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Rückgabe einer Mietwohnung - ohne den Vermieter zu bereichern

| 05.01.2014 19:12 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Ich habe vor 1,5 Jahren eine billige Mietwohnung in einer deutschen Großstadt gemietet. Vermieter ist eine große börsennotierte Wohnungsgesellschaft, die ihre Wohnungsanlagen herunterwirtschaftet.

Die von mir übernommene Wohnung war verwahrlost. Ich habe sie komplett auf meine Kosten renoviert. Aus beruflichen Gründen musste ich schon wieder umziehen. Nun steht die Rückgabe der Wohnung an.

Zustand der Wohnung vor meinen Einzug:
Fensterrahmen und Fensterbände aus Holz, stellenweise durchgefault, Farbe großflächig abgeplatzt, Wasserschäden
Türen, Türrahmen, Einbauschrank, vergibt, 40 Jahre nicht gestrichen
Badezimmer: keine Tapeten, eine Wand komplett verschimmelt, vor 40 Jahren mit Betonfarbe gestrichene Wände, die erst grundiert werden mussten um sie zu tapezieren, rund ums Waschbecken, Kalk wie in einer Tropfsteinhöhle, Fußboden: 40 Jahre alte PVC Fließen, die sich an allen Rändern erhoben, und schwer zu entfernen waren
der Flur: Rote 40 Jahre alte Samttapete, total beschädigt und dreckig, Gong kaputt
Wände uralte Tapeten, stellenweise abgerissen, stinken wegen Rauch, beim Abreißen fiel der Putz großflächig von Wänden und Decken.
Fußboden in der gesamten Wohnung: uralter Lenolium (mit so etwas wie Jute im Innern), schrecklicher Gestank, mit Wasserschäden, teilweise durchgefault, die Heizköper vergilbt und an einigen Stellen rostig

Zustand heute:
Die Wände wurden von einem Malerbetrieb verputzt und tapeziert. Das stinkende Lenolium und PVC entfernt. Im Bad wurde neues PVC verlegt und sonst Teppich und Laminat. Alle Wände wurden weiß tapeziert, alle Fenster und Türen ausgebessert und weiß lackiert. Heizkörper gestrichen, Fußleisten wurden montiert, Kleinkram gekauft, wie Gong, Klorollenhalter, Handtuchstangen, Haken, Haustürschallschutz usw.

Lange Rede kurzer Sinn, die Wohnung ist heute in einem perfekten Zustand.

Diesen Zustand will ich der Wohnungsgesellschaft nicht schenken!!!

FRAGE: Darf ich die Wohnung in einen Zustand versetzen wie ich die Wohnung übernommen haben?

Beispielsweise: Ich will alle Tapeten abreißen oder beschädigen. Das Laminat mit einem Hackebei überall beschädigen, so dass es nicht mehr zu gebrauchen ist, zum Selbstentsorgen. Den Teppich will ich mit Farbe bekleckern. Im Badezimmer will ich das PVC zerkratzen und die Tapeten ablösen, da waren vorher ja auch keine Tapeten und zudem total abgeplatzt und Schimmel. Nur die Türen, Fenster und Heizkörper lasse ich wie sie sind, ich will sie nicht beschädigen. Den Gestank von Rauch und Moder kann ich leider nicht wieder herstellen. Die Wohnung wird immer noch besser sein als vor meinem Einzug.

Beim Einzug habe ich einen Baumarktgutschein im Wert von 500 Euro bekommen und nochmal nachweisbar 7000 Euro investiert. Rechnungen habe ich. Ich habe Zeugen und Beweisfotos, wie die Wohnung vorher war. Ich habe eine Kaution bezahlt, die ich zurückhaben will. Die Wohnung wurde unrenoviert übernommen. Ein Standardmietvertrag ist vorhanden.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Leider sind die hier maßgeblichen Regelungen Ihres Mietvertrages unbekannt. Da Sie auf einen Standard-Mietvertrag verweisen, unterstelle ich, dass die Rückgabe der Wohnung im unrenovierten Zustand erfolgen soll. Ist dies der Fall, würden Sie mit Ihrem Vorhaben gegen den Mietvertrag verstoßen und sich ggü. dem Vermieter schadensersatzpflichtig machen, denn "unrenoviert" heißt nicht "beschädigt", sondern nur eben nicht neu gestrichen.

Da Sie jedoch Zeugen für den Zustand der Wohnung bei Übernahme haben und der Umstand, dass der Vermieter Ihnen einen Baumarktgutschein übergab, für dessen Kenntnis vom desolaten Zustand der Wohnung spricht, dürften Sie, sofern Sie in Absprache mit dem Vermieter renovierten, nach Auftragsrecht, ansonsten nach den Grundsätzen der Geschäftsführung ohne Auftrag einen Aufwendungsersatzanspruch gegenüber dem Vermieter haben. D.h. der Vermieter hat Ihnen den Zeitwert der Verbesserung der Wohnung zu ersetzen. Dies gilt jedoch nur vorbehaltlich anderweitiger Regelungen im Mietvertrag. Sollten dort Regelungen zur Renovierung (zB billiger Mietzins gegen Übernahme der Renovierung) getroffen worden sein, müsste ggf. mit dem Vermieter über eine Abstandszahlung verhandelt werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Thomas Henning, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 05.01.2014 | 22:16

Vielen Dank für Ihre Antwort, sie ist sehr hilfreich.

(Nur für die anderen Leser, die evt. betroffene Mieter sind: Im Mietvertrag stehen keine Regelungen zur Renovierung. Zur Rückgabe steht dort, dass die Mietsache in ordnungsgemäßem Zustand zurückzugeben ist und dass wenn der Mieter Veränderungen vorgenommen, so hat er den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Ich habe keine verbilligte Miete gezahlt. Ich habe eine beschädigte nicht ordnungsgemäße Wohnung übernommen. Die Wohnungsgesellschaft ist dafür bekannt nicht zu verhandeln.)

Immerhin nehme ich jetzt an, einen Anspruch gegen den Vermieter in Höhe des Zeitwertes der Verbesserung der Wohnung zu haben.

Wie ermittelt sich der Zeitwert? Wäre ein Anwalt, den ich aufsuche, in der Lage in meinem Fall diesen Zeitwert anhand von Richtwerten oder meiner Kosten annähend genau zu ermitteln?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.01.2014 | 09:14

Hallo

und danke für die Nachfrage. Den Zeitwert kann an sich nur ein Gutachter bestimmen, der wiederum selbst Geeld kostet. Ansonsten kann versucht werden, mit dem Vermieter eine Verständigung herbeizuführen. Angesichts der erst 1,5 Jahre zurückliegenden Sanierung, mit der ein 40jähriger Sanierungsstau beseitigt wurde, halte ich aber 90% der Kosten für angemessen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.01.2014 | 22:30

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