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Rücksendungen nach abgelaufener Widerrufsfrist - Aufbewahrungsfrist

| 06.03.2017 17:26 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Hallo und schönen guten Tag,

wir sind ein Online-Shop für Dessous und Damenmode (sowohl eigener Online-Shop, als auch ebay). Wir haben hier 3 ziemlich ähnliche Fälle, die sich alle auf die selbe Frage beziehen. Da die Frage hier öffentlich ist, haben ich die Namen natürlich geändert.
Alle Fälle beziehen sich auf unser ebay-Konto.

Fall 1:

Anette kauft im Januar ein Karnevalskostüm und bezahlt mit Paypal. 4 Tage nach Ablauf der Widerrufsfrist schickt Sie das Kostüm ohne Vorankündigung und ohne Öffnung eines Rückgabefalles bei ebay an uns zurück. Das Paket enthält weder ein ausgefülltes Widerrufsformular, noch irgendwelche anderen Dokumente. Das Kostüm ist kaputt.
Wir informieren Anette über das ebay-Nachrichtensystem darüber, das wir den Artikel so nicht zurück nehmen können und ihn gerne an sie zurück senden, oder für sie entsorgen - wobei sie für die Rücksendung die Kosten zu tragen hat.
Anette hat sich auch nach einer zweiten Mail nie bei uns gemeldet. Der Artikel liegt, wie er bei uns angekommen ist, seit Februar 2015 in unserem Büro.

Fall 2:
Susi kauft einen Rock (für Halloween) und bezahlt mit Paypal. Der Rock wird ebenfalls ohne Vorankündigung und ohne Rückgabefalleröffnung, diesmal aber mit ausgefülltem Widerrufsformular an uns zurück geschickt. Allerdings 4 Wochen nach Ablauf der Widerrufsfrist. Auch hier haben wir Susi auf die abgelaufene Frist hingewiesen und das wir die Rückgabe nicht akzeptieren. Fast 6 Monate später erhielten wir über das ebay-Nachrichtensystem die Nachricht, sie hätte uns schon 2x geantwortet (ansonsten standen keine weiteren Infos in ihrer Nachricht). Eine Nachricht haben wir allerdings weder über unseren Online-Shop, noch über ebay von ihr erhalten. Wir bitten sie also uns abermals mitzuteilen, ob wir den Rock an sie zurück schicken sollen. Bis heute haben wir keine weitere Antwort von Susi. Der Rock liegt seit November 2015 verpackt wie erhalten bei uns im Büro.

Fall 3 (etwas kurios):
Johannes kauft Unterwäsche und bezahlt mit Paypal. Johannes wünscht die Lieferung an Maria in einem anderen Ort (das kommt öfter vor).
Ca. eine Woche später schickt Maria ein Paket mit wütendem Text auf dem Lieferschein, das sie die Unterwäsche nicht bestellt hätte und wir sollten aufhören, ihr Pakete zu schicken, sonst würde sie sich einen Anwalt nehmen. Maria scheint in Johannes einen etwas aufdringlichen Verehrer zu haben. Im Paket war allerdings nicht die Unterwäsche, die wir auf Wunsch von Johannes an Maria verschickt haben. Johannes hat sich auf Nachfrage zu dem Vorfall leider nicht bei uns gemeldet. Die "falsche" Unterwäsche liegt in unserem Büro seit Januar 2016.

Zu allen 3 Fällen: Wir haben von allen 3 Kunden auf unsere Nachfragen nie wieder etwas gehört. Es wurde in allen 3 Fällen keine Rückgabe bei ebay eingeleitet und kein Käuferschutz bei Paypal beantragt.

Wie Sie sehen können, haben wir nicht nur einmal mit so einem Fall zu kämpfen und möchten auch für die Zukunft wissen, wie wir uns verhalten können.



Deshalb hier die 2 Fragen:

1. Wie lange müssen wir die 3 oben aufgeführten Pakete aufheben, bevor wir sie entsorgen/wieder verkaufen dürfen? Rechtlich gehören die ja eigentlich immer noch Anette, Susi und Johannes (wenn mans genau nimmt Maria). Gibt es da eine Verjährungsfrist?

2. Wären wir verpflichtet bei einem erneuten Versand in so einem Fall bei den Versandkosten in Vorleistung zu treten, oder dürfen wir sagen: Weil Artikel weit außerhalb der Widerrufsfrist zurück und/oder defekt verweigern wir die Rücknahme und der Kunde muss vor dem erneuten Versand für die Kosten aufkommen (also 3,60 Euro für Einschreiben oder 4,99 Euro für ein Paket)? Kosten für eine Entsorgung würden wir nicht erheben.

Normalerweise zeigen wir uns bei der Widerrufsfrist kulant. Aber wenn das kommentarlos ausgereizt, oder Artikel kaputt zurück geschickt werden, hat auch unser Wohlwollen mal ein Ende.

Vielen lieben Dank im Voraus für Ihre Mühen.

Liebe Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich Ihnen unter Berücksichtigung der gemachten Angaben wie folgt beantworten möchte:

Richtigerweise erkannt haben Sie, dass zumindest in dem Fall, in dem Ihnen unbekannte Unterwäsche zugesandt wurde, der Absender womöglich noch Rechte an der Ware hat. Gleiches gilt auch für die rückgesendete Ware.

Sicher wäre es daher, die Ware bis zum Ablauf der Regelverjährungsfristen (3 Jahre beginnend mit Ablauf des Jahres, in dem die Ware an Sie gesendet wurde) aufzubewahren. Zusätzlich könnten Sie die jeweiligen Personen dazu auffordern, Ihnen mitzuteilen, ob die Ware kostenpflichtig wieder zurück gesandt oder vernichtet werden soll. Reagieren die Betroffenen hierauf innerhalb einer erheblichen Zeit nicht (bspw. ein Jahr), dann dürfte ein Anspruch auf Rückgabe der Sachen wohl verwirkt sein.

Für die Zukunft würde ich daher anraten: Sofort nach Erhalt der Ware eine Nachricht an den Absender, ob Ware kostenpflichtig zurückgesandt oder vernichtet werden soll. Danach mindesten 1 Jahr aufbewahren, um ganz sicher zu gehen, sogar bis Ablauf der Regelverjährung. Dann können Sie die Ware vernichten.

Bei Nachfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit bestem Gruß

Ray Migge
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 06.03.2017 | 19:06

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