Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rote Ampel überfahren - Äußerungsbogen

| 08.03.2010 22:00 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


08:49
An einer Kreuzung wollte ich links biegen. Dazu ordnete ich mich auf der Linksabbiegerspur ein. Als die Ampel (keine Unterscheidung für die verschiedenen Spuren) auf grün wechselte fuhr ich los und bog links in die Kreuzung ein. Kurz vor dem Verlassen der Kreuzung fuhr mir ein Fahrzeug von der Gegenfahrbahn in das Auto. Der Fahrer des anderen Wagens wurde verletzt. Ich hatte keine körperlichen Schäden.
Die hinzugerufene Polizei machte mich darauf aufmerksam, daß sich eine weitere Ampel für Linksabbieger "hinter" der Kreuzung befand, die auf rot gestanden haben muß (diese ist rot wenn die erste Ampel auf grün wechselt).
Daraus wurde geschlossen, daß ich das Rotlicht mißachtet haben müsse. Außerdem gibt es eine Zeugenaussage und die Aussage des anderen Unfallbeteiligten.

Ich habe die zweite Ampel tatsächlich nicht gesehen und auch nicht das entgegenkommende Fahrzeug. Warum dies geschehen ist, kann ich mir nicht erklären.

Die Kasko-Versicherung hat bereits zugesagt, den Schaden zu bezahlen. Ich fahre seit 16 Jahren unfallfrei.

Jetzt habe ich einen "Äußerungsbogen" von der Polizei zugeschickt bekommen und ich bin unsicher, was ich dort eintragen soll.
Laut Bußgeldkatalog kann ich mit 4 Punkten und 1 Monat Fahrverbot rechnen. Da ich mit dem Auto zur Arbeit fahren muß, wäre das eine erhebliche Einschränkung für mich.

Am liebsten wäre mir eine schnelle Abwicklung des Verfahrens - am besten ohne Führerscheinentzug - was mir aber unwahrscheinlich erscheint und ich natürlich auch hinnehmen würde.

Trotzdem möchte ich vermeiden, mich falsch zu äußern oder die falschen Sätze anzukreuzen. Aus diesem Grund bitte ich um Rat.

Vorgeworfene Straftaten:
1. Fahrlässige Körperverletzung bei Verkehrsunfall (Par. 229 StGB, Versuch: nein)
2. Straßenverkehrsordnung (Par. 49 StVO, Versuch: nein)

Auszug aus den Bemerkungen:
"...Sowohl der Fahrer dieses PKW als auch Sie selbst wurden dabei verletzt."

Meine Fragen:
1) Ist es entscheidend ob ich verletzt wurde? - Ich wurde nicht verletzt. Sollte ich das auf dem Bogen äußern?
2) Sollte ich generell den Hergang beschreiben. Inklusive, daß ich die zweite Ampel nicht gesehen habe?
3) Was sollte ich ankreuzen?
a- Ich möchte mich äußern.
b- Ich möchte mich nicht äußern.
c- Ich gebe die Straftat zu.
d- Ich gebe die Straftat nicht zu.
e- Ich möchte bei der Polizei vernommen werden.
f- Verteidiger/Rechtsanwalt beauftragen
g- Mit der Einstellung des Verfahrens geben Zahlung einer Geldbuße wäre ich einverstanden.

Ich persönlich hätte mich wahrscheinlich für a- und g- entschieden.

4) Werde ich auf jeden Fall mit 1 Monat Fahrverbot rechnen müssen? Oder macht es Sinn anzumerken, daß ich täglich einen 80 km (Hin- und zurück 160 km) weiten Weg zur Arbeit habe?

Vielen Dank!
08.03.2010 | 22:54

Antwort

von


(1207)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Ihnen wird eine Straftat sowie eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen. Vor diesem Hintergrund ist es empfehlenswert, keine Angaben und Aussagen zur Sache zu machen, sondern einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Der Anwalt wird zunächst Akteneinsicht nehmen und dann, wenn dies zweckmäßig erscheint, in Abstimmung mit Ihnen eine Einlassung fertigen.

Für den Fall, daß Sie rechtsschutzversichert sein sollten, ist dieser Vorschlag die einzig richtige Verfahrensweise.


2.

Wenn Sie sich aber dafür entscheiden, Ihre Verteidigung selbst in die Hand zu nehmen, wären die Punkte a und g, die Sie schon favorisieren, anzukreuzen.

Dann schildern Sie den Sachverhalt so, wie Sie den Unfall „erlebt“ haben. Ob das Strafverfahren tatsächlich nach § 153 StPO oder § 153 a StPO eingestellt wird, ist eine andere Fragen, die man natürlich derzeit nicht beantworten kann.

Beide vorgenannten Vorschriften regeln die Verfahrenseinstellung bei geringer Schuld. Der Unterschied besteht darin, daß Sie bei einer Einstellung gem. § 153 a StPO eine Geldbuße, z. B. zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung, zu zahlen hätten, bei einer Einstellung nach § 153 StPO dagegen nicht. Wenn eine Einstellung seitens der Staatsanwaltschaft in Betracht gezogen wird, dürfte eine Einstellung gem. § 153 a StPO wahrscheinlicher sein.

Der Rotlichtverstoß wird bleiben.

Beim Rotlichtverstoß kommt es darauf an, ob ein qualifizierter Rotlichtverstoß vorlag oder nicht. Ein qualifizierter Rotlichtverstoß liegt dann vor, wenn die Rotphase der Ampel bereits länger als 1 Sekunde bestand als der Verstoß begangen wurde.

Mit einem Fahrverbot von einem Monat müssen Sie rechnen; hinzu kommen 4 Punkte.


3.

Allein der Umstand, daß Sie einen Weg zur Arbeitsstelle von 80 km zurückzulegen haben, wird nicht dazu führen, daß von der Verhängung eines Fahrverbots abgesehen wird.

Sollte aber das erreichen des Arbeitsplatzes außer mit dem PKW schwierig sein, können Sie das detailliert darlegen und darum bitten, von der Verhängung eines Fahrverbots gegen eine (deutliche) Erhöhung des Bußgeldes abzusehen. Ob diesem Anliegen letztlich gefolgt wird, ist reine Ermessenssache und deshalb nicht vorhersehbar.

Hinzuweisen ist hinsichtlich des Fahrverbots noch auf die Viermonatsfrist. Nach § 25 II a StVG bestimmt die Verwaltungsbehörde oder das Gericht, daß das Fahrverbot erst wirksam wird, wenn die Fahrerlaubnis nach Rechtskraft der Entscheidung in amtliche Verwahrung gelangt, spätestens jedoch mit Ablauf von 4 Monaten seit Eintritt der Rechtskraft. D. h. dadurch haben Sie die Möglichkeit zu steuern, wann Sie Ihr Fahrverbot „nehmen“, z. B. während des Urlaubs.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 08.03.2010 | 23:21

Sehr geehrter Herr Raab, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Dürfte ich noch um folgende Klärung bitten:

Wenn die Sachlage klar ist (eigenes Erleben, Zeugin), was ist der Vorteil einen Rechtanwalt zu beauftragen? Führt dieses Vorgehen nicht zum selben Ergebnis (4 Punkte und 1 Monat Führerscheinentzug)? Was wäre der Mehrwert?
Anmerkung: Ich bin leider nicht rechtsschutzversichert.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.03.2010 | 08:49

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Bezüglich des Sachverhalts stellt sich z. B. die Frage, weshalb Sie das entgegenkommende Fahrzeug nicht gesehen haben. Hier könnte man also prüfen, wie Ihr Verschulden etwa im Hinblick auf die Übersichtlichkeit der Örtlichkeiten oder der Geschwindigkeit des entgegenkommenden Fahrzeugs zu bewerten ist.

Ferner stellt sich die Frage, ob man erreichen kann, daß Sie nicht wegen fahrlässiger Körperverletzung bestraft werden, sondern daß das Strafverfahren eingestellt wird.

Desweiteren kann der Rechtsanwalt Sie beraten, wenn es um die Problematik des Absehens von der Verhängung des Fahrverbots gegen Zahlung einer erhöhten Geldbuße geht.

Dem steht natürlich das Rechtsanwaltshonorar gegenüber, das sich je nach Umfang der Verteidigung bei Zugrundelegung der gesetzlichen Gebühren in der Größenordnung von 600,00 € bewegen wird.

Vor diesem geschilderten Hintergrund werden Sie Ihre Entscheidung treffen müssen, ob Sie sich selbst verteidigen oder die Sache einem Rechtsanwalt übergeben.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.03.2010 | 08:54

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Gerhard Raab »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 09.03.2010
5/5,0

ANTWORT VON

(1207)

Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht (Arbeiter und Angestellte), Erbrecht, Familienrecht, Straßen- und Verkehrsrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, allgemein, Kaufrecht, Strafrecht