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Rücknahmepflicht bei Privatverkauf auf Ebay Kleinanzeigen

13.09.2016 20:47 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Über ebay Kleinanzeigen habe ich einen Laptop verkauft. Vorort wurde das Gerät ausführlichst begutachtet, getestet und bar bezahlt. Einen Tag später bemängelte
K. den Rechner wegen fehlerhafter Beschreibung und droht nun mit einer zivilrechtlichen Klage, sofern der Rechner nicht zurückgenommen wird.

Hard factz zur besseren Veranschaulichung:

Den Rechner bewarb ich in meiner Überschrift als ein Macbook Pro mit
entsprechend mir bekannten Ausstattungsmerkmalen. Alles weitere beschriebene im Text ist korrekt. Nach seiner Beschwerde und meiner Recherche handelt es sich jedoch um kein Macbook Pro sondern um ein Macbook, dem spezifische Merkmale eines Pro, wie einen Firewire Anschluss und Card Reader fehlen.

Folgendes:
In meiner Anzeige gab es zahlreiche Detailfotos die das Macbook zeigten, welches ich verkaufte. Auf den Bildern war deutlich zu erkennen, dass der Macbook Pro typische Schriftzug am Bilderschirm fehlt. Es stand nur Macbook darauf. Des weiteren zeigte ich sehr detailierte Bilder der Anschlüsse vom Macbook. Auch dort sieht man, dass entsprechende Anschlüsse wie FireWire und Card Reader fehlen.

Der Käufer konnte vorort alles prüfen. Es wurde alles gezeigt und er konnte den Mac ausführlich prüfen. Er ist selbst Besitzer eines Macbook Pro`s, daher auch kein "Neuling" und konnte die leicht aufzurufenden Spezifikationen
des Rechners vorort aufrufen.

Meine Frage nun: Bin ich trotz gewissenhafter Beschreibung, aber aus Unwissenheit fachspezifischer Kentnisse dennoch dazu verpflichtet
den Rechner zurückzunehmen, obwohl der Käufer selbst Besitzer eines Macbook Pro`s ist und sich alles vorort genau hat anschauen können?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Auf Ebay Kleinanzeigen haben Sie lediglich eine Verkaufsanzeige eingestellt.

Indem der Käufer sich bei Ihnen gemeldet hat, hat er ein Angebot zum Kauf des beschriebenen Laptops abgegeben.

Er ist dabei von einem McBook Pro ausgegangen. Sie haben sein Angebot entsprechend angenommen - aber auf Basis eines McBook.

Jetzt kann man argumentieren, mangels konkreter Einigung ist kein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen.

Allerdings kann man auch argumentieren, dass der Käufer ja - unabhängig von der Beschreibung in der Ebay Kleinanzeige - die Bilder etc. gesehen hat und sich sein Angebot daher auch auf ein McBook Pro bezogen haben muss.

Die Anzeige ist nicht Grundlage des Vertrages, sondern allenfalls Indiz.

Wenn man jetzt vielleicht noch aufgrund des Preises davon ausgehen musste, dass es sich gerade nicht um ein McBook pro handeln kann, ist hinreichend klar geworden, dass der Kaufvertrag auf Basis eines McBook zustande gekommen ist.

Insbesondere hat der Käufer das Gerät noch anschauen und prüfen können. Daher kann er sich jetzt nicht mehr darauf berufen, nicht gewusst zu haben, dass es kein McBook Pro ist.

Ihrer Argumentation folgend ist ein wirksamer Kaufvertrag über ein McBook zustande gekommen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.09.2016 | 14:59

Vielen Dank für ihre zeitnahe Antwort.

Der Preis für das Macbook lag bei knapp 380 Euro. Nach Recherche ein gängiger Preis für Alu Unibody Modelle aus dem Jahre 2009 - egal ob Pro oder Macbook Alu Unibody Version.

Zum Rest verstehe ich die Herleitung zu ihre Antwort am Ende. Auch für mich mehr als plausibel. Ihre Sichtweisen der Argumentationmöglichkeiten in Absatz 5 und 6 sind mir noch nicht ganz schlüssig genug.
Was genau bedeutet das für mich? Es klingt nach sowohl als auch. Je nach dem wer besser argumentieren kann. Bitte dies nochmal etwas näher erläutern.

Zuletzt drei klare Fragen. Ich würde mich mich sehr viel wohler fühlen, wenn ich darüber Klarheit hätte.


- Was sollte ich tun bzw. welche Maßnahmen sollte ich ergreifen, sofern K. Anzeige (Betrug, arglistische Täuschung usw.) erstattet und
auch noch den Klageweg bestreitet?

- Auf welches Argument/Fakt kann ich unter Berücksichtigung ständiger Rechtsprechungen ihrer Erfahrung nach in sollen Dingen bauen?

- Wie sieht die Prognose für mich aus, wenn K. sich nicht einsichtig zeigt und alle ihm zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpft?

In weiser Voraussicht möchte ich mit meiner letzten Anfrage hier
nur sicher gehen, was noch auf mich zurollen könnte,
wie meine Erfolgsaussichtenin ihrer Gesamtheit aussehen
und was im Falle des Falles tun kann, um Fehlverhalten vorzubeugen.

Ganz vielen lieben Dank für ihre Bemühungen.



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.09.2016 | 15:08

- Was sollte ich tun bzw. welche Maßnahmen sollte ich ergreifen, sofern K. Anzeige (Betrug, arglistische Täuschung usw.) erstattet und
auch noch den Klageweg bestreitet?

Bei einer Strafanzeige können Sie als Beschuldigter die Aussage verweigern und beauftragen einen Anwalt, der Akteneinsicht nimmt. Dann kann man entsprechend mit einer Stellungnahme reagieren.

Kommt eine Klage muss man in erster Linie auf die Fristen achten und sich dann entsprechend gegen die Klage verteidigen.

- Auf welches Argument/Fakt kann ich unter Berücksichtigung ständiger Rechtsprechungen ihrer Erfahrung nach in sollen Dingen bauen?

Die Anzeige bei Ebay-Kleinanzeigen ist nicht direkte Vertragsgrundlage.

Der Kaufvertrag basiert dann auf der Besichtigung des Laptops. Hier musste der Käufer Kenntnis nehmen, dass es sich gerade nicht um ein Pro handelt.

Darauf basierend muss man argumentieren.

- Wie sieht die Prognose für mich aus, wenn K. sich nicht einsichtig zeigt und alle ihm zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpft?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass er dies machen wird, da er - zumindest wenn er sich anwaltlich beraten lassen sollte - darauf aufmerksam gemacht werden würde, dass er aufgrund er Besichtigung des Gerätes wusste oder zumindest hätte wissen müssen, dass es sich nicht um ein Pro handelt.

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