Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.857
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rückkehr aus Elternzeit


07.12.2010 10:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg



Sehr geehrte Anwälte,

am 07.03.2011 endet meine Elternzeit und ich möchte naürlich wieder arbeiten. Meine Situation:

- seit 25 Jahren in einem großen, weltweiten Konzern tätig
- seit 2007 in Elternzeit (2 x 2 Jahre für zwei Kinder)
- Zuletzt für Zentrale in Hamburg in München tätig, zuvor in Dortmund, Hamburg und Heppenheim
(hohe flexibilität meinerseits)
- beantragte Teilzeit während der Elternzeit wurde bereits abgelehnt (aus betrieblichen Gründen wird Stelle in München nicht mehr besetzt)
- Angebot des Arbeitgebers: ich kann gerne wieder arbeiten, auch Teilzeit, aber in Hamburg
- es wäre überhaupt kein Problem, in München zu arbeiten und andere Dinge zu erledigen. Arbeitgeber möchte das nicht.

Meine Frage: Kann der Arbeitgeber von mir verlangen, mit Mann und zwei Kindern von München nach Hamburg zu gehen? Wie zählen Sozialpunkte?
Ist das zumutbar?

Beste Grüße und vielen Dank für eine Rückinfo

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne auf Basis Ihres Einsatzes und des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin kann gegenüber dem Arbeitgeber, soweit eine Einigung nicht möglich ist, unter den nachstehenden Voraussetzungen während der Gesamtdauer der Elternzeit zweimal eine Verringerung seiner oder ihrer Arbeitszeit beanspruchen.

Für den Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit gelten u. a. folgende Voraussetzungen:

[...]

3.
die vertraglich vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit soll für mindestens zwei Monate auf einen Umfang zwischen 15 und 30 Wochenstunden verringert werden,

4.
dem Anspruch stehen keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen und

5.
der Anspruch wurde dem Arbeitgeber sieben Wochen vor Beginn der Tätigkeit schriftlich mitgeteilt.

Der Antrag muss den Beginn und den Umfang der verringerten Arbeitszeit enthalten. Die gewünschte Verteilung der verringerten Arbeitszeit soll im Antrag angegeben werden.

Falls der Arbeitgeber die beanspruchte Verringerung der Arbeitszeit ablehnen will, muss er dies innerhalb von vier Wochen mit schriftlicher Begründung tun.

Soweit der Arbeitgeber der Verringerung der Arbeitszeit nicht oder nicht rechtzeitig zustimmt, kann der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin Klage vor den Gerichten für Arbeitssachen erheben.

Zu den dringenden betrieblichen Gründen des Arbeitgebers:
Der Arbeitgeber hat diese detailliert vorzutragen und hat auch Beweise anzubieten und zu erbringen. Tut er das nicht, würde auch ein Arbeitsgericht ihn damit abweisen.

Dieses ist nur als Ausnahme ausgestaltet.

Der Arbeitgeber muss alle Möglichkeiten der betrieblichen Umorganisation ausschöpfen und im Streitfall überzeugend darlegen, das eine Reduzierung der bisherigen Arbeitszeit anstelle des vom Gesetz ohne Einschränkung vorgesehenen Totalausfalls für die Dauer der Elternzeit nicht machbar ist, was die Ausnahme sein dürfte.

Soziale Gesichtspunkte sind aber wie im Kündigungsschutzgesetz zu beachten (bei einer betriebsbedingten Kündigung):

Der Arbeitgeber hat dabei insbesondere die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die Unterhaltspflichten und eine etwaige Schwerbehinderung des Arbeitnehmers ausreichend zu berücksichtigen, daneben weitere Sozialfaktoren.

Insofern dürften Ihre Chancen gut sein, hier sich dagegen erfolgreich zu Wehr zu setzen, jedenfalls nach meiner ersten vorläufigen Einschätzung.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.


Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2010 | 10:52

Besten Dank für die Rückinfo. Es ging mir weniger um die Reduzierung - das bietet mir ja auch der Arbeitgeber an. Mir ging es vielmehr um die Versetzung von München nach Hamburg! In wie weit ist das zumutbar und möglich war meine Frage.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2010 | 11:02

Sehr geehrte Fragestellerin,

aufgrund Ihrer Sozialumstände halte ich dieses auf den ersten Blick auch angesichts zweier Kinder für unzumutbar.

Letztlich kommt es aber auf die Ausgestaltung des ursprünglichen Arbeitsvertrages an, der vielleicht gewisse Einsatzmöglichkeiten (in den von Ihnen genannten Orten) zuließ, jedenfalls auf dieser Grundlage Ihr Arbeitgeber einseitig darüber entschieden hat.

Dieser müsste wie alle anderen Begleitumstände genau geprüft werden.

Ich stehe Ihnen diesbezüglich gerne zur Verfügung; eine hier gezahlte Erstberatung würde Ihnen dabei angerechnet und gutgeschrieben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 07.12.2010 | 10:41

Sehr geehrte Fragestellerin,

eine wichtige Ergänzung noch für die Zeit nach Beendigung der Elternzeit:

Unberührt bleibt das Recht, sowohl die vor der Elternzeit bestehende Teilzeitarbeit unverändert während der Elternzeit fortzusetzen, als auch nach der Elternzeit zu der Arbeitszeit zurückzukehren, die vor Beginn der Elternzeit vereinbart war.

Dieses ist zwingendes Recht und auch nicht durch Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge abänderbar.

Auch hier gelten wieder dringende betriebliche Gründe als Ausnahme.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61168 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Frage wurde beantwortet. ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Er hat mir bestimmt geholfen, aber leider verstehe ich seine Antwort nicht wirklich. Sollte mein Chef das Weihnachtsgeld rückfordern wird es mir schwer fallen ihm klar zu machen , dass es nicht geht. ...
FRAGESTELLER