren) bestellt (746,60€). Diese Winterräder haben wir genau eine Woche gefahren, dann am 27.10.2018 erlitt das Auto einen Motorschaden.
Wir haben es vom ADAC in die Werkstatt des Händlers bringen lassen und bekamen einen Leihwagen. Die Werkstatt nahm das Auto an und meldete sich einige Tage später mit der Diagnose Motorschaden. Darauf hin sagte man uns, dass die Werkstatt erst mit Opel in Kontakt treten wird bezüglich eines Austauschmotors etc..
Dies hat dann auch wieder ein paar Tage gedauert, bis man uns informierte, dass ein Austauschmotor zu teuer sei. Darauf sollten/konnten wir uns bei dem Händler ein anderes KFZ aussuchen. Wie es der Zufall wollte, gab es genau dasselbe Modell (1.000€ teurer) noch mal.
Allerdings war das Auto noch nicht aufbereitet, es kam gerade erst auf den Hof, hieß es.
Trotzdem konnten wir direkt eine Probefahrt machen. Nach der Probefahrt teilten wir dem Händler die vorliegenden Mängel mit. Eine Felge war stark zerschrammt und schon angefeilt, die Motorhaube pfiff ab 120km/h, es gab ein Problem mit der Kupplung und auch dieses Fahrzeug machte ein Klacken beim Lastwechsel.
Wir sind am 05.11.2018 mit dem Händler so verblieben, dass er die vorhandenen Mängel beseitigen solle und wir dann dieses Auto im Austausch (1.000€ + Nutzungsgebühr für den alten) nehmen würden. Auch war abgemacht zu prüfen, ob die neuen Winterräder angebracht und Reifendrucksensoren nachträglich hier montiert werden können. Der neue Gebrauchtwagen hatte nämlich dieses Reifendruckkontrollsystem was der andere nicht hatte.
2 Wochen später (am 17.11.201) meldetet sich der Händler und teilte mit, dass wir noch mal Probe fahren können und dass unsere neuen Winterräder (inkl. extra für uns gekauften Sensoren) montiert wurden. Diese Probefahrt verlief nicht so wie gewünscht. Einige Mängel waren beseitig, jedoch trat ein zusätzliches lautes Geräusch im Motor auf. Daraufhin haben wir uns gegen das Fahrzeug entschieden.

Nun sind wir soweit, dass der Händler das defekte Fahrzeug zurücknimmt und uns die Kosten erstattet. Allerdings argumentiert er jetzt, dass er für den neuen Gebrauchtwagen (den wir ja nun wegen weiteren Mängeln nicht nehmen) Aufwendungen hatte, die er bei einem anderen Interessenten nicht gehabt hätte. Er hätte eine Felge komplett getauscht, hat Differenzialöl gekauft (…).

Er bietet uns als Erstattungssumme pauschal 17.000€ zzgl die Kosten für die Reifensensoren, die er an unsere Räder montiert hat. Mit den Kosten für die Sensoren könnte ich zur Not noch leben, allerdings frage ich mich, wie er das so pauschal berechnen kann.

Ich weiß, dass er Nutzungsgebühren verlangen kann, die sich wie folgt zusammen setzen müssten: 17990€x 3585km /(250.000km-69615km) = 357,53€
(Kaufpreis x gefahrene KM/(erwartete Laufleistung – gefahrene KM bei Kauf))
Stimmt das so?

Ich bin sogar der Meinung, dass der Verkäufer uns noch die Gebühren für seinen Zulassungsdienst, den Garantiepass sowie die Zinsen die er aus unserem Geld bezogen hat, erstatten müsste.


Wir haben seit dem Kauf nichts schriftlich festgehalten, der Mietwagen wird uns seit dem kostenlos zur Verfügung gestellt.
Ich habe für das Auto einen Kredit über 10.000€ aufgenommen, also keine Finanzierung sondern ein Privatkredit bei meiner Hausbank. Hier zahle ich auch Zinsen usw.


Was habe ich für Möglichkeiten?
Was kann der Händler von mir an „Gebühren" verlangen?

Zinsen auf meine Barzahlung, Garantiepass sowie Zulassungsdienst sollte er mir doch auch erstatten, oder?
Außerdem hab ich ja auch noch die 65€ beim Opel Fachhändler bezahlt für das Festmachen des Hitzeblechs, was in der Werkstatt von meinem Händler nicht gefunden wurde.


Vielen Dank, für Ihre ausführliche Antwort :)
19.11.2018 | 22:35

Antwort

von


(1126)
Kurfürstendamm 70
10709 Berlin
Tel: 03036445774
Web: http://www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Die Formel für die Nutzungsgebühren ist in der Tat korrekt, das kann er von Ihnen verlangen (sofern die eingesetzten Zahlen korrekt sind, natürlich). Weitere Gebühren kann er von Ihnen nicht verlangen.

Allerdings schuldet er Ihnen in der Tat Schadensersatz für die Aufwendungen, die Sie vergeblich für das Auto machten. Dieser Schadensersatzanspruch gilt aber nur für Aufwendungen, die ein durchschnittlicher Autokäufer üblicherweise auch machen würde. Die Zulassungs- und Garantiekosten muß er Ihnen ersetzen, ebenso die Zinsen für den Privatkredit, allerdings nur bis zur Höhe eines üblichen KFZ-Kredites. Das Gleiche gilt für die Reparaturkosten, die Sie zahlen mußten.

Ich empfehle daher, Ihre Aufwendungen zusammenzurechnen und das Ergebnis dem Verkäufer mitzuteilen. Zugleich sollten Sie die Aufrechnung erklären und dem Verkäufer eine Frist zur Zahlung des Restes setzen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 20.11.2018 | 19:46

Hallo und danke für Ihre Antwort,
könnten Sie bitte noch etwas mehr ins Detail gehen?
Um es einfacher zu halten, konzentriere ich mein Anliegen auf 3 Punkte: Garantieverlängerung , Zulassungskosten und Kapitalnutzungsersatz.

Auf welcher Grundlage kann ich die Erstattung der Garantieverlängerung und der Zulassungskosten verlangen? Gibt es da einen Paragraphen, auf den ich mich berufen kann?
Kann ich diesen Schadensersatz wirklich geltend machen? Dazu müsste ich ja beweisen können, dass der Mängel (der zum Motorschaden geführt hat) tatsächlich bei Kauf vorlag. Oder?

Ich habe den Kapitalnutzungsersatz ausgerechnet, die mir der Verkäufer zahlen müsste.
Laut meiner Recherche sind das anteilig für die entsprechenden Tage 3,5% Basiszinssatz (§247 bgb) vom Netto Kaufpreis. Ist das korrekt?

Mit freundlichen Grüßen
:)

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.11.2018 | 13:40

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihr Schadensersatzanspruch beruht auf § 437 BGB , der insbesondere bezüglich des Ersatzes vergeblicher Aufwendungen auf § 284 BGB verweist. Als vergebliche Aufwendungen gelten alle Ausgaben, die Sie im Vertrauen auf die Mängelfreiheit des Wagens tätigten, und die durch den Rücktritt für Sie nutzlos werden.

Grundsätzlich liegt die Beweislast in der Tat bei Ihnen, allerdings gilt gemäß § 477 BGB in den ersten sechs Monaten nach Übergabe eine sogenannte Beweislastumkehr. Das bedeutet, dass bei allen Mängeln, die in diesem Zeitraum auftreten, der Verkäufer nachweisen muß, dass die Mängel bei Übergabe NICHT vorhanden waren.

Bei dem Kapitalnutzungsersatz müssen Sie konkret darlegen und nachweisen, welche Zinsen Sie aus dem Kapital hätten bekommen können. Allerdings müssen Sie da beachten, dass Sie einen Kredit aufgenommen haben. Die von Ihnen gezahlten Kreditzinsen müssen Sie mit dem Kapitalnutzungsersatz verrechnen.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(1126)

Kurfürstendamm 70
10709 Berlin
Tel: 03036445774
Web: http://www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Mietrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Grundstücksrecht, Medienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 79940 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Ich habe kein Fachkompetenz um die Aussage des Anwalts zu kommentieren. Nicht desto trotz wurde mir geholfen, Note 1A. Schnell, kompetent und ehrlich!!!. Sollte ich wieder Bedarf haben werde ich mich an diese Plattform wenden ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Präzise Antwort, sehr verständlich ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die genaue Antwort. ...
FRAGESTELLER