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Rückführung aus Dauerpflege zur Herkuntsfamilie

| 18.05.2010 09:31 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Tag
Ich bin 29 Jahre und Mutter von 2 Kindern.
Meine Tochter (10) lebt seit genau 8 Jahren in Dauerpflege, mein Sohn(2) lebt bei mir und meinem

Lebensgefährten ( Vater von unserem Sohn)
Ich habe vor 8 Jahren eine sehr schwere Entscheidung getroffen, die ich ausschliesslich zum Wohle meines

Kindes getroffen habe. Da ich alleinerziehend war, und selbst noch in der Jugendhilfe war( Mutter-Kind

Projekt) und auch keine Rückendeckung von meiner Familie hatte, beschloss ich meine Tochter in eine

Pflegefamilie unterzubringen. Da ich depressiv war durch meine Situation, und auch Existenzängste hatte,

traute ich mir es nicht zu, aus dem Mutter Kind Projekt auszuziehen und mit meinem Kind allein zu leben. Bis

dato hatte ich stets die Unterstützung durch die Jugendhilfe, die aber mit meinem Auszug endete. Ich lebte

selbst im Heim, danach in einer Wg und zum Schluss im M-K-Projekt.
Ich bin nie auf " die schiefe Bahn" geraten, trotz meines Päckchens was ich mit mir trage. Das Jugenamt hat

sich stets um mich gekümmert, war immer für mich da. Und so glaubte ich natürlich die richtige Entscheidung

getroffen zu haben, mein Kind in eine Pflegefamilie zu geben, eine Entscheidung die das Jugendamt voll

unterstützt hat.
Ich möchte vorallem betonen dass ich mir das sehr genau und lange überlegt habe, da ich selbst im Heim war

und meinem Kind das ersparen wollte. Eine Adoption kam sowieso nicht in Frage. Es ging auch nie darum dass

ich eine schlechte Mutter war, ich habe weder mein Kind geschlagen noch misshandelt noch war meine Wohnung

verwahrlost oder dergleichen, ich war weder mir gegenüber noch meinem Kind gegenüber jemals unverantwortlich

oder habe je etwas getan was das Vertrauen missbraucht hätte. Natürlich war ich nicht die Supermami die man

sich wünscht und durch meine Situation und mein eigenes Verhältniss zu meiner Familie war das auch garnicht

möglich. Und das waren natürlich Dinge an denen ich arbeiten wollte um eine enger Beziehung zu meinem Kind

auf bauen zu können, in Form von Sprechtherapie, Vergangenheitsbewältigung und natürlich schauen wie ich

allein zurecht komme- was Wohnung anbelangt und Ausbildung und natürlich auch das Umfeld.

Solange bis ich ein stabiles Umfeld geschaffen habe für mein Kind und mich ,wollte ich sie gut untergebracht

wissen. Aber auch mit der Sicherheit dass mein Kind, gegebenen Falls auf Dauer (bis 18) bei dieser einen

Pflegefamilie bleibt, für den Fall dass ich zum Beispiel sterbe oder schwer krank werde.
So eine Familie zu finden die sich auf eine offene Perspektive einlässt sei schwer zu finden , erklärte mir

das Jug. Bis sie die Familie gefunden hatte in der meine Tochter heute noch lebt.
Mir wurde in erster Linie zugesagt dass ich selbstverständlich mein Kind wenigsten alle 2 Wochen sehen

dürfte, dies sei der Normalfall. Als Sorgeberechtigte Mutter hätte ich ebenso das Recht mein Kind jeder Zeit

wieder zu mir zu nehmen. Auch die Pflegeeltern kannten meine Gründe für diese Entscheidung und beteuerten

sie würden mir mein Kind ja niemals wegnehmen wollen.
Natürlich gab mir all das Sicherheit die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Aber schnell wurde klar

dass das wohl mit Abstand die naivste dümmste und - sorry hierfür :beschissenste- Entscheidung war die ich

je getroffen habe.
Nachdem ich also den Vertrag unterschrieb und schweren Herzens mein Kind dort zurückliess, ging das ganze

Drama schon los:
3 MONATE KONTAKTSPERRE!
Mein Kind war damals 1 1/2, was das bedeutete war mir dann völlig klar: Entfremdung!
Natürlich war ich dagegen und nach langen Diskusionen und Auseinandersetzungen liessen sich die Pflegeeltern

auf 2 Monate ein: Sie riefen an-sagten den Termin ab und den neuen gab´s natürlich erst 4 Wochen später-

somit hatten sie schon ihren Willen!

Als ich dann meine Tochter zum ersten mal wiedersah war es leider nicht das Wiedersehenspektakel wie ich es

mir erhofft habe. Ein Kind das auf mich los flitzt und mir in die Arme springt- eine Mama die auf ihr Kind

zugeht und die Arme ausbreitet.

Stattdessen kühle Begrüssung seitens der Pflegeeltern, kein Gespräch, ich war ausgeschlossen, Jug und

Mitarbeiterin einer Stiftung für Pflege und Herkunftsfamilie, alle an einem Tisch, fachsimpeln, weit und

breit kein mein kleines Kind.
Als sie endlich im Garten auftaucht schaut sie mich skeptisch eingeschüchtert an und ignoriert mich. kein

Versuch der Pflegeeltern mein kind zu ermuntern, keine gute Stimmung, auch mein kind findet keine Sicherheit

bei den Pflegeeltern. Sie weiss nicht wohin mit sich, sieht mich an als kenne sie mich doch irgendwo her,

oder auch nicht.
Sie läuft im Garten umher und irgendwann kommen wir dann zusammen durch Zufall. ich kann sie plötzlich

garnicht in den Arm nehmen weil ich Angst hatte sie damit zu überfordern, überrumpeln , zu nahe kommen. -Als

eigene Mutter.
Da wir alle nicht so miteinander warm wurden fragte ich wie es meinem Kind geht, wie hat sie sich eingelebt,

versteht sie sich mit ihren Geschwistern( Ich unterbreche unhöflicherweise das Gespräch der Fachleute)
ich bekomme nur kurze Antworten und dann höre ich zum ersten mal das Wort " Konfliktsituatio"- Mein Kind sei

in einer Konfliktsituation, und hätte hier seelischen Schaden und dort psychische Störungen und und und...
ich war gerade 20 und mein Wissen auf diesem Gebiet war etwas eingeschränkt ;-) so richtig verstanden hab

ich es alles nicht.
was mir klar war: Zu gehen ohne mein Kind war ein Alptraum!
Meine Vernunft jedoch zwang mich ruhig zu bleiben und abzuwarten wie es weiter geht. Mein Herz allerdings

wusste: Dass hier geht nie und nimmer gut.
Und letzlich ist es so, und leider leider wie ich es hier in Foren schon zu oft gelesen habe ist es immer

das gleiche Theater. Man kämpft vor Gericht, bekommt Recht, dann wieder nicht, die Pflegeeltern boykotieren

die Besuchskontakte wo es nur geht, werfen dir vor du würdest dein Kind " bespucken und besabbern", ich

sollte nicht zur Einschulung weil ich mein Kind psychischen Schaden zufügen würde mit meinem beisein, mein

Kind wollt ,dass ihr Pflegevater mich erschiesst wenn ich komme, ich suhle mich mit meinem Kind an einer

befahrenen Strasse und dort hätten wir einige Minuten mit den Füssen gezappelt, bis zu guter Letzt hiess es

sogar ich würde mein Kind von oben bis unten abschlappern( um nicht zu sagen : ich nötige mein Kind

sexuell), meine Tochter sei sowieso schon sexuell gestört, mein Lebensgefährte würde nackig durch die

Wohnung rennen, ich würde mich bei meinem Kind ausweinen weil ich von meiner Mutter geschlagen wurde, meine

Toilette sei so dreckig dass mein Kind in die Büsche gehen müsste, ich würde wolllen dass Kinder in der

schule wieder geschlagen werden sollten, Helferkonferenzen seien sowieso nur dafür da mich zu informieren,

es sei auch nicht meine Aufgabe mein Kind zu unterstützen( als Sorgeberechtigte Mutter!!!), ebenso würde es

mich nichts angehen wie ihr Kinderzimmer aussieht- Privatsache, nicht zu guter letzt bin ich ja auch

schuld dass mein Kind psychisch gestört ist weil: Ich ihr nicht die " innerliche Erlaubniss" gebe.

( Wenn ich mich bei Ihnen als Babysitter bewerben würde und sie würden mich einstellen, und im nächsten

Atemzug werfe ich Ihnen vor:" Es ist ja ekelhaft wie Sie ihr Kind von oben bis unten abschlappern..."- Was

würden sie tun???
Da brauch man eigentlich nichts mehr zu sagen: Sie würden mich feuern, mir besten falls noch n Vogel zeigen

und sich eine reifere Babysitterin suchen. Den Auch ihr Kind würde sich beimir nicht wohlfühlen,weil sie dem

kind garnicht vermitteln könnten: Du bist hier gut aufgehoben, du brauchst keine Angst haben.
Welche Mutter schaut sich nicht den Kindergarten vorher an bevor sie Ihr Kind dort hinbringt??? Fühlt Mama

oder Papa sich wohl in dem Kindergarten sehen unsere Kinder das und wissen sie dürfen sich hier auch

wohlfühlen.
Ich habe nicht mal das Kinderzimmer sehen dürfen- das hätte wenigstens ein winzigen Teil dazu beigetragen

meinem Kind Sicherheit zu geben- bzw. ein bischen mehr innerliche Erlaubniss.
Es wäre einfach nur meinem Kind zu Gute gekommen, mir auch aber es geht schliesslich um mein Kind, welchen

psychischen Schaden würd ich ihr damit zu fügen????


Ich erzähle das vorallem weil es mich verletzt. Ich habe diesen Menschen mein allerwertvollsten Schatz

anvertraut, ich habe ihnen keine Waschmaschine geliehen und auch keinen Kugelschreiber sondern MEIN KIND!!!

Und das hab ich nicht gemacht weil ich dachte : Oh was für bescheuerte Pflegeeltern - da soll mein Kind hin-

nein ich hab gedacht - ok, das könnte passen, die sehen nett aus, der Pflegevater ist Pädagoge im

Behindertenheim, er scheint auch nicht ganz so spießig. Sie ist Hausfrau, haben ein Haus, 4 andere Kinder (

2 Pflegekinder mit meinem inbegriffen) Mein Kind hätte Familie , Geschwister und ein schönes Zu Hause,

solange bis ich meine Ziele erreicht habe um ihr ein ebenso gutes zu Hause geben zu können, ihr eine Mama zu

sein wie es sich gehört!
Ich hätte ebenso gut " nein " sagen können, dann wär mein Kind in einer anderen Pflegefamilie gekommen oder

es hätte andere Perspektiven gegeben. Aber ich habe diese Entscheidung getroffen und ich habe mich für diese

Pflegefamilie entschieden.

Ich war wohl sehr naiv in meinen Vorstellungen, zu glauben ich könnte einfach so meinem Kind eine Familie

geben, und selbst wenn sie zu mir zurück gekommen wäre, könnte der Kontakt stets bleiben, einfach weil man

natürlich auch Beziehungen und Bindung aufbaut.
Wenn das mal so wäre, hätt ich vielleicht mehr Verständniss für das Verhalten der Pflegeeltern. Ich möchte

nebenbei sagen dass ich den Pflegeeltern niemals solche Dinge vorgeworfen habe und jemals mich denen

gegenüber daneben verhalten hab.Auch meinem Kind nicht gegenüber. Das bedeutet nicht dass ich ein

Unschuldslamm bin, auch ich habe sicherlich Fehler gemacht aber ob das dass Verhalten der Pflegeeltern

rechtfertigt oder die Entscheidung des Gerichts oder die Haltung des Jugendamtes oder der Stiftung für

Pflegeeltern und Herkunftseltern wage ich zu bezweifeln. Ich möchte meinen dass ich ein sehr vernünftiger

Mensch bin mit Manieren.

Ich habe all die Jahre sehr hart für meine Besuchsrechte gekämpft, ein Besuchskontakt ist mehr wert als ein

Job, den ich verloren habe weil mir der Besuchskontakt - mein Kind , wichtiger war .
Ich habe ohne jegliche Hilfe und mit vielen grossen Steinen die ich beiseite räumen musste und überwinden

musste eine sehr enge Mutter-Kind-Beziehung zu meinem Kind aufgebaut. Eine Beziehung die ich - und ich sag

es unter Tränen- eine Beziehung die ich mir niemal hätte ertäumen lassen, vor 3 Jahren als ich endlich

regelmäßig Kontakt zu meinem Kind haben durfte und wir sozusagen von null angefangen haben - denn- dass was

vorher war-Krieg vor Gericht- das war kein kämpfen mehr das war Krieg, da war unter all diesen ganzen ***

keine oder nur sehr gering eine Beziehung möglich, aber bei weitem nichts was Nähe bedeutete, oder Liebe,

oder Vertauen, Ruhe, den Tag geniessen- all das war garnicht möglich.
Und endlich konnte ich sie kennen lernen, konnte mit ihr mehr unternehmen , irgenwann übernachtete sie

regelmäßig bei uns, wir hatten Vertrauen aufgebaut, wir haben zusammen gearbeitet ohne jede Hilfe von aussen

und heute bin ich so fassungslos wie sich das entwickelt hat- bis zu einem Punkt wo sie von sich aus sagte

sie will bei uns bleiben. Bis vorallem wir Nähe zulassen konnten, Umarmungen von Herzen ohne Krampf ohne

Unsicherheit.... Küsschen ohne Scham, knuddeln und faxen machen ohne Misstrauen.... wir konnten sogar über

Probleme reden, unsere Ausseinandersetzungen, die wir gelöst haben- das und vieles mehr war vorher alles

garnicht da. Dinge die eigentlich so selbstverständlich sind ...

Aber das letzte was passierte , die Ausseinandersetzungen mit den Pflegeeltern und dem Jugendamt und am

allerschlimmsten in Gegenwart von meinem Kind ( Teile der Aussagen die ich oben aufgeführt hatte) , zwingten

mich letzlich doch in die Knie- ich musste die Besuchskontakte abbrechen.
Es ist jetzt fast ein Jahr her.
Sie fehlt mir so sehr und ich kann als Mutter nicht damit leben. Wenn ich nur einen Zweifel daran hätte dass

ich nicht in der lage bin mich um mein Kind zu kümmern, könnt ich mich ehr damit abfinden dass sie nicht bei

mir ist. Wüsste ich die Pflegeeltern würden all diese Dinge aus Liebe zu meinem Kind machen- ich würd´s

wenigstens verstehn- niemals hab ich gehört dass sie mein Kind lieben, niemals gesehen dass sie mein Kind in

Arm nehmen und sich freuen wenn sie wieder zurück ist ( obwohl sie mir mitunter vorgeworfen haben ich wollte

sie entführen...) Freut man sich da nicht um so mehr?
Niemals hätt ich mein Kind so verabschieden oder begrüssen können :((
Natürlich ist es oftmals ein Argument Kinder in Pflegefamilien zu lassen weil sie einfach zu lange dort

leben und dort ihren Lebensmittelpunkt haben. Aber : Egal wo ich lebe- dort wo ich lebe ist immer mein

Lebensmittelpunkt, und nicht jeder Lebensmittelpunkt ist gut für einen manchen. Auch nicht für mein Kind.
Und Kinder die zu Hause geschlagen und misshandelt werden haben dort ihren Lebensmittelpunkt.

Lebensmittelpunkt ist also für mich kein Argument.
Sie hat nicht im entferntesten Bindung zu diesen Menschen, und ich würd s mir gern ausdenken um

irgendjemandem zu imponieren aber es ist leider eine Tatsache die ich schwarz auf weiss habe. Viele

Gutachten und Beurteilungen von Psychologen und Therapeuten , sogar Mediation wurde versucht, wir haben das

alles schon durch....
genau deshalb ist es für mich nicht zu verstehen.

Mein Kind wird irgendwann in all zu kurzer Zeit schon erwachsen sein und sich wie jedes andere Kind welches

adoptiert oder in Pflege oder anderweitig fremd untergebracht ist, fragen: Warum habe ich nicht zu Hause bei

meiner Familie gelebt.
Und viele Kinder finden die Antworten bei ihren leiblichen Eltern, sehen dass sie Drogenabhängig sind, keine

stabile Lebensverhältnisse haben, oder krank sind, oder oder oder - ohne irgendeinen dieser Gründen

abzuwerten auf diese Eltern bezogen bzw. ohne Eltern damit abzuwerten, es gibt durchaus genügend traurige

Schicksale für die Eltern nichts können.
Wenn mein Kind in 10 Jahren bei mir vor der Tür steht wird sie mich ebenso fragen. Sie wird in eine intakte

Familie kommen ( und das wird sie!) und fragen warum sie an diesem Leben nicht teil haben durfte. Mit ihrer

Familie zusammenleben, bei ihren Geschwistern, bei ihrer Mama, und natürlich auch bei meinem

Lebensgefährten( die beiden hatten auch eine sehr liebevolle Beziehung zueinander ohne dass er den Vater

gepielt hat, aber als ein sehr guter Freund für mein Kind als Teil dieser Familie!) Sie wird ebenso ihre

Pflegeeltern fragen- was werden die meinem Kind erzählen??? Deine Mutter hatte kein Interesse an dir, oder -

deine Mutter war nicht in der lage? Oder wollen sie ihr vielleicht sagen weil wir dich so sehr lieb

hatten...? Egal welche gründe sie meinem Kind sagen werden, mein Kind wird die Wahrheit erfahren, Dinge die

sie lesen wird, Dinge an die sie sich selbst erinnern kann und weiss -so ist es nie gewesen. Nur mein Kind

weiss selbst welche beziehung sie zu mir und uns hatte. Sie wird es Ihren Pflegeeltern niemals danken. Ich

bin ebenso davon überzeugt dass mein kind niemals mehr einen Fuss auf deren Türschwelle treten wird wenn sie

erfährt was alles passiert ist. Ist das Sinn der Sache? Egal aus welchem motiv auch immer man ein Kind in

Pflege nimmt , ob aus geld oder Langeweile, oder Mitleid oder weil man ein kind tatsächlich lieb gewonnen

hat:
Es geht nicht darum dass mir mein Kind genommen wurde sondern darum dass meinem Kind die Familie genommen

wurde. Und welche Rechtfertigung die Pflegeeltern auch immer haben werden meinem Kind gegenüber: Sie wird es

denen nicht verzeihen!
Ich bin selbst erwachsen, ich lebe mein eigenes Leben und es ist ein gutes schönes Leben, aber ich weiss wie

sehr ich heute noch darunter leide keinen Kontakt zu meiner Familie zu haben. Der Unterschied ist aber dass

ich dankbar bin für jede Hilfe und Unterstützung die ich vom Jugendamt bekam als ich selbst noch ein Kind

war, weil ich heute weiss, wenn ich zu Hause geblieben wäre , wär das für mich nie und nimmer gut

ausgegangen!!! WEIL MEINE ELTERN NICHT IN DER LAGE WAREN!!!! Es ist und bleibt letzlich immer das gleiche

Argument.
Aber mein Kind wird das niemals sagen können, selbst wenn ich demnächst sterben würde, wäre sie Ihren

Pflegeeltern niemals dankbar dafür dass sie keine Zeit mit mir verbringen konnte!
Welche Erklärung die Pflegeeltern auch bringen werden , es ist egoistisch.
Eine Familie gehört zusammen und dafür sollte alles getan werden!

Als ich im Heim war kamen 2 Kinder zu uns. Sie waren gerade mal 2 Jahre jung. Sie wurden geschlagen, sie

waren verwahrlost und ausgehungert. Sie kamen ins Heim weil sich keine Pflegefamilie und keine

Adoptivfamilie fand die diese Kinder haben wollten. Ich will nicht wissen wieviele Kinder es heute noch gibt

die so jung im Heim sind statt in einer Pflegefamilie. Mein Kind könnte für wenigstens eines dieser Kinder

einen Platz frei machen weil sie es nicht nötig hat.


Ich würde gern vor dem Richter stehen und sagen: Ich habe eine super enge Beziehung zu meinem Kind, mein

Kind möchte auch zu uns, und hätt auch gern ein kompetenten Jugendamtmitarbeiter der wenigstens versucht

neutral zu bleiben, allein meinem Kind gegenüber. Aber dem ist nicht so.
Es gab schon einige Mitarbeiter und Psychologen und Gutachter die die Situation garnicht verstehn konnten,

aber urplötzlich doch die Meinung der Pflegeeltern unterstützten.
Ich hatte sogar schon mit dem Gedanken gespielt umzuziehen in einen anderen Bezirk um ein anderes Jugendamt

zu bekommen, aber das wär doch absurt.
Ich hatte auch schon 4 verschiedene Anwälte, eine war sogar wirklich gut, aber wollte auch so viel Geld

haben dass es mich wirklich in den Ruin getrieben hätte. Irgendwann musste ich mir einen anderen suchen der

auch finanzierbar war. Und ich lebe nicht in Armut, und mein kind ist mir jeden Cent wert, wenn ich jedoch

danach in die Privatinsolvenz gehen muss ist es wohl fraglich ob es mein Kind dann soviel besser hat ;)
Ich weiss es gibt Gerichtskostenbeihilfe, aber manche Anwälte erwarten ein zusätzlichen Stundenhonnorar-

oder Horrornar wohl ehr.

Auch wäre der Umgangskontakt garnicht mehr möglich.
In Einem Urteil hab ich gelesen dass ein Kind aus einer Pflegefamilie rausgenommen wurde und vorerst in

einer Art Heim untergebracht wurde um "neutralisiert zu werden", hab ich jetzt vielleicht komisch

ausgedrückt aber eine neutrale Unterbringung für meine Tochter würde ich ebenso sofort befürworten.
Sie hat zu guter letzt auch kein Wort mehr mit uns gesprochen(3 Tage), und wollte auch nicht abgeholt werden. Daher

wäre eine sofortige Rückführung auch nicht möglich.

Es ist auch leider so dass niemand sich dafür interessiert, warum ich den Kontakt abgebrochen habe. Im

Grunde genommen wissen sie es ja, und wollten wohl genau das erreichen. Wäre es anders, würde wenigstens das

Jugendamt nach Gründen fragen, Gespräche suchen- so aber scheinen alle glücklich und zufrieden. Mein kind

soll jetzt wohl glücklicher werden, kein Kontakt mehr zur Mutter, obwohl er vorher immer da war. Das soll

aus derer Sicht zum Wohle des Kindes sein?
Und mein Kind soll das auch noch verstehen?
Ich weiss auch nicht ob ein Anwalt allein reicht um das Gericht davon zu überzeugen dass mein Kind dort fehl

am Platz ist. Vielleicht wissen Sie an wem ich mich noch wenden kann.
Vielen Dank für´s Geduldige lesen und ihre Zeit.
Gruss eine Mama

-- Einsatz geändert am 18.05.2010 10:44:29

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre umfassende Sachverhaltsschilderung zeigt, dass es sich hier offensichtlich um eine sehr konfliktträchtige Situation handelt. Ihrer Darstellung entnehme ich, dass es bereits diverse Verfahren insbesondere auch wegen des Umgangsrechts gegeben hat.

Wichtig wäre natürlich für die ganz genaue Einschätzung zu wissen, welche Stellungnahmen das Jugendamt und die Psychologen und Gutachter abgegeben haben.

Ungeachtet dessen und eben auf Grund Ihrer umfangreichen Sachverhaltsdarstellung sollten Sie hier nicht aufgeben.

Sie werden jedoch nicht umhin kommen, mit anwaltlicher Hilfe zum Wohle Ihres Kindes den Gerichtsweg zu bestreiten.

Selbstverständlich wird sich der Anwalt oder die Anwältin, die sich mit diesem Sachverhalt beschäftigt, umfassend in den Sachverhalt einarbeiten müssen. Dieses wird unbedingt notwendig sein, und erfordert natürlich auch einen entsprechenden Zeitaufwand.

Es sollte jedoch möglich sein, und davon gehe ich auch aus, dass Sie einen engagierten Kollegen oder Kollegin finden, die im Rahmen von Verfahrenskostenbeihilfe sich der Sache annehmen, auch wenn dieses über den normalen Rahmen hinausgeht.

Die Chance für Ihr Kind ist der Weg über das Gericht. Auch wenn Sie bereits hiermit keine guten Erfahrungen gemacht haben, ist dieses der einzige Weg.

Sie müssen jetzt daran arbeiten, den Kontakt zum Kind wieder herzustellen, auch wenn dieses wie Sie ausführen zunächst dem ersten Anschein nach keinen Kontakt wünscht. Die Kontaktaufnahme ist eklatant wichtig. Sie sollten daher, wenn Sie einen Rückführungsantrag zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht für geeignet halten, auf jeden Fall und das ist ganz wichtig, einen Umgangskontakt wieder herstellen. Sollte dieses – davon gehe ich aus – nicht einvernehmlich geschehen, werden Sie auch diesbezüglich den Gerichtsweg bestreiten müssen.

In diesem Zusammenhang würde ich es für sehr sinnvoll halten, wenn ein Umgangskontakt mit einer völlig neutralen dritten Person stattfindet, die sich insgesamt auch einen Eindruck von dem Kind verschaffen kann. Sie sollten jetzt auf jeden Fall sehr kurzfristig alles daran setzen, den Kontakt zu Ihrem Kind wieder herzustellen, auch wenn dieses zunächst mit Schwierigkeiten verbunden ist.

Nur wenn dieser Kontakt stattfindet wird auch letztlich eine Rückführung möglich sein.

Zu prüfen ist auch, ob der von Ihnen gewählte Gedanke, das Kind zunächst in einer neutralen dritten Stelle unterzubringen, sinnvoll ist. Dafür muss aber wirklich Einsicht in die bisherigen Gutachten genommen werden. Es muss hier auf jeden Fall verhindert werden, dass das Kind weiteren Schaden nimmt, wie es nach Ihrer Schilderung offensichtlich durch das bisherige Verhalten anderer Personen bereits geschehen ist. Dieses kann jedoch aus dieser Entfernung nicht beurteilt werden. Dafür müssen die Gutachten eingesehen werden.

Abschließend möchte ich zusammenfassen, dass Sie jetzt alles daran setzen müssen, Kontakt zu Ihrem Kind herzustellen. Aus den von Ihnen geschilderten Erfahrungen wird dieses nicht einfach sein. Da es Ihnen jedoch, und das zeigen Ihre Ausführungen einzig und allein um Ihr Kind geht, müssen Sie diesen Kampf wieder aufnehmen. Es ist auch ganz wichtig, dass Sie immer den persönlichen Eindruck von Ihrem Kind behalten, um in möglichen Verfahren argumentieren zu können.

In einem solchen Verfahren über den Umgang wird ein familienpsychologisches Gutachten unerlässlich sein.

Der Sie dann betreuende Anwalt wird sehr genau darauf achten müssen, wer dieses familienpsychologische Gutachten erstellt.

Sollten Ihrem Anwalt oder Ihrer Anwältin der Gutachter oder die Gutachterin nicht bekannt sein, lassen Sie sich Referenzen geben. Das Problem an familienpsychologischen Gutachten ist das, dass durchaus erhebliche Qualitätsunterschiede und auch in einigen eklatante Qualitätsdefizite vorhanden sind. Ein erfahrener Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin auf diesem Gebiet wird ein familienpsychologisches Gutachten auch unter diesen Gesichtspunkten werten können.

Bereits im Vorfeld sollte der Kollege oder die Kollegin sich auch nicht scheuen, einen entsprechenden Vorschlag über die Person des Gutachters zu unterbreiten.

Sollte eine Rückführung angestrebt werden, werden Sie sich mit § 1632 Abs. 4 BGB auseinandersetzen müssen. Es ist davon auszugehen, dass die Pflegeeltern Ihrem Antrag auf Rückführung einen Antrag auf Verbleiben des Pflegekindes in der Pflegefamilie entgegensetzen werden.

Das Bundesverfassungsgericht hat hierzu bereits entschieden, dass der Wunsch der Eltern oder eines Elternteils auf Herausgabe des Kindes nur dann versagt werden darf, wenn durch die Wegnahme des Kindes von der Pflegeperson das körperliche, geistige und seelische Wohl des Kindes gefährdet werden würde.

Das Familiengericht hat demzufolge seine Entscheidung am sogenannten Kindeswohl zu orientieren. Ohne ein aktuelles familienpsychologisches Gutachten wird und kann das Familiengericht eine Entscheidung nicht treffen.

Grundsätzlich wird in diesem psychologischen Gutachten zu prüfen sein, ob eben die Herausgabe des Kindes aus der Pflegefamilie das geringere Risiko für das Kind darstellt. Hierbei ist insbesondere stets die besondere Situation des Kindes zu berücksichtigen und zu prüfen.

Ohne ein solches weiteres familienpsychologisches Gutachten wird auch dieses Verfahren nicht zu entscheiden sein.

Wie Sie jedoch selber schreiben, halten Sie auch zum derzeitigen Zeitpunkt eine Rückführung nicht für „möglich". Sie sollten daher auf jeden Fall den Umgang wieder aufnehmen und auch erstreiten. Der Umgang wird wegweisend sein für Ihre Zukunft und insbesondere die Ihres Kindes.


Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 20.05.2010 | 12:25

Es gibt bisher keine schriftliche Stellungnahme vom Jugendamt, allerdings eine mündliche Stellungnahme: Die Pflegefamilie sei der Lebensmittelpunkt meines Kindes, ich solle meinem Kind die "innerliche Erlaubniss" geben. Die Gutachten sind sehr widersprüchlich, zum einem geht man von einer Kindeswohlgefährdung aus wenn eine Rückführung stattfinden würde( in Bezug auf Beziehungsabrüchen), zum anderen jedoch zeigen die Gutachten eindeutig dass mein Kind sich in keiner Weise weder in der Schule noch im Umfeld und auch nicht in der Pflegefamilie eingelebt hat( nach so vielen Jahren) Dies könnte nur dann geschehen wenn die Mutter von ihrem Vorhaben absehe das Kind aus der Pflegefamilie nehmen zu wollen.
Ich möchte nochmals betonen dass in den ganzen Jahren nicht einmal meine Erziehungskompetenz in Frage gestellt wurde. Sondern es lediglich darum geht dass meine Tochter zu lange dort lebt.
Meine Tochter ist mehrfach aus dem Kindergarten "abgehauen" ebenso aus der Schule und auch von zu Hause, es liegt meines Erachtens sogar eine Verletzung der Aufsichtspflicht vor von allen Beteiligten, da meine Tochter sich vorallem in ihrem Alter in Lebensgefahr befand. Meine Tochter wurde sogar schon mehrfach dabei erwischt in Geschäften die auf ihrem Schulweg liegen, geklaut zu haben.
Die Pflegemutter war sogar in psychologischer Behandlung da sie mit meinem Kind nicht zurecht kam. Meine Tochter hatte lediglich zu ihrer " Schwester"( auch Pflegekind) eine enge Bindung. Jedoch ist die mittlerweile in der Pubertät, wodurch die Bindung mittlerweile nicht mehr so eng ist. Zu den anderen Kindern besteht keine Bindung, da die beiden ältesten Kinder ausgezogen sind, und zu dem "Bruder"(adoptiert), ein sehr schlechtes Verhältniss besteht welches auch nie anders war.
Schulische Leistungen sind im allgemeinen schlecht bis sehr schlecht, trotz Integrationsstatus. Sie sollte eine Klasse zurückgestuft werden was aus dem Integrationsstatus jedoch nicht möglich war bis zu 4. Klasse da man auch hier" Beziehungsabbrüche vermeiden wollte" und die Beziehungen vor den Leistungen stellte.
Da die 4 jährige Therapie scheiterte, wurde nun ein Einzelfallhelfer für mein Kind bestellt. Den sollte ich nicht kennenlernen und auch eine Zusammenarbeit mit diesem wurde abgelehnt da ich meinem Kind psychischen Schaden zufügen würde, trotz dass ich keinen Kontakt zu meinem Kind habe. Zum anderen wurde kürzlich versucht mir mein Sorgerecht zu entziehen in Form von Vollmachten die ich unterschreiben sollte.Also nichts offizielles sondern ehr mit dem Glauben ich wäre so dumm und würde das tun- habe ich selbstverständlich nicht gemacht, mit der Anmerkung an das Jugendamt dass ich sehr wohl im Stande bin verantwortliche Entscheidungen zu treffen für mein Kind, auch wenn kein Kontakt besteht,was nicht aus Desinteresse zu meinem Kind ist sondern aus Schutz um weiteren seelischen Schaden zu vermeiden der durch die Konflikte meinem Kind schadet!
Was den Kontakt betrifft wurde bereits vor einem Jahr bereits versucht den Kontakt wieder herzustellen. Die Besuchskontakte setzten schon einmal für fast 3 Monate aus. Da dies von meiner Tochter so gewollt war versuchte das jug Gründe zu finden für die Ablehnung seitens meines Kindes. Dies wurde dann im BEISEIN MEINES KINDES so begründet: Das Jug hätte meine Tochter so verstanden das mein kind das Gefühl hätte sie müsse mich dafür trösten weil ich von meiner Mutter geschlagen wurde.
2. Meine Tochter findet die Besuchskontakte langweilig und wollte exakt 4x nicht bei mir übernachten.- Das Jug interpretierte diese Aussage die mein Kind bei einem anderen Gespräch ohne mein Beisein angeblich machte so: Deine Mutter sitzt mit ihrem Lebensgefährten im Wohnzimmer die ganze Zeit und schaut Fernseher, unser Sohn würde die ganze Zeit in seinem Zimmer verbringen, und sie selbst müsste auch die ganze Zeit in ihrem Zimmer verbringen. meine Tochter äusserte sich: " Stimmt ja garnicht, hab ich garnicht gesagt!"
Darauf wurde nicht eingegangen.
Zum anderen wurde meine Tochter gefragt ob sie nach 4x Besuchskontakt ohne Übernachtung denn wirklich danach die Sommerferien verbringen wolle, ob ihr das nicht zu viel sei???
meine Tochter äusserte sich nicht.
Als dieses Horrorgespräch endlich zu ende war und die Besuchskontakte wieder statt fanden war das Verhälltniss zu meiner Tochter so schlecht, das in den Sommerferien die sie dann doch bei uns verbrachte , die letzten 3 Tage plötzlich kein Wort mehr mit uns gesprochen hatte. Den Grund dafür kennen wir nicht. Wir haben uns sehr bemüht wieder an sie ran zu kommen, jedoch lies sie es nicht zu. Auf Grund der Vorkommnisse seit Ostern letzten Jahres,, die Vorwürfe seitens der Pflegeeltern ich würde mein Kind sexuell nötigen, und die anderen Gespräche war mir ganz klar das die Besuchskontakte so nicht mehr stattfinden konnten. Im übrigen hatte ich damals bereits versucht mit dem Jug darüber zu sprechen was zwischen dem Pflegevater und mir vorgefallen war- er hatte mich sofort nach hause geschickt da er der Ansicht war dieses Gespräch sei sinnlos- ein Anwalt war damals dabei!!!
Natürlich wurde meinem Kind eigetrichtert der körperliche Kontakt zu mir sei falsch, ebenso wie Küsschen geben und Umarmungen.
Dies geschieht in der Pflegefamilie im übrigen auch nicht wirklich- stark gläubig!!!
Daher war in den letzten Monaten die Beziehung zu meinem kind auch stark in die Brüche gegangen.
Diese Sexuelle Nötigungsgeschichte ist jedoch nichts offizielles, sonder wirklich Schikane, wäre hier von einer sexuellen Nötigung auszugehen wäre es unverantwortlich die Besuchskontakte weiter statt finden zu lassen, eine Anzeige hätte ich ebenfalls bekommen müssen und das Sorgerecht hätte mir entzogen wären müssen. Auf jeden Fall hätte es Konsequenten haben müssen!!! Da es keine gab kann ich nur daraus schliessen das solche Vorwürfe nur aus Bosheit geschehen- denn die Beziehung zu meinem kind ist hinüber! Und wie gesagt kommen die anderen Sachen ebenfalls noch dazu, mein Kind bleibt nicht mal vor solchen Auseinandersetzungen unverschont. Wie soll jetzt also nochmals Kontakt hergestellt werden????
Es ist ja nicht so das alles vergessen und vergeben ist vorallem für mein Kind nicht!!! Wo soll man da nochmal versuchen Kontakt auf zu bauen???? Wenn ein neutrales Umfeld gegeben wäre müsste weder ich noch mein kind Angst haben dass wieder so etwas passiert. Man könnte wieder Vertrauen aufbauen. Vorallem wäre mein Kind in keiner Konfliktsituation- den eins ist ganz klar- diese Konfliktsituation ist mehr als schädlich für mein Kind!!!
Ist hier in diesem Fall nicht vielleicht sogar schon ein Anwalt von Nöten im Bereich Menschenrechte? Den Menschenunwürdig ist das was passiert ist allemal!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.05.2010 | 15:07

Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie müssen für Ihr Kind alles daran setzen den Kontakt wieder herzustellen. Nach Ihrer ausführlichen Darstellung ist hier an PAS zu denken. PAS bedeutet Parental Alienation Syndrome, übersetzt: Elterliches Entfremdungssydrom. Vorsicht ist geboten, allein PAS annehmen zu wollen, weil es zu der ablehnenden Haltung des Kindes gekommen ist. Ihre Schilderung lässt jedoch den Schluss zu, dass auf vielfältige Weise, nicht nur von den Pflegeeltern, sondern wohl auch vom Jugendamt auf das Kind eingewirkt wird und dieses umsomehr auf subtile Weise beinflusst wird.

Aus Studien ist bekannt, dass gerade die Zeit, in der kein Kontakt zum Elternteil besteht, für die Entfremdung arbeitet. In dieser Zeit kann das Kind strukturiert werden. Die Entfremdung wird immer stärker und dieses führt dann zu Gerichtsentscheidungen dergestalt, dass Gerichte nach Anhörung eines Kindes zu Gunsten eines Umgangsausschlusses entscheiden, weil das Kind, nach Meinung des Gerichts "überzeugend" dargetan hat, dass und warum es nicht zum Elternteil will. Das gilt es zu verhindern.

Sie müssen daher den Konatakt unbedingt wieder herstellen, was aber nach Ihrer Schilderung nur auf den Gerichtsweg möglich ist. Sie sollten jetzt für Ihr Kind weiter kämpfen. Eine Kontakt und Umgang kann auch anders ausgestaltet sein, als bisher. Sie können vermeiden, mit den Pflegeeltern in Kontakt treten zu müssen. Ein Treffen mit dem Kind kann durchaus anders organisiert werden, so dass Sie die Pflegeeltern gar nicht sehen müssen. Auch können die ersten Treffen an einem neutralen Ort stattfinden. Zwar wird dieses beim Jugendamt stattfinden können; in Anbetracht des Verhaltens des Jugendamtes würde ich davon Abstand nehmen. In Ihrer Stadt wird aber sicher auch Begegnungsstätten für Kinder geben, die einen Kontakt mit Ihnen auch vor Ort ermöglichen.

Auch wenn ich nach Ihrer Schilderung davon ausgehe, dass Sie derzeit keine Möglichkeit sehen und vielleicht auch denken: " Jetzt schreibt die Anwältin das schon wieder." bleibt es bei meiner Einschätzung. Für Ihr Kind muss der Kontakt ganz schnell wieder hergestellt werden, auch um später eine mögliche Rückführung durchsetzen zu können.

Sicherlich macht das bisher Geschehene mehr als betroffen. Sie werden aber zunächst den Gerichtsweg einschlagen müssen, um dann, wenn erforderlich, eine Verletzung der Menschnerechte geltend zu machen.

Sie brauchen jetzt erst einmal einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin, um den Umgang wieder durchzusetzen.

Nochmals alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 20.05.2010 | 15:46

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen lieben Dank für ihre schnelle Antwort, PAS ist mir durchaus ein Begriff, aber etwas an was ich selber nie wirklich glauben wollte,nicht in meiner Situation.:(
Man versucht sich da nicht so reinzusteigern, vernünftig zu bleiben, ruhig zu bleiben, das werde ich nach wie vor!
Ihre Antwort hat mir sehr geholfen, und bestärkt mich mein Vorhaben durchzusetzen. Auf das für mich und mein Kind alles Gut wird!
Danke!!!"
FRAGESTELLER 20.05.2010 5/5,0
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Die Antwort war eindeutig, so dass nun Rechtsklarheit besteht. ...
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Herr Wilking hat sehr detailliert, freundlich und hilfreich geantwortet. Ich empfehle ihn weiter. ...
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