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Rückreise aus Kuba stark verspätet - mehr als 48 Stunden

| 02.06.2016 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Am Sonntag 29.05.2016 sollten wir unsere Rückreise aus Kuba nach Düsseldorf
antreten. Der geplante Abflug erfolgte um 16:15 Uhr in Varadero. Die Ankunft
in Düsseldorf sollte am Montag 30.05.2016 um 7:40 Uhr sein. Unser Anschlussflug nach Stuttgart sollte am 30.05.2016 um 9:40 Uhr erfolgen.

Nach ca. 1 Stunde Flugzeit teilte der Kapitän uns mit, das die Hydraulik des Flugzeuges eine Störung hat und das Flugzeug Hydrauliköl verliert und wieder
zurück nach Varadero fliegen müssen. Wir sind dann in Kuba um 21:00 Uhr
gelandet und dann um 0:30 Uhr in einem Übernachtungshotel. Das Hotel wurde vom Reiseveranstalter organisiert und war eine Zumutung (Schimmel, Ungeziefer,
etc.).

Am Montag 30.05.2016 sollte mit der gleichen Maschine die Reise erneut erfolgen. Das Ersatzteil wurde in der Nacht aus Deutschland eingeflogen. Um 18:00 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt. Der Abflug sollte in Kuba um 22:00 Uhr erfolgen. Mit zwei Stunden Verspätung sind wir um 24:00 Uhr abgeflogen.
Beim Einchecken wurde die gleiche Flugnummer vergeben jedoch wurden neue Bordkarten ausgestellt. Auch die Sitze sind gleich geblieben. Wir sollten dann am
Dienstag 31.05.2016 in Düsseldorf landen. Der Weiterflug wurden jedoch gestrichen.

Diesmal ging der Flug 2 Stunden bis uns der Kapitän erneut mitteilte das die Hydraulik weiter Probleme bereitet und wir erneut nicht über den Atlantik fliegen können. Aufgrund der katastrophalen Zustände des vorhergehenden Tages hat die Fluggesellschaft entschieden, dass wir nicht nach Kuba zurückfliegen sondern in die Dominikanische Republik. Dort sind wir nach um Dienstag 31.05.2016 05:30 Uhr morgens gelandet und wurden nach Einreise und Gepäckabholung im Hotel um 07:30 Uhr abgeliefert.

Am gleichen Tag wurden wir um 16:30 Uhr abgeholt. Diesmal wieder unter der gleichen Flugnummer jedoch mit anderen Sitzplätze da eine neue Maschine aus Deutschland zur Verfügung gestellt wurde.

Um 19:30 Uhr sind wir dann abgeflogen und glücklich in Düsseldorf
am Mittwoch 01.06.2016 um 09:40 Uhr gelandet. Der Rückflug nach Stuttgart erfolgte 13:10 Uhr.

Meine Frage:

Handelt es sich, bei diesem Vorgang um eine Verspätung und sind es aufgrund
der zwei Bordkarten und zwei Anläufe den Flug durchzuführen, um zwei Flüge ?

Ist die angebotene Entschädigung von 600 Euro in Ordnung oder ist aufgrund der Verspätung um 2 Tage eine höher Entschädigung angemessen ?

Die ganze Situation erzeugte bei den Passagieren Angstzustände und Stress.
Auch Belastung durch die andauernden Gepäck ausladen und einladen sowie fehlenden Ruhezeiten hat besonders bei den Kinder Probleme hervorgerufen.
Wenn 350 Passagiere auf einen nicht organisierten Flughafen landen kann nur Chaos entstehen.

Kann sich der Reiseveranstalter ganz aus der Verantwortung ziehen obwohl er
sich seiner Betreuungs- und Informationspflicht entzogen hat ? Das erste Hotel war eine Zumutung.

Das Chaos am ersten Tag war so groß, dass die Fluggesellschaft die Betreuung am
zweiten Tag übernommen hat um den Fluggästen nicht wieder das Chaos zuzumuten.

Vielen Dank für die Antwort ob die angebotene Abfindung in Ordnung ist.


Sehr geehrter Fragesteller,

bei den 600 Euro handelt es sich um eine nach europäischem Recht geltende Mindestentschädigung; diese steht bei dem Vorliegen der Voraussetzungen jedem einzelnen Passagier zu.

Die 600 Euro bilden allerdings auch die pauschalisierte Obergrenze, wenn aus der EU-Verordnung Ansprüche geltend gemacht werden.

Die Gerichte haben schon lange festgestellt, dass daneben durchaus Ansprüche nach nationalem Recht bestehen können. Insofern bieten die EU-Werte nur "einen Mindestschutz".

In Deutschland käme daher die Minderung des Reisepreises sowie Ansprüche auf Schadenersatz in Betracht, sprich Ansprüche aus dem nationalen Zivilrecht, das für alle Reisen gilt.

Zweiteres allerding nur, wenn Schäden oder Aufwwendungen im einzelnen nachgewiesen werden können, wobei Ärger, Zeitaufwand und Stress leider nicht kommerzialisierbar sind.

Anders bei der Minderung (§651d BGB) des Reisepreises; wenn der Reiseveranstalter hier noch tätig gewesen ist, müsste geprüft werden, ob eine Reisepreisminderung in Betracht kommt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zwar mit dem Urlaubsaufenthalt eine der Hauptleistungspflichten zwar schon erbracht war, aber der Reisevertrag noch grade nicht erfüllt war. DIe ordentliche Unterbringung in Störungsfällen würde zwar der Fluggesellschaft obliegen; anders bei Pauschalreisen, dort ist der Reiseveranstalter für alles verantwortlich. Nach der Erfahrung in solchen Fällen wären aber nicht mehr als 5-10 Prozent Minderung realistisch. Dabei gilt es auch zu berücksichtigen, dass Sie 2 Tage später ankamen; übrigens handelte es sich immer noch um den technisch gesehen selben Flug.

DIe Entschädigung von 600 Euro durch die Fluggesellschaft kann also durch eine Minderung des Reisepreises gegenüber dem Reiseveranstalter aufgestockt werden; verlässliche Regeln für die Bemessung gibt es nicht. Sie finden im Internet aber einen Reisepreis-Minderungskatalog, aus dem erste Anhaltspunkte gewonnen werden können.

Aus meiner Sicht ist der VEranstalter insb. wegen der ungenügenden Unterbringung in der Pflicht, wofür 5 % als angemessen zu betrachten sein könnten. Für die weiteren Unannehmlichkeiten wird beim Rückflug indes nicht mehr als etwa 3 Prozent durchzusetzen sein.

Die Ansprüche sind direkt schriftlich beim Reiseunternehmen anzumelden; schon jetzt möchte ich Sie darauf hinweisen, dass hier Hartnäckigkeit und Ausdauer Trumpf sind, da ihr erstes Schreiben oft nicht oder nur abweisend beantwortet werden wird.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 03.06.2016 | 09:44

Vielen Dank für die Bewertung.


Folgendes Urteil beschäftigt sich in Grundzügen mit der aufgeworfenen Rechtsfrage:

Bundesgerichtshof, Urteil vom 30. September 2014 – X ZR 126/13

Ergänzung vom Anwalt 27.02.2017 | 20:46

Vielen Dank für die Bewertung.


Ich bitte Sie, meine Kontaktdaten zu spreichern. Sie können mich in Zukunft gerne direkt unter contact (at)asthoff . com kontaktieren!

Dann sparen Sie sich den umständlichen Weg über diese Plattform - und SIe erreichen den Anwalt direkt und vertraulich.

Bewertung des Fragestellers 03.06.2016 | 00:00

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