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Rückflugtickets durch British Airways stoniert

| 22.04.2016 11:48 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung: Die Stornierung eines Fluges durch die Fluggesellschaft wegen der Nichtinanspruchnahme einer Teilstrecke ist nicht zulässig.

Mein Mann und ich hatten bei British Airways Flüge von Hamburg nach Mauritius (mit Zwischenstopp und Flughafenwechsel von Heathrow nach Gatewick) gebucht. Für den Flughafenwechsel (Landung in Heathrow, Koffer holen, Bus nach Gatewick und wieder Einchecken) waren 3 Stunden zwischen den Flügen.
Da wir nach der Buchung bedenken bekamen, das die Zeit nicht reichen würde (im Winter um 15.00Uhr in London ) und wir im Stau stehen würden und den Anschlussflug verpassen würden, haben wir kurzer Hand für uns direkt Flüge nach London Gatewick gebucht. Da es sich bei den gebuchten British Airways Flügen um nicht stornierbare und nicht umbuchbare Angebotstickets (Gesamtpreis 1100€) handelte, fanden wir das dies eine gute Lösung wäre.
So sind wir dann auch am 25.02 mit Easy-yet nach London Gatewick geflogen und haben unseren British Airways Flug nach London Heathrow verfallen lassen. Abends konnten wir auch ohne Probleme für den Anschlussflug nach Mauritius einchecken und abfliegen.
Nach unserem 14 Tägigen Aufenthalt auf Mauritius kamen dann die Probleme. Als wir für unseren Rückflug Online einchecken wollten, war dies nicht möglich. Auch am Flughafen konnten wir dann für unseren Rückflug nicht einchecken, da wir nicht mehr gelistet waren. Nach Auskunft von British Airways hatte die Fluggesellschaft unseren Flug storniert, da wir die erste Etappe ( HH – Heathrow) nicht angetreten waren. Wir sollten für den Rückflug neue Tickets kaufen, die dann 1700 € pro Person kosten sollten oder wir könnten nicht mitfliegen.
Wir haben diese Rückflugtickets nicht gekauft, weil sie viel zu teuer waren. Wir mussten eine Nacht länger bleiben( unsern Arbeitgeber informieren und den Urlaub um einen Tag verlängern) und noch mal Hotel, Taxi etc bezahlen und sind dann mit Emirate Airlines für 530€ pro Person zurück nach Hamburg geflogen.
Wieso konnte die Airline unsere Flüge einfach stornieren? Ist das Rechtens? Wir sind doch den Flug ab London angetreten? Was können wir tun um unsere angefallenden Kosten wieder zu erhalten.

Sehr geehrte Ratssuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung wie folgt:

Soweit Sie den Flug von Hamburg nach London-Heathrow haben verfallen lassen, liegt eine sog. „No-Show" vor. Dies bedeutet, dass der Flugpassagier für den gebuchten Flug nicht erscheint. Regelmäßig sehen die Allgemeinen Beförderungsbedingungen (ABB) der Fluggesellschaften für solche Fälle vor, dass die Flugtickets ihre Gültigkeit verlieren, wenn diese nicht in der angegebenen Reihenfolge eingelöst werden. Auch die ABB der BA sehen eine entsprechende Klausel vor. Hierdurch dürfte es zu der Stornierung Ihres Rückfluges von Mauritius nach Hamburg gekommen sein.

Die Airline war jedoch nicht berechtigt, Ihren Rückflug eigenmächtig zu streichen bzw. zu stornieren. Aufgrund des vertragswidrigen Verhaltens der BA dürfte Ihnen daher aus dem abgeschlossenen Luftbeförderungsvertrag gemäß §§ 280, 281 BGB ein Schadensersatzanspruch zustehen.

In der Rechtsprechung ist es anerkannt, dass die Stornierung eines Fluges wegen der Nichtinanspruchnahme einer Teilstrecke nicht zulässig ist (BGH RRa 2010, 188; RRa 2010, 191; Führich, Handbuch Reiserecht, 7 Aufl. § 35 Rn 47).

Dabei obliegt es grundsätzlich dem Flugpassagier frei zu entscheiden, ob und in welchem Umfang er erworbene Leistungen tatsächlich in Anspruch nimmt; insoweit ist der Gläubiger grundsätzlich berechtigt, auch nur einen teilbaren Teil der ihm vertraglich zustehenden Gesamtleistung vom Schuldner zu fordern (so auch AG Frankfurt, RRa 2006, 179; BGH RRa 2010, 188; RRa 2010, 191). Vorliegend haben Sie sich letztlich dazu entschieden, den Flug von Hamburg nach London-Heathrow nicht wahrzunehmen.

Die BA könnte sich vorliegend auch nicht auf eine etwaige Klausel in Ihren Beförderungsbedingungen berufen. Insoweit ist es in der Rechtsprechung anerkannt, dass eine Vertragsklausel, nach der der Beförderungsanspruch entfällt, wenn die Beförderung teilweise oder nicht in der im Flugschein vorgesehenen Reihenfolge in Anspruch genommen wird, eine unangemessene Benachteiligung des Reisenden darstellt und daher gemäß § 307 BGB unwirksam ist (BGH RRa 2010, 191; BGH RRa 2010, 188; AG Erding, RRa 2007, 184; AG Frankfurt, RRa 2006, 179; AG Köln, NJW-RR 2008, 214; OLG Frankfurt, NJW-RR 2013, 829).

Im Hinblick auf die Beförderungsbedingungen der BA hat das OLG Frankfurt die Klausel, wonach der Flugschein nicht mehr gültig sein soll, falls nicht sämtliche Coupons in der Reihenfolge verwendet werden, die auf dem Flugschein vorgesehen ist, ebenfalls wegen Verstoßes gegen § 307 Abs. 1 BGB für unwirksam erachtet (OLG Frankfurt, NJW-RR 2013, 829).

Durch eine derartige Klausel wird dem Fluggast die Weiterbeförderung gegen seinen Willen unter Fortbestand des Vergütungsanspruchs gestrichen. Obwohl der Passagier den Flugpreis für alle Flugstrecken bezahlt hat, muss er zur Weiterbeförderung ein neues Ticket erwerben, während der Luftfrachtführer den frei gewordenen Sitzplatz weiterveräußern kann (vgl. Führich, Handbuch Reiserecht, 7. Aufl. § 35 Rn 47).

Die durch die BA vorgenommene Stornierung Ihres Rückfluges ist daher als Pflichtverletzung zu klassifizieren, so dass die Fluggesellschaft nach §§ 280, 281 BGB die Ihnen entstandenen Mehrkosten des Ersatzfluges sowie der erforderlichen Übernachtung zu ersetzen hätte.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Sollten Sie eine weitere Vertretung durch mich wünschen, stehe ich Ihnen hierfür jederzeit gerne zur Verfügung. Bitte melden Sie für diesen Fall gerne über die im Portal hinterlegten Kontaktdaten.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Neubauer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.04.2016 | 13:37

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