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Rückkehr in alten PKV-Tarif zu Wucherpreis

27.07.2012 09:43 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war von 09/2000 bis 05/2005 bei einer PKV krankenversichert.
Da ich Anfang 2005 in finanzielle Schwierigkeiten geraten bin, hat mir meine Bank die Zusammenarbeit gekündigt und ich stand ohne Girokonto da. Nachdem ich nun den Beitrag zur PKV nicht mehr überweisen konnte, kam was kommen musste. Die PKV hat von Ihrem Kündigungsrecht Gebrauch gemacht (Nichtzahlung von Versicherungsprämien) und ich stand ohne Krankenversicherung da.
Erst zum 01.01.2009 hat mich die PKV, bedingt durch die Gesetzesänderung wieder aufgenommen. Allerdings nur im Basistarif.
Kürzlich habe ich mir von der PKV ein Angebot erstellen lassen, wegen der Rückkehr in den gleichen Tarif wie von 2000 bis 2005.
Nun hat mir die PKV folgendes geschrieben: "Beim Tarifwechsel wird immer das aktuelle Eintrittsalter zu Grunde gelegt" Da ich heute 51 Jahre alt bin, will die PKV nun insgesamt 2817.- Euro / Monat, damit ich den gleichen Versicherungsschutz (Tarif) wie in den Jahren 2000 bis 2005 erhalte.
In meinen Augen ist das Wucher. Kann ich dagegen vorgehen? Was könnte ich in einer Beschwerde beim Versicherer vortragen?

Freundliche Grüße

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen gern beantworte.

Der Tarifwechsel ist in § 204 VVG geregelt. Bei einem Tarifwechsel ist demnach zwischen einem Wechsel in einen Tarif mit gleichartigem Versicherungsschutz und einem Wechsel in einen Tarif mit höherwertigen Leistungen zu unterscheiden. Nach Ihren Angaben ist von einem Wechsel aus dem Basistarif in einen Tarif mit höherwertigen Leistungen auszugehen.

Aufgrund der Regelungen des § 204 Abs. 1 Nr. 1 VVG kann der Versicherer bei einem Wechsel in einen höherwertigen Tarif einen angemessenen Risikozuschlag oder einen Leistungsausschluss für bestimmte Leistungen verlangen. Bei einem Wechsel aus dem Basistarif kann der Versicherer außerdem einen schon früher vereinbarten Risikozuschlag verlangen. Schließlich kommen bei einem Wechsel aus dem Basistarif auch noch Zusatzvereinbarungen zur Anpassung der Altersrückstellung in Betracht, sofern der Versicherungsnehmer dies wünscht.

Der Wechsel aus dem Basistarif bedeutet daher in aller Regel, dass in dem neuen Tarif erheblich höhere Beiträge zu zahlen sind, die sich vor allem aus den Risikozuschlägen (Alter, Vorerkrankungen etc.) ergeben. Daher ist das Eintrittsalter beim Tarifwechsel von großer Bedeutung, so dass den Ausführungen Ihrer Versicherung insoweit zuzustimmen ist.

Um zu beurteilen, ob die erhobenen Risikozuschläge und der ermittelte Monatsbeitrag angemessen sind, sollten Sie zunächst verlangen, dass der Beitrag genau dem reinen Beitrag des gewählten Tarifs, Risikozuschlägen, Zusatzvereinbarungen etc. aufgeschlüsselt wird. Erst dann kann beurteilt werden, ob die Versicherung den Beitrag richtig und angemessen berechnet hat.

Sie haben die Möglichkeit, Risikozuschläge dadurch zu vermeiden, dass Sie gewisse Leistungsausschlüsse mit der Versicherung vereinbaren. Dann zahlen Sie zwar weniger Beitrag, können aber andererseits auch nicht alle Leistungen aus dem neuen Tarif beanspruchen.

Um sich gegen die evtl.Risikozuschläge zu wehren, müssten Sie darlegen, dass diese unangemessen oder ggf. sogar unberechtigt sind. Dies ist in der Regel aber recht problematisch, da Sie auch fundiert darlegen müssten, warum das angenommene Risiko nicht besteht und/oder wie hoch ein angemessener Risikozuschlag wäre.

Ist der Beitrag richtig berechnet worden, gibt es außer der schon erwähnten Vereinbarung über einen Leistungsausschluss keine erfolgversprechende Mittel, sich gegen den hohen Beitrag zu wehren. Es kann dann nur versucht werden, einen anderen Tarif zu finden, der über dem Basistarif liegt aber viellicht etwas weniger umfangreich als der frühere Tarif ist.

Einen Anspruch darauf, zu den Beiträgen, die Sie 2005 gezahlt haben, versichert zu werden, haben Sie dagegen nicht.

Ich möchte Ihnen daher raten, dass Sie die Versicherung auffordern, den Beitrag einmal wie oben beschrieben genau aufzuschlüsseln, damit Sie nachvollziehen können, wie sich der Beitrag zusammensetzt. Sofern Sie dann zu dem Ergebnis kommen, dass unzutreffende Risikoausschlüsse erhoben werden oder von Ihnen nicht gewünschte Zusatzvereinbarungen enthalten sind, können Sie dies bei der Versicherung rügen. Zum anderen bleibt Ihnen die Möglichkeit, Leistungsausschlüsse zu vereinbaren oder einen anderen Tarif zu wählen, um den Beitrag zu senken.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierungshilfe geben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


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