Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
509.467
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Rohrreinigung auf alle Mieter umlegbar?

| 11.02.2019 17:09 |
Preis: 30,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


10:51

Zusammenfassung: Einmalige Reparaturen in oder an einem Mehrparteienhaus sind weder als Nebenkosten auf die Mieter abzuwälzen noch als Schadensersatz, wenn nicht bekannt ist, welche Mietpartei für den eingetretenen Schaden verantwortlich ist

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind Mieter eine Wohnung in einem 5-Parteien Haus. Am 23.1. wurde eine Rohrreinigung (Hauptrohr zur Kanalisation führend) durchgeführt.

Heute erhielten wir einen Brief der Hausverwaltung mit folgendem Inhalt:

....
Bei der Rohrreinigung wurde festgestellt, dass die Verstopfung durch Feuchttücher entstanden ist.

Das Entsorgen von Feuchttücher in der Kanalisation ist verboten, da dies nachweislich zu Verstopfungen führt. Die Kosten für den Einsatz in Höhe von 282,74 EUR werden den Mietern des Hauses anteilig in Rechnung gestellt.

Bitte überweisen Sie die anteiligen Kosten in Höhe von 56,55 EUR.......
...


Unsere Familie hat niemals Feuchttücher benutzt. Nach meinem Rechtsempfinden sollte ich nicht für die von anderen Haushalten verursachten Schäden aufkommen müssen.

Bitte geben Sie ein kurzes Statement zur Rechtslage ab und wie ich am besten dem Schreiben begegne.


Vielen Dank!
11.02.2019 | 18:21

Antwort

von


(28)
Braamkamp 14
22297 Hamburg
Tel: (040) 87 50 47 34
Web: http://www.kanzlei-alsterland.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gern wie folgt beantworten möchte:

Ich kann Ihnen mitteilen, dass Ihr Rechtsempfinden an dieser Stelle völlig richtig ist. Das, was die Hausverwaltung da macht, ist schon ein ziemlich „starkes Stück" – mal unterstellt, dass bei einer Firma, die mit der Verwaltung von Wohnraum und der Kommunikation mit Mietern beauftragt ist, ein gewisses Maß an Kenntnis des Mietrechts vorhanden ist.

Abgesehen von Schadensersatzansprüchen kann eine Forderung gegen einen Mieter grundsätzlich nur dann gerichtet werden, wenn es eine vertragliche Grundlage dafür gibt. Nebenkosten werden – soweit zulässig – regelmäßig auf die Mieter umgewälzt. Dabei muss es sich jedoch um wiederkehrende Leistungen handeln, nicht um Reparaturarbeiten. Müssten die Rohrleitungen also beispielsweise jedes Jahr gereinigt werden (und vertraglich auch so vereinbart), wäre dies gegebenenfalls über die Nebenkostenabrechnung vom Mieter zu tragen. Ein solcher Fall liegt hier jedoch eindeutig nicht vor.

Reparaturen an der Mietsache sind dagegen vom Vermieter zu tragen. Häufig werden zwar sogenannte „Kleinreparaturklauseln" vereinbart. Dabei geht es jedoch immer nur um Dinge, die für den Mieter zugänglich sind und durch den täglichen Gebrauch häufiger mal reparaturbedürftig werden. Beispielsweise Türklinken oder Wascharmaturen. Abgesehen davon begrenzen diese Klauseln die Summe, die maximal für eine solche Reparatur anfallen darf. Hierbei darf ein Vermieter die Reparatursumme nicht künstlich aufspalten, sodass der Betrag noch unterhalb des von der Kleinreparaturklausel vorgegebenen Rahmen landet.

Letztlich bleiben also dem Vermieter nur Schadensersatzansprüche – aber entweder müsste Ihnen ein Verschulden nachgewiesen werden oder zumindest eine Pflichtverletzung aus dem Mietvertrag. Selbstverständlich kann das Verstopfen einer Rohrleitung durch unsachgemäße Verwendung der Abflüsse eine Pflichtverletzung sein. Aber der Umstand, dass man in einem Mehrparteienhaus wohnt, in dem eine Partei lebt, die die Toilette nicht richtig bedienen kann, ist definitiv keine Pflichtverletzung. Und mehr ist es ja nicht, womit die Hausverwaltung die Aufteilung der Rechnung begründet.

Die Kosten muss der Vermieter hier also selbst tragen. Antworten müssen Sie auf das Schreiben eigentlich gar nicht. Und zahlen selbstverständlich erst recht nicht. Wenn Sie die Aufforderung trotzdem beantworten möchten, dann fragen Sie zurück, was man Ihnen konkret als Fehlverhalten vorwirft und auf welche Anspruchsgrundlage sich die Forderung stützt.

Ich hoffe, dass Sie durch meine Antwort einen ersten Überblick gewonnen haben. Sollten Sie noch Fragen haben, dann nutzen Sie gerne sie kostenloser Nachfragefunktion. Ansonsten haben Sie natürlich auch die Möglichkeit mich direkt per E-Mail zu kontaktieren.


Freundliche Grüße


Rechtsanwalt Jörn Blank

Nachfrage vom Fragesteller 12.02.2019 | 09:45

Gestatten Sie mir bitte eine kurze Nachfrage:
darf ich die restlichen Familien darüber informieren, dass die Forderung nicht beglichen werden muss oder verstoße ich damit gegen irgendwelche Regeln? Mit dem Vermieter sind wir sowieso überworfen und aktuell vor Gericht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.02.2019 | 10:51

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre freundliche Bewertung. Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Nein, grundsätzlich spricht nichts dagegen, mit den anderen Mietparteien das nachbarschaftliche Gespräch zu suchen und in diesem Rahmen dann auch den Vorfall mit der Rohrverstopfung anzusprechen und die Rechnung, die die anderen Parteien auch erhalten haben dürften. Das ist ja auch kein Geheimnis, sondern geht aus der Rechnung letztlich selbst hervor.

Freundliche Grüße
Blank

Bewertung des Fragestellers 11.02.2019 | 18:44

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Eine solch ausführliche Antwort habe ich nicht erwartet und bin positiv überrascht. Vielen Dank!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Jörn Blank »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 11.02.2019
5/5,0

Eine solch ausführliche Antwort habe ich nicht erwartet und bin positiv überrascht. Vielen Dank!


ANTWORT VON

(28)

Braamkamp 14
22297 Hamburg
Tel: (040) 87 50 47 34
Web: http://www.kanzlei-alsterland.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Zivilrecht, Verwaltungsrecht, Miet und Pachtrecht, Verkehrsrecht, Reiserecht