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Rückehr nach Deutschland nach (dort steuerfreiem) Erhalt einer Abfindung in Zypern

| 13.01.2013 10:48 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Guten Tag,

Sachverhalt:

ich verfüge seit knapp zehn Jahren nicht mehr über Wohnsitz/gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, war in diesen Jahren von einem deutschen Unternehmen ins EU Ausland entsandt und lebe seit Mitte 2012 bei meinem Ehemann im EU Staat Zypern. Derzeit und bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses bin ich von der Arbeit freigestellt (übe also die Tätigkeit des „sich Bereithaltens" in Zypern aus). Bei Ende des Arbeitsverhältnisses werde ich eine substantielle Abfindung erhalten, die nach Zypern gezahlt wird.

Mit den Finanzbehörden beider Seiten ist geklärt, dass nach DBA die Abfindung in Zypern zu versteuern ist und – weil derartige Abfindungen dort steuerfrei sind – im Ergebnis steuerfrei bleibt. So entsprechend einer Lohnsteueranrufungsauskunft in Deutschland und der Antwort auf eine entsprechende Anfrage beim Finanzministerium in Zypern. Freistellungsbescheid liegt vor.

Natürlich möchte ich die Chance, den Gesamtbetrag unversteuert zu vereinnahmen nicht verlieren.

Meine Fragen:

Ist es für die steuerliche Beurteilung erheblich, ob

- ich im Laufe des Jahres 2013 wieder einen Wohnsitz in Deutschland begründe
- und wenn ja, ob das vor oder nach Ablauf von 184 Tagen Ansässigkeit in Zypern geschieht,
- und, ob ich in Deutschland z.B. Leistungen der Arbeitslosenversicherung in Anspruch nehme.

Mit ist klar, dass ich dann in D bezogene Arbeitsentgelt dort versteuern muss, unklar ist aber, ob dann auch die während Ansässigkeit in Zypern bezogenen Zahlungen der deutschen Steuer unterliegen.

Da es sich um erhebliche Steuervorteile/-nachteile handelt, wäre ich für eine „versicherte" Antwort ggf. mit Angabe von Fundstelen dankbar.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Wenn Sie im Jahr 2013 die Abfindung erhalten und in Deutschland im Jahr 2013 sodann nach Erhalt der Abfindung wieder einen Wohnsitz in Deutschland begründen, unterliegt die Abfindungszahlung lediglich dem Progressionsvorbehalt. Dies spielt zB dann eine Rolle, wenn Sie Einkünfte in 2013 in Deutschland erzielen oder Ihr Ehemann.
Es spielt keine Rolle, ob Sie vor oder nach Ablauf der 183 Tage nach Deutschland zurückkehren.
Auch in Deutschland bezogenes Arbeitslosenentgeld ist steuerfrei und unterliegt lediglich dem Progressionsvorbehalt. Etwas anderes ist es, wenn Sie zb in der zweiten Jahreshälfte 2013 einer Beschäftigung in Deutschland nachgehen. Sie müssen sodann in 2013 eine Steuererklärung in Deutschland abgeben und die im Ausland bezogene Abfindung erhöht den Steuersatz bezüglich der Deutschland erzielten Einkünfte.
Ob die Abfindung in Zypern zu versteuern ist, habe ich nicht geprüft, sondern bin von der Richtigkeit Ihrer Aussage ausgegangen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 13.01.2013 | 14:33

Herzlichen Dank,

Ich verstehe wie folgt:

Zahlungen, die ich während meiner Ansässigkeit in Zypern empfangen habe, unterliegen in keinem Fall einer Besteuerung in Deutschland, egal ob und wann ich im Jahresverlauf dorthin zurückkehre und einen Wohnsitz begründe und ggf. Leistungen der Arbeitsverwaltung in Anspruch nehme.

Wohl aber führen die emfangenen Zahlungen zu einem Progressionsvorbehalt, der mein dann in Deutschland zu verdienenden Einkünfte höher belastet.

Auf meinen Mann, von dem ich dann dauernd getrennt leben würde (er verbliebe in Zypern) hätte das keinen Einfluss.

Ob Sie mir das nocheinmal bestätigen?
Gibt es eine entsprechende Fundstelle?

Danke!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.01.2013 | 16:41

Dies kann ich Ihnen gerne bestätigen. Als Vorschrift ist auch § 2 Abs. 7 S.3 EStG zu beachten. Auch wenn Sie vor Begründung der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland, also vor Ihrem Zuzug keine steuerpflichtigen Einkünften aus deutschen Quellen bezogen haben, sind die während des Jahres erzielten ausländische Einkünfte bei der Veranlagung zur unbeschränkten Steuerpflicht im Rahmen des Progressionsvorbehalts nach § 32b Abs. 1 Nr. 2 EStG zu berücksichtigen. Im Klartext heißt dies, soweit Sie 2013 einen Wohnsitz in Deutschland begründen und hier Einkünfte erzielen, werden im Rahmen einer Steuererklärung die ausländischen Einkünfte in die Progression mit einberechnet, dass heißt Ihr deutsches Einkommen wird mit einem höheren Steuersatz besteuert. Bei der Bemessung des Steuersatzes wird nämlich das ausländische und das deutsche Einkommen addiert.
Wie bereits erwähnt, habe ich keine Prüfung vorgenommen, ob die Abfindung tatsächlich steuerfrei ist. Dies war auch offensichtlich nicht gewünscht.

Bewertung des Fragestellers 15.01.2013 | 16:56

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Schnelle freundliche und kompetente Antwort. Auf Nachfrage auch mit einigen Fundstellen (jedenfalls im Gesetz). Hoffen wir nur, dass die Finanzämter das genauso sehen, wie der Anwalt.
Danke!

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