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Rückkehr nach Elternzeit - Einsatzortänderung - Wäre es zumutbar, dass ich soweit weg von zu Hause a


19.11.2009 19:27 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Hallo,
ich kehre nach einem Jahr Elternzeit im Februar 2010 in den Beruf zurück. Vor der Geburt meiner Tochter war ich in Ingolstadt / Bayern Vollzeit eingesetzt. Ab Ferbuar soll ich in Köln (Fahrtzeit ca. 4,5 Stunden) oder Leonberg (Fahrtzeit ca. 2,5 Stunden) eingesetzt werden. Allerdings würde das bedeuten, dass ich die Woche über auch woanders wohnen müßte, denn diese Strecken sind kaum täglich zu fahren. Mein Mann ist in der selben Firma tätig, so bezieht man sich darauf, dass ja er sich um das Kind kümmern könnte. Allerdings hat die Krippe nur 8,5 Stunden am Tag geöffnet, so dass er es mit Arbeitsweg und Mindestpausezeiten kaum auf eine 40 Stunden Woche bringen kann.
Allerdings steht in meinem Arbeitsvertrag, dass ich an allen Orten in Deutschland eingesetzt werden kann. Einsatzort derzeit: Ingolstadt.
Kann die Firma uns als Familie auseinander reißen?
Was, wann ich beantrage nur halbtags zu arbeiten? Wäre das eine Lösung? Oder wenn ich wieder schwanger wäre? Wäre es zumutbar, dass ich soweit weg von zu Hause arbeiten muss? Wer bezahlt die Fahrtkosten und die Unterkunft? Wir könnten uns das nicht leisten. Mal davon abgesehen, dass ich meine Tochter noch stille und das ja bei der Entfernung nicht mehr ginge.
Der Betriebsrat ist bereits informiert. Allerdings möchte ich gerne Proffesionellen Rat, bevor ich mich mit Vorgesetzten anlege.
Denn bisher lautet das Statement: "Das gefällt ihnen nicht? Suchen sie sich doch einen neuen Job!"

Vielen Dank im Vorraus und freundliche Grüße

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Nach Rückkehr aus der Elternzeit besteht Ihr Arbeitsverhältnis fort. Die vertraglichen Pflichten sind also zu erfüllen. Es besteht jedoch keine Arbeitsplatzgarantie dahingehend, dass Sie einen Anspruch auf Ihren alten Arbeitsplatz haben. Dies bedeutet, dass eine Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz möglich ist. Allerdings muss eine solche Versetzung noch innerhalb des Weisungsrechts des Arbeitgebers liegen. Da in Ihrem Arbeitsvertrag vorgesehen ist, dass die Arbeitsleistung auch in Köln oder Leonberg erbracht werden kann, wäre eine Versetzung zulässig.

Allerdings muss eine solche Versetzung zumutbar sein. Die konkreten Umstände müssen vom Arbeitgeber abgewogen werden. Zum einen sind dabei die Verhältnisse des Arbeitnehmers zu berücksichtigen als auch betriebliche Gründe. Dies kommt natürlich auf den jeweiligen Einzelfall an.

Welche Fahrtzeit dem Arbeitnehmer zumutbar ist, haben verschiedene Gerichte unterschiedlich entschieden. 90 Minuten können durchaus noch zumutbar sein.

Bei Ihnen ist jedoch auch zu berücksichtigen, dass Sie Ihr Kind noch stillen. Stillende Mütter unterliegen dem besonderen Schutz des Mutterschutzgesetzes nach § 7 MuSchG. Danach ist stillenden Müttern die zum Stillen erforderliche Zeit zu gewähren, mindestens aber zweimal täglich eine halbe Stunde. Allein aus praktischen Gründen wäre es damit nicht möglich, Sie an einen anderen Ort zu versetzen, da Ihr Arbeitgeber dann die Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes nicht einhalten könnte. Dieser Aspekt mag nachrangig sein, da er nur für wenige Monate zu berücksichtigen ist, Sie sollten dies beim Gespräch mit dem Betriebsrat aber erwähnen.

Wenn Sie nach § 8 TzBfG (Teilzeitbefristungsgesetz) eine Verringerung der Arbeitszeit beantragen, würde das bezüglich des Arbeitsortes zunächst nichts ändern, da sich lediglich Ihre Arbeitszeit ändern würde, nicht aber der Arbeitsvertrag an sich. Die Versetzung an einen anderen Arbeitsort kann dann dennoch erfolgen, sofern diese zumutbar ist. Bitte beachten Sie, dass Sie die Verringerung der Arbeitszeit 3 Monate vor ihrem Beginn geltend machen müssen und der Anspruch nur besteht, wenn in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt werden.

Eine Eigenkündigung kann ich Ihnen nicht empfehlen, da Sie dann eine Sperrzeit nach § 144 SGB III beim Arbeitslosengeld erhalten würden.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
(Rechtsanwältin)
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Bitte beachten Sie, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine andere rechtliche Bewertung ergeben.
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