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Rückgabe bei Pferdekauf von privat?

01.04.2008 20:15 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Zu meinem Fall:

Ich habe Anfang März in Luxemburg ein Pferd gekauft, eine 10jährige Traber - Stute für 1800€. Ich war mir das Pferd mit einer Bekannten ansehen, die es später auch als Reitbeteiligung reiten sollte. Ich selbst habe mehrere Jahre Reiterfahrung, meine Bekannte hat erst ein paarmal auf dem Pferd gesessen. Da auch andere Familienmitglieder, die ebenfalls gerade erst angefangen haben, dieses Pferd reiten wollten, habe ich nach einem Anfängerpferd gesucht. Diese Stute wurde im Internet explizit als sehr brav gerittenes, schmiede- und verladefrommes Anfängerpferd angeboten.
Zuerst war ich etwas schokciert, der Schweif der Stute war bis zur Wurzel abgefressen, sie war rappeldürr, hatte viel zu kurze Hufe etc., aber die Besitzer hatten für alles eine für mich glaubwürdige Erklärung, und da ich mir durchaus zutraute, die Mängel im Pflegezustand schnell beheben zu können, habe ich ihnen nicht allzu viel Wert beigemessen. Das Pferd wurde mir dann zum Proberitt gebracht, welcher lediglich ca 15 Minuten fast ausschließlich über die Straße ging, auf der einzigen verfügbaren Wiese konnte ich aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht reiten. Das Pferd zeigte sich jedoch unterm Sattel sehr ruhig und ging gelassen im Straßenverkehr, sie war auch verschmust und anhänglich, daher kaufte ich sie. Der Kaufvertrag war sehr knapp bemessen und enthielt neben den Pferde - und Personendaten lediglich den Hinweis, dass das Pferd bei den Vorbesutzern nicht krank war und ich auf eine Ankaufsuntersuchung verzichte. Dies tat ich gewollt, da wir uns in Luxemburg befanden, ich kein Französisch spreche und den dortigen Tierarzt auch nicht kannte, daher erschien mir das Ganze wenig Erfolg versprechend.

Bei mir zuhause entwickelte sich das brave Anfängerpferd binnen kürzester Zeit zur Furie. Nach einigen Tagen zur Eingwöhnung wollte ich sie eine kleine Runde bewegen. Putzen und satteln ging noch, obwohl sie tänzelte, nicht still stand und öfter mal nach mir schnappte. Zum Aufsteigen waren zwei Helfer nötig die das Pferd fest hielten, und das Wegreiten vom Stall stellte sich nach Rammen eines Autos und einer Hauswand sowie einem Abstecher durch Nachbars Vorgarten als unmöglich heraus. Schließlich begleitete mich eine Bekannte mit ihrem Pferd, doch immer wieder kam es während des Rittes zu Problemen, die Stute versuchte immer wieder, durch unkontrollierbares Rückwärtsrennen den Ritt abzukürzen und entzog sich allen reiterlichen Hilfen. Die nächsten 3 Reitversuche musste ich aus Sicherheitsgründen bereits am Stall beenden. Da hatte ich nun mein Anfängerpferd.....

Davon abgesehen hatte sich das Pferd binnen 4 Tagen ihre angeblich super guten Hufe soweit abgelaufen dass sie fast lahm ging. Man hatte mir vorm Kauf versichert, die Stute würde schon immer ohne Eisen geritten und brauche keine. Wohl gemerkt stand das Pferd bei mir in der Box oder auf dem Sandauslauf, weder auf Schotter noch auf Asphalt.... Also musste der Schmied her, und obwohl er wegen dem viel zu kurzen Horn nicht mal brannte, sondern einen Kaltbeschlag machte brauchte er bei meínem schmiedefrommen Pferd 2 Helfer und 2,5 Stunden. Ganz nebenbei fiel ihm auf, dass die Stute beim Heben der Hinteibeine massive Schmerzreflexe im hinteren Rückenbereich zeigte, an dieser Stelle ist sie auch beim putzen und satteln schmerzempfindlich, und sie hat auch beim bergauf- oder berabgehen Probleme und lahmt immer wieder zwischendrin...Rückenproblem lag nahe, da mir mittlwerweile alles sehr seltsam vorkam recherchierte ich im Internet über ihren Namen. Ergebnis: Das Pferd lief früher auf der Rennbahn (Trabrennen), hatte schon ca. 5 oder 6 Vorbesitzer mit knapp 10 Jahren, die Verkäufer haben sie selbst erst vor einem Jahr beim Händler gekauft und suchen aktuell im Internet nach einem Anfängerpferd...Komisch, wo sie doch eins hatten....
Lange Rede kurzer Sinn, definitv KEIN Anfängerpferd, eventuell sogar unreitbar wegen dem Rückenproblem...
Ich habe dann mit den Verkäufern Kontakt aufgenommen, die stritten alles ba, bei ihnen war das Pferd natürlich brav und gsund und nach der Vergangenheit hätte ich ja nicht gefragt bzw. da wüssten sie selbst nichts weil vom Händler gekauft, und auch danach hätte ich ja nicht gefragt. Nachdem ich etwas DRuck machte meinten sie, man könne evtl. über eine Rücknahme des Pferdes reden, wenn ich eidesstattlich versichern würde dass ich nicht Schuld am Zustand des Pferdes bin und ein Gutachten machen lasse, das bestätigt, dass die Stute durch diese Verletzung so beeinträchtigt ist dass man sie nicht mehr reiten kann.
Darauf hin habe ich Rücksprache mit meinem Tierarzt und einer Rechtsberaterin gehalten. Hier habe ich erfahren, dass ich diesen Zustand tatsächlich nachweisen muss, dass dieses Gutachten in einer Klinik erstellt werden muss und mich ca. 800€ kosten würde, nach oben offen je nachdem was alles an Untersuchungengemacht werden muss....Und dass ich diese Kosten selbst tragen muss wenn ich das Gutachten bereits jetzt erstellen lasse.
Sollte dabei heraus kommen dass die Verletzung behandelbar oder nicht so gravierend ist, dass das Pferd unreitbar ist, könnte ich im besten Fall ja einen Teil des Geldes oder die Behandlungskosten einfordern, was mir effektiv garnichts bringt weil das Pferd für meine Belange überhaupt nicht geeignet ist, mir aber ja ständig weitere Kosten verursacht...

Daher jetzt meine Frage, wie sieht die Chance aus, ungeachtet de s gesundheitlichen Aspektes das Pferd zurück zu geben? Es wurde wie gesagt als sehr brav geritten, schmiedefromm und Anfängerpferd inseriert, wovon nichts stimmt. Sie ist selbst von erfahrenen Reitern kaum zu händeln, und mein Schmied würde sich sicher gerne mal zu dem Thema schmiedefromm äußern....

Das Pferd muss doch meines Wissens dafür genutzt werden können, wofür es verkauft wurde? Ich habe den Verkäufern gesagt dass ich serh viel reite, dass auch meine Reitbeteiligung und Familie das Pferd reiten sollen, dass wir auf Wanderritte wollten etc etc. Nun ist das Pferd ja noch nicht mal vom Stall weg zu reiten, und eine Runde von einer Stunde artet in harte Zweikämpfe aus. Wäre es möglich, diese Gründe für eine Rückgabe geltend zu machen? Zum einen ist die Stute auch nicht wirklich verladefromm nund ich möchte ihr und mir die 2stündige Fahrt zur Klinik gerne ersparen, dazu kämen wie gesagt die Kosten für mich.
In der Rechtsberatung wurde mir geraten mir einen Anwalt zu nehmen, aber auch das ist ja wieder eine Kostenfrage, ich habe ja schon 1800€ für ein fast wertloses Pferd bezahlt, in der Zwischenzeit nochmal ca. 800€ rein gesteckt (Schmied, Unterstellen, Zusatzfutter) und möchte absolut nicht dass dieses Pferd für mich ein Fass ohne Boden wird....

Ich würde also gerne wissen, kann ich das Pferd - notfalls über einen Anwalt - wegen der nicht korrekten Angaben zurück geben? Und auf welche Kosten müsste ich mich ungefähr einstellen wenn ich um einen Anwalt nicht herum komme? Seit ich mit ernsthaften rechtlichen SChritten gedroht habe, kam keine Reaktion mehr von den Verkäufern....


Ich hoffe Sie können mir helfen.

PS: Ich weiß dass ich nicht viel Geld hier bieten kann und dass so eine Beratung natürlich viel mehr wert ist, aber ich komme durch diese Sache langsam an meine finanziellen Grenzen....

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Der Kauf eines Tieres unterfällt den gesetzlichen Vorschriften des Sachkaufs. Danach bestehen Gewährleistungsansprüche nach dem BGB, wenn die gekaufte Sache nicht die vereinbarte Beschaffenheit hat, bzw. nicht für die nach dem Vertrag vorausgesetzte Verwendung eignet oder nicht die Beschaffenheit ausweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich sind und die der Käufer nach der Art der Sache erwarten kann. So wird beim Tierkauf ein Sachmangel insbesondere bei gesundheitlich beeinträchtigten Tieren oder bei bestimmten Verwendungen, z.B. Zucht, Dressurreiten oder - wie bei Ihnen -als Anfängerpferd, angenommen. Sofern diese Eigenschaft Vertragsgrundlage geworden ist, gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, den Vertrag rückabzuwickeln.

Vorab muss bei Ihnen allerdings überhaupt das anwendbare Recht geklärt werden, da Sie das Pferd im Ausland erworben haben. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, dass anwendbare Recht frei zu vereinbaren. Ist kein Recht vereinbart worden, gibt es zum einen die Möglichkeit das das Recht des Landes Anwendung findet, in welchem der Verkäufer seinen Sitz hat, aber auch die Möglichkeit, dass deutsches Recht Anwendung findet, sofern es sich um einen Vebrauchsgüterkauf handelt; <a href="http://dejure.org/gesetze/EGBGB/27.html" target="_blank" class="djo_link" title="Art. 27 EGBGB: (weggefallen)">§§ 27 ff EGBGB</a>. Sollte deutsches Recht anwendbar sein - diese würde eine Rechtsanwalt vorab prüfen - besteht grudsätzlich die Möglichkeit den Vertrag rückabzuwickeln. Die Kosten des Rechtsanwaltes belaufen sich im außergerichtliche Bereich auf knapp 230 € inkl. Mehrwertsteuer.

Gerne stehen wir Ihnen für eine Vertetung zur Verfügung. Der hier geleistete Betrag wird Ihnen auf die Rechtsanwaltskosten angerechnet.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüßen


Florian Günthner
Rechtsanwalt

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