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Rückschnitt Thuyahecke


27.09.2006 22:54 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers



Im Frühjahr `97 wurde eine ca.1 m hohe Thuya occ.`Brabant` Hecke ca.0,50 m von der Grundstücksgrenze gepflanzt,der vorher aufgestellte Maschendrahtzaun steht 10 cm tief auf meinem Grundstück.Das angrenzende Nachbargrundstück (ca. 600m²)war damals noch unbebaut.
Etwa 1999,nach dem Bau eines Doppelhauses zogen dort zwei Familien ein.Das Doppelhaus ist ca.5-6 m von meiner Hecke entfernt.Meine Thuyahecke,bislang noch nie geschnitten,hat mitlerweile eine Höhe von ca.6 m erreicht.
Heute fand ich ein Schreiben im Briefkasten dieser beiden Nachbarsfamilien vor,indem sie mich höflich bitten,die Thuyas in ihrer Höhe zu begrenzen auf drei Meter,da ein unkontrolliertes
Wachstum ihrer Meinung nach ihre kleineren Grundstücke (ca.je 300 m²)zu stark beeinträchtigt, nach Möglichkeit,es kurzfristig zu organisieren.
Meine Hecke steht auf der Rückseite ihres Doppelhauses in nordwestlicher Richtung,stellt somit meiner Ansicht nach keine Einschränkung des Sonnenlichtes dar.
Da meine Hecke bei dieser Höhe auch schon eine gewisse Stammstärke erreicht hat,bin ich freiwillig eigentlich nicht bereit,diese auf die geforderten drei Meter einzukürzen, eher weniger.Ich wohne in Brandenburg.
Fragen :Wie sieht hierzu die Rechtslage aus ( Ausschlussfrist)?
Können die Nachbarn eine von ihnen vorgegebene Höhe eines
Rückschnittes verlangen,Fristsetzung ?

Ich bedanke mich für Ihre Mühe und verbleibe mit freundl.Grüssen

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

nach Ihrer Schilderung haben Sie rechtlich nicht allzuviel zu befürchten.

Gem. § 37 des brandenburgischen Nachbarrechtsgesetzes (BbgNRG) muss eine Hecke in der Regel einen Abstand zum Nachbargrundstück haben, der mindestens mindestens ein Drittel seiner Höhe über dem Erdboden beträgt. Bei einem Abstand von 0,50m war Ihre Heck somit ab einer Höhe von ca. 2m weniger als ein Drittel vom Nachbargrundstück entfernt.

Da davon auszugehen ist, dass Ihre Hecke diese Höhe schon seit vielen Jahren erreicht hat, ist die Geltendmachung des grds. gem. § 39 BbgNRG bestehenden Anspruchs auf Beseitigung gem. § 40 BbgNRG ausgeschlossen. Danach muss der Nachbar eine Beseitigungsklage spätestens bis Ende des zweiten Kalenderjahres erhoben haben, das auf die Anpflanzung unter Nichteinhaltung der Grenzabstände folgt. Bei Planzen wie bei Ihrer Hecke, die offenbar zunächst den erforderlichen Abstand einhielt, begint die Frist ab dem Zeitpunkt zu laufen, in dem die Hecke eine die zulässige Höhe überschritten hat (also bei Ihnen eine Höhe von ca. 2 m).

Da nach den von Ihnen genannten Fristen davon auszugehen ist, dass ein Anspruch seit längerem augeschlossen ist, können Ihre Nachbarn nur in ganz besonderen Ausnahmefällen einen Rückschnitt verlangen (z.B. wenn Ihnen aufgrund der Hecke das Wort Sonne tatsächlich nur noch vom Hörensagen ein Begriff ist).

Nichtsdestotrotz kann ich Ihnen nur empfehlen, gemeinsam mit Ihren Nachbarn nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen. Versetzen Sie sich auch einmal in die Lage Ihrer Nachbarn, die sich evtl. wirklich ein wenig von Ihrer immer höher wachsenden Hecke erdrückt fühlen. In der Regel ergibt sich eine zufriedenstellende Lösung, wenn man vernünftig miteinander redet - so könnte man sich z.B. auf eine "Kompromiss"-Höhe einigen, die Frage der Kostentragung regeln etc.
Auf jeden Fall ist fast jeder Kompromiss besser als sich den Rest seines Lebens mit seinen Nachbarn zu streiten, wie es leider immer wieder vorkommt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen zunächst weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt



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